Montag, 18. April 2016

Nachgekocht: Catalogna auf sizilianische Art

Obwohl die italienische Spezialität Catalogna auch in Spanien angebaut wird, ist die Wahrscheinlichkeit, sie auf einem spanischen Wochenmarkt zu finden, ungefähr so groß, wie einen Sechser im Lotto zu haben. Das Glück hatte ich, nicht den Sechser zu gewinnen, sondern Catalogna zu finden. Auf einem Bio-Wochenmarkt in einem kleinen Dorf im Hinterland der spanischen Costa Blanca  wurde ich fündig.  Da heißt es zugreifen. Aber was damit tun? Immer wenn ich ein Rezept für ein außerhalb Italiens eher selten zu findendes Gemüse suche, gucke ich in Robert Sprengers Blog lamiacucina nach. Wenn Robert kein Rezept für Catalogna hat, wer dann? Von seinem Rezept für Catalogna alla Siciliana habe ich mich inspirieren lassen.
Roberts Tipp, "...den Catalogna nach dem Rüsten kleinschneiden, so dass Blatt- und Strunkteile unterschiedlich lang blanchiert werden können. Oder wenigstens den Strunk einschneiden.." habe ich beherzigt. Die dunkelgrünen Blätter waren zwar immer noch etwas zu weich, aber dafür blieben die weißen Stängel nicht zu hart. Der leicht bittere Ton der Catalogna passte wunderbar zu den süßen Rosinen und den nussigen Pinienkernen. Leider hatte mein Catalogna im Innern nur ganz wenige Puntarelle Sprossen. So wenig, daß es sich nicht lohnte, sie für einen Salat auszubrechen. Der Einfachheit halber habe ich diese zarten Sprossen gleich roh gegessen.

Die Catalogna, auch Blattzichorie genannt, ist wie Chicoree, Cicorino und En­divie eine Zichorienart (Cichorium intybus). Mit ihren dun­kel­grü­nen, bis zu 60 cm langen, ge­zack­ten, Blättern und den schneeweißen Stielen,  ähnelt sie einem großen Lö­wen­zahn.  Damit  wird sie auch häufig verwechselt. Auch der spanische Marktverkäufer bot mir die Catalogna als Diente de Leon (Löwenzahn) an.
Beim Einkauf von Catalogna sollte man darauf achten, daß die gezackten Blätter schön grün sind und die weißen Stängel fest und knackig. Wenn man die Catalogna leicht mit kaltem Wasser bespritzt und locker in einen Plastikbeutel legt, kann man ihn 3-5 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren.

Catalogna auf sizilianische Art
2 Catalogna Stauden
2 Stangen junger Knoblauch
1 Frühlingszwiebel
3 Tomaten
3-4 rote Bratpaprika (Spitzpaprika) oder 1 große, rote Paprikaschote
1 EL Pinienkerne
1 Handvoll Malagarosinen
Parmesankäse, frisch gerieben
Olivenöl nativ extra
Meersalz
Pfeffer aus der Mühle

Den Catalogna sehr gut unter fließendem Wasser abspülen. Den Strunk etwas kürzen und ein wenig einschneiden. Wasser mit Salz zum Kochen bringen. Die ganze Catalognastaude im kochenden Wasser 8-10 Minuten blanchieren. Mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen, kalt abspülen und gut abtropfen lassen. In eine feuerfeste Form legen.

Malagarosinen circa 10 Minuten in lauwarmem Wasser einweichen. Knoblauchstange in nicht zu dunne Scheiben schneiden. Frühlingszwiebel fein hacken. Tomaten in Scheiben schneiden, entkernen und dann in Würfel schneiden. Paprikaschoten längs halbieren, Kerne und weiße Streifen entfernen. Das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne leicht anrösten. Backofen auf 160ºC vorheizen.

In einer Pfanne 2-3 El Olivenöl erhitzen. Im heißen Öl zuerst die Zwiebel und die Knoblauchscheiben anschwitzen. Dann abgetropfte Rosinen, Paprika- und die Tomatenwürfel zugeben. Leicht salzen und bei schwacher Hitze circa 4-5 Minuten dünsten.

Die Gemüsemischung über die Catalogna verteilen. Mit Pinienkernen und frisch geriebenem Parmesan bestreuen. Mit etwas Olivenöl beträufeln. Im vorgeheizten Backofen bei 160ºC circa 10-15 Minuten überbacken.



Kommentare:

lamiacucina hat gesagt…

Das ist lange 9 Jahre her, da kochte Frau L. noch öfters und ich wusste noch nichts von Puntarelle. Heute gibts das Gemüse hier überall zu kaufen und die Käufer greifen beherzt in das Herz der Staude, bevor sie zugreifen.

Cecilia hat gesagt…

Das klingt so super köstlich! Ich liebe diese Arten von Rezepten! Werde ich nachmachen, danke vielmals.

Margit Kunzke hat gesagt…

@lamiacucina: Das werde ich mir merken, Robert. Sollte ich wieder einmal Catalogna finden, werde ich auch beherzt ins Herz zugreifen, in der Hoffnung, dass das dem Verkäufer nicht ans Herz geht ;-)

@ Cecilia: Das Schöne an solchen minimalistischen Gerichten ist, daß die Zutaten durch Frische und Qualität, regional und saisonal ausgesucht, wirklich noch ihren Eigengeschmack beibehalten.