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Samstag, 7. Juli 2018

Sommersalat mit Bacalao, Kirschtomaten und Rucola - Bacalao con tomate cherry, rucola y AOVE

Mit dem Sommer fängt auch die Zeit der erfrischenden Salate an. An heißen Tagen habe ich wahrhaftig keine Lust, lange in der Küche zu stehen und zusätzlich einzuheizen. Da die warme Mahlzeit dann ausfällt, dürfen die Salate ruhig etwas gehaltvoller sein. Kombiniert wird oft knackiges Grünzeug und Gemüse wie Spinat, Romanasalat, Patissonkürbis, Rucola, sonnengereiften Tomaten, Paprikaschoten, Avocados und Sommerorangen mit nahrhaftem Reis, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, Kartoffeln, Kichererbsen, Linsen oder Bohnenkernen.
Kreativ experimentieren kann man auch mit Sommerfrüchten wie Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, etc. oder Schafskäse als aromatische Zugabe. Gewürzt mit frischen Kräutern, dazu eine Vinaigrette mit Cassis-, Brombeer, Himbeer- oder würzigem Sherryessig und - in meinem Fall natürlich - bestem spanischem Olivenöl, ist ein Sommersalat ein wunderbares Gericht, das durchaus als Hauptmahlzeit serviert werden kann.
Vielleicht ist kalter Fisch als Hauptbestandteil eines Salates etwas ungewöhnlich. Er schmeckt durch das Confieren in bestem, spanischem Olivenöl ausgezeichnet, weil er seinen vollen Geschmack behält und schön saftig bleibt. Der leicht Rauchgeschmack der gebackenen Tomaten harmoniert perfekt damit. Bewusst habe ich Kabeljau mit Gräten verwendet und keine Fischfilets. Die Gräten sind ein zusätzlicher Aromalieferant.


Sommersalat mit Bacalao, Kirschtomaten und Rucola
400 g frischer Kabeljau (Bacalao) am Stück
250 g Kirschtomaten
150 g Rucola
6 EL Olivenöl virgen extra Sorte Hojiblanca
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Kabeljau in Klarsichtsfolie wickeln. Ins Gefrierfach legen und mindestens 30-40 Minuten anfrieren lassen. Herausnehmen und in sehr dünne Scheiben schneiden. 3-4 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Kabeljauscheiben nebeneinander ins heiße Öl legen. Bei kleinster Flamme circa 4-5 Minuten garziehen lassen. Vom Herd nehmen und im Öl abkühlen lassen. Haut und Mittelgräte vorsichtig abziehen bzw. entfernen.

Backofen auf 140ºC vorheizen. Tomaten quer halbieren. In eine Schüssel legen. Mit 2 EL Olivenöl beträufeln und vorsichtig mischen. Fünf Minuten ziehen lassen. Ein Backblech mit Alufolie auslegen. Tomaten mit der Schnittseite nach oben auf dem Backblech verteilen. Mit dem Olivenöl beträufeln. In den Backofen schieben und bei 140ºC backen, bis sie leicht trocknen. Da dauert circa 10-15 Minuten. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Kabeljauscheiben auf einen großen Teller legen.  Leicht salzen. Tomatenhälften auf dem Fisch verteilen.  Mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen. Zum Schluß den Rucola darüber verteilen.


Por fin ha comenzado el verano y nos ofrece una amplia variedad de ensaladas con frutas, verduras, pescados y carnes ....
Bacalao con tomate cherry, rucola y AOVE
400 g bacalao fresco
250 g tomates cherry
150 g rúcula
6-7 cucharas de AOVE de la variedad Hojiblanca 
sal marina
pimienta negra recién molida 

 Envolver el bacalao en film transparente. Ponerlo en el congelador y dejarlo cobgelar unos 30-40 minutos. Despues sacarlo y cortarlos en láminas muy finas. Poner un cazo al fuego con el bacalao cortado y cubrir con AOVE. Confitarlo al fuego lento durante unos 5-6 minutos. Retirar y dejar enfriar dentro del aceite. Cuando está tibio, scara con cuidado la piel y las espinas.

Precalentar el horno a 140ºC. Lavar y corta los tomates por la mitad. Ponerlos en un bol con 2-3 cucharas de AOVE. Remover y dejar 5 minutos. Luego colocar los tomates en una bandeja de horno forrado con papel de aluminio. Meter al horno y hornear unos 10-15 minutos apr. hasta que se sequen un poco. Retirar del horno y dejar enfriar un poco.

Colocar las laminas de bacalao en un plato grande con un poco del su aceite. Salar y y espolvorear con pimienta negra recién molida. Añadir los tomates cherry y, por último unas hojas de rúcula.

Montag, 21. August 2017

Makrele mit Sahne-Verjus-Mousse auf Rucola

Makrelen werden in jedem spanischen Fischgeschäft preiswert und reichlich angeboten.  Umso erstaunter war ich, als ich im Internet fand, daß die Bestände an Makrelen schrumpfen. Mit anderen Worten, man sollte Makrelen nicht allzu oft essen. Schade eigentlich, denn der Fisch hat ein kräftiges Aroma und schmeckt gegrillt, geräuchert und eingelegt, warm und kalt.

Makrelen liebten schon die alten Griechen und erst recht die Römer. Im 4. Jahrhundert a.Chr. kommerzialisierten die Griechen von Spanien aus eine Sauce, die aus Makrelen hergestellt war. Sie nannten es garo. Doch erst die Römer machten diese Sauce während der Zeit des Imperium Romanum als garum so richtig populär. Entlang der spanischen Mittelmeerküste entstand eine wahre Garumindustrie. Fischblut, Fischinnereien von Fischen wie Makrele, Sardine oder Thunfisch wurden gesalzen und dann enzymatisch fermentiert, in Amphoren abgefüllt und als teure Luxussauce nach Rom verschifft.
Baños de la Reina - Teil einer alten Garumfabrik in Calpe
Garum soll etwas streng gerochen haben, was man sich leicht vorstellen kann. Apicius, eine Art altrömischer Lafer des 1. Jahrhunderts p.Chr. empfahl, das Garum aus den Amphoren zu kippen, diese auszuwaschen, dann mit Lorbeerblättern und Zypressenholz auszuräuchern und zum Schluß das Garum wieder einzufüllen. Ob Haut Goût oder nicht, die altrömische High Society war auf das Garum factus in Hispania ganz scharf und gab viel Geld dafür aus. In einem kuriosen Rezept von Apicius werden die Lebern von Meerbarben zu einer pikanten Sauce verarbeitet, nachdem man die Fische vorher in edlem, spanischem Garum ertränkt hatte. Wie man sieht, unterschieden sich die altrömischen Rezepte kaum von denen, was man heutzutage in einigen Kochblogs findet. Meine Großmutter nannte das überkanditelt.

Ich habe meine Makrelen nach dem Filetieren (das Filetieren muß ich noch etwas üben) ganz einfach in Olivenöl angebraten, dann mit einem Schuß Weißwein sanft garen lassen. Im Kühlschrank durften sie angenehm kühl werden, denn die spanische Sommerhitze dauert nach wie vor an. Deswegen habe ich auch die Sahne-Verjus-Mousse leicht angefroren, fast wie ein Sorbet. Mir hat diese Kombination von würziger Makrele und auf der Zunge zart schmelzender Mousse ausnehmend gut gefallen.

Die Idee, Sahne mit Verjus zu mischen, daß eine Art Joghurt entsteht und diesen dann cremig-luftig aufzuschlagen, stammt nicht von mir, sondern von dem genialen Koch David Ariza Abad aus Alicante. Der junge Koch verwendet für seine Gerichte vor allem regionale Produkte, einheimische Kräuter und Wildpflanzen und liebt es, Fischgerichte zu kochen.
Makrele mit Sahne-Verjus-Mousse auf Rucola
1 Makrele pro Person
3-4 EL Olivenöl nativ extra
1 Gläschen trockener Weißwein
Meersalz
Für die Sahne-Verjus-Mousse:
100 ml Schlagsahne
25 ml Verjus
1 Prise Meersalz
Und dann noch:
schwarzes Hawaiisalz
100 g Rucola

Sahne mit dem Verjus verrühren. Für 24 Stunden in den Kühlschrank stellen.  Am nächsten Tag mit dem Schneebesen und 1 Prise Salz luftig aufschlagen. Für circa 30 Minuten ins Gefrierfach stellen.

Makrelen ausnehmen, Kopf und Schwanzflosse abschneiden. Makrelen filetieren. Gräten mit der Pinzette entfernen.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Makrelenfilets auf der Hautseite bei mittlerer Hitze 3-4 Minuten sanft anbraten. Umdrehen, leicht salzen, Wein angießen und in 4-5 Minuten fertig braten. Aus der Pfanne nehmen, auf einen Teller legen und  circa 30 Minuten zugedeckt im Kühlschrank kühlen.

Rucola auf vier Teller verteilen. Je 2 abgekühlte Makrelenfilets auf einen Teller legen. Mit einem Löffel längliche Klößchen (Quenelles) von der halbgefrorenen Mousse abstechen. Auf die Makrelenfielts legen. Mit schwarzem Hawaiisalz bestreuen und sofort servieren.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Salat aus Puy Linsen und grünem Spargel mit Borretsch -, Kapuzinerkresse- und Rucolablüten

In der kurzen Spargelsaison bin ich immer auf der Suche nach besonderen Spargelrezepten. Deshalb habe ich neugierig in den Blogs der Kolleginnen und Kollegen gestöbert. Fündig wurde ich in Claudia zum Bachs Blog Dinner um Acht. Sie stellte einen Spargelsalat kombiniert mit Puy-Linsen und allerlei Blüten vor, der mir sehr gefiel.  Neben Spargel und Linsen spielten Grünkohlblüten in Claudias Salat eine Hauptrolle. Mangels Grünkohlblüten - gibt's den überhaupt in Spanien? - und weißen Spargels, nahm ich stattdessen grünen Spargel und Rucolablüten. Mein Rucola, ich hatte wohl zu schnell zu viel gesät, fängt gerade an zu schießen. D.h. er hat wunders chöne Blüten, deren Geschmack leicht pfeffrig ist, so wie es auch die Rucolablätter zu sein pflegen. Um das Ganze noch etwas bunter zu machen, nahm ich noch Borretschblüten und ein paar leuchtend orangefarbene Kapuzinerkresseblüten dazu. Letztere blüht bei mir in diesem Jahr wie verrückt. Statt Haselnußöl verwendete ich Erdmandelöl, das aus den Erdmandeln chufas gepresst wird, die rund um Valencia angebaut werden. Den Zitronensaft in der Vinaigrette ließ ich weg, um den einzigartigen Geschmack des Sherryessig nicht zu versäuern. Die Puy Linsen wurden nicht in gekörnter Gemüsebrühe gekocht, sondern in Salzwasser, das mit Lorbeerblättern, Thymian und Rosmarin aromatisiert war.
Die Kapuzinerkresse gehört zur Familie der Kapuzinerkressengewächse, die wiederum zur Gattung der Kreuzblüterartigen (Brassicales) gehört. Sie ist also kein Kreuzblütler. Sie ist nach 1500 nach Europa gekommen. Seit 1684 ist die Kultivierung in Europa dokumentiert. Ihre ursprüngliche Heimat ist das Andengebiet Perus und Boliviens sowie die kühleren Regionen Südamerikas. Schon die Inkas nutzten Kapuzinerkresse als Garten- und Heilpflanze, vor allem als Schmerz- und Wundheilmittel.  In der Naturmedizin der Indianer Südamerikas wird die Pflanze heute noch bei Hautkrankheiten, Skorbut, Vergiftungen, Kopfschmerzen, Husten und Bronchitis verwendet. Wegen des hohen Vitamin-C-Gehaltes wurde die Pflanze im 18. Jahrhundert wurde sie vor allem gegen Skorbut eingesetzt. Der scharfe Geschmack der Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse, wird durch die darin enthaltenen Senfölglycoside verursacht. Ihr Name, Kresse, wird vom althochdeutschen Wort cresso für scharf abgeleitet. Der Zusatz Kapuziner bezieht sich auf die Form der Blüten, die an die Kapuzen von Mönchskutten erinnert.
Fast alle Teile der Kapuzinerkresse sind essbar. Knospen und unreife Samen können in Essig eingelegt wie Kapern verwendet werden. Blätter und Blüten werden meist als Salat angerichtet. Sie erinnern mit ihrem leicht pfeffrigen Geschmack an Brunnenkresse oder Gartenkresse.

Salat aus Puy Linsen und grünem Spargel mit Borretsch-, Kapuzinerkresse- und Rucolablüten
Für den Salat:
120 g Puy Linsen
1 kleiner Rosmarinzweig
1 Lorbeerblatt
3-4 frische Thymianzweige
300 g grüner Spargel
Meersalz
Für die Vinaigrette:
3 EL Sherryessig Reserva
4-5 EL Erdmandelöl oder Haselnußöl
½ TL Dijon Honigsenf von Fallot
Zitronensalz
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Und dann noch:
2-3 Kapernäpfel
10 Schnittlauchhalme
1 Handvoll Rucolablüten
Rosmarinblüten
Borretschblüten
2-3 Blüten der Kapuzinerkresse
1-2 Zweige wildes Fenchelkraut
1 Zitrone

Die Linsen in reichlich Wasser mit den Kräutern und dem Lorbeerblatt in reichlich kaltem Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Salzen und zugedeckt bei mittlerer Hitze circa 35-40 Mnuten kochen. In ein Sieb abschütten und abtropfen lassen. Kräuter und Lorbeerblatt entfernen. Linsen im zugedeckten Topf aufheben, damit sie lauwarm bleiben.

Während die Linsen garen, den Spargel vorbereiten. Das untere Drittel des grünen Spargels abbrechen. Die Spargelstangen in mundgerechte Stücke schneiden und im Dämpfeinsatz circa 8-10 Minuten dämpfen. Spanischer grüner Spargel ist sehr dünn und daher schnell gar bzw. bißfest gegart.

Für die Vinaigrette die Schnittlauchhalme in feine Röllchen schneiden. Den Sherryessig mit dem Honigsenf verrühren. Das Öl und den Schnittlauch unterrühren. Mit Zitronensalz und Pfeffer abschmecken. Etwas Zitronenschale mit dem Zestenreißer abziehen und fein hacken.

Lauwarme Linsen und Spargelstücke mit der Vinaigrette, den Kapernäpfeln und Zitronenschale vermischen.  Mit den Blüten und dem wilden Fenchelkraut garnieren.





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Sonntag, 8. Februar 2015

Artischockenherzen mit Rucola-Basilikum-Pesto

So ein shit, wird ein bekannter Fertigpastasaucen- und Pestohersteller sich gedacht haben., als er seine Facebookseite sah.  Denn mit einer derart stürmischen Reaktion der Foodblogger hatte er sicher nicht gerechnet. Anlaß zu dieser Reaktion war die recht sekkante Manier des Herstellers, einen Werbelink auf die Faceboookseite des Foodblogs Penne im Topf zu platzieren. Die Rache der Foddblogger war süß. Tagelang posteten sie einen Kommentar mit demselben Wortlaut wie der Pestohersteller, aber mit ihren eigenen Pestorezepten unter einen Facebookpost von Bertolli. Als Dishstorm bezeichnete der Stern diese pfiffige Campagne der Foodblogger.
Da wir Foodblogger unsere Pesti lieber selber machen, als die aus dem Glas zu verwenden, kam Mia auf die Idee, in ihrem Blog Küchenchaotin  zu einem Blogevent aufzurufen, bei der wir unsere eigenen Pestokreationen vorstellen dürfen.
Mein Pesto, das ich zu diesem Event beisteuern möchte, ähnelt ein wenig dem klassischen Pesto Genovese. Doch es enthält außer ein paar Basilikumblättern auch Rucola und Artischockenherzen. Statt der Pinienkerne habe ich Mandeln verwendet. Die Pinienkerne werden nur geröstet und zum Schluß über das Gericht gestreut. Zu Artischocken, die gerade Saison haben und jetzt am besten schmecken, wird es auch serviert. Eine leichte Vorspeise oder Tapa der Jahreszeit.
Artischockenherzen mit Rucola-Basilikum-Pesto
12 kleine Artischocken
1 Knoblauchzehe
6 große Basilikumblätter
2 Handvoll Rucola
2 EL geriebener Parmesankäse
1 Handvoll weiße Mandeln
1 EL Pinienkerne
1 Zitrone
mildes Olivenöl nativ extra
schwarzer Pfeffer aus de rMühle
Meersalz

Reichlich Salzwasser mit einer halben Zitronen zum Kochen bringen. Die äusseren Blätter der Artischocken entfernen. Artischocken ins kochende Wasser geben und 15-20 Minuten kochen. Wie lange genau, hängt von der Grösse der Artischocken ab. Wenn die Artischocken weich sind, bis aufs Herz entblättern. Wenn nötig, das Heu entfernen. Bei ganz jungen, zarten Artischocken ist das nicht nötig.

Knoblauch häuten.  Die andere Zitronenhälfte auspressen. Basilikumblätter grob zerschneiden. Alles zusammen mit 2 Artischockenherzen, den Mandeln und dem geriebenen Parmesan mit dem Pürierstab pürieren. Dann das Olivenöl in einem dünnen Faden zulaufen lassen. Das Pesto mit Meersalz und Pfeffer abschmecken. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten.

Zum Servieren die Artischockenherzen halbieren und auf einen Teller legen. Mit dem Pesto beträufeln und mit den goldbraun gerösteten Pinienkernen und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer bestreuen.


Freitag, 28. Februar 2014

Tierfreitag: Pasta mit allerlei frischem Gemüse, Minze und Walnusskernen

Das heutige Gericht zum Tierfreitag musste ich gleich zweimal kochen, denn so schnell, wie der beste aller Testesser und seine Julietta dieses Pastagericht weggefuttert hatten, konnte ich gar nicht fotografieren. Da sag' einer noch, gestandene junge Männer und ArgentinierInnen stünden vor allem auf Fleisch. Beide waren voll des Lobs und meinten: "Das schmeckt super"!
Gemüse das gerade Saison hat, machten die Sauce aus: Junge Artischocken vom Wochenmarkt, Rucola aus dem eigenen Garten, Kirschtomaten und eine Handvoll wilder Spargel, esparragos trigueros, den ich auf dem Heimweg pflückte. Ausgenommen sind vielleicht die Kirschtomaten. Die haben immer Saison. Mit etwas Gärtnerglück kann man sie sogar im Winter auf einer sonnigen Fensterbank züchten. Selbst die Walnüsse sind heimische Produkte. In Spanien wachsen in meiner Umgebung, in Andalusien und in Nordpanien so viele Walnußbäume die im Herbst aromatische Früchte tragen, daß ich auf die größeren aber faden kalifornischen Walnüsse gern verzichte. Das Gemüse habe ich bewusst nicht zu lange gekocht, weil ich es gern knackig haben wollte. Die Minzeblättchen machen das Pastagericht schön frisch. Mein Tipp: Nehmt Nudeln ohne Ei, denn sonst schimpft Katharina wieder. Nudeln ohne Ei, pasta secca genannt, werden vor allem in Süditalien aus Hartweizenmehl bzw. Hartweizengriess und Wasser hergestellt. Robert von lamiacucina erklärt hier sehr schön, wie man Nudeln ohne Ei selber machen kann. Wem das zu aufwendig ist, der kann auch fertige Nudeln ohne Eizugabe kaufen. Die sind fast überall erhältlich. Wem diese eierlosen Nudeln zu bleichsüchtig sind, der kann zum Kochwasser etwas Safran geben. Denn Safran macht nicht nur den Kuchen gel....

Pasta mit allerlei frischem Gemüse, Minze und Walnusskernen
400 g Bandnudeln ohne Eizugabe
200 g TK-Erbsen
200 g Kirschtomaten
2 kleine Artischocken
1 kleine, rote Paprikaschote
1 Handvoll Rucola (Rauke)
1 TL Tomatenmark
1 Handvoll wilder Spargel oder auch nicht
2 EL Walnuß- oder Haselnußkerne
1 TL Walnuß- oder Haselnußöl
2-3 EL fruchtiges Olivenöl nativ extra
1 Handvoll frische Minzeblätter
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Olivenöl in einem flachen Topf oder einer Pfanne erhitzen. Artischocken bis aufs Herz entblättern, Spitze und Stiel abschneiden. Artischocke in Scheiben oder Segmente schneiden. Artischocken sofort ins heiße Olivenöl legen und bei schwacher Hitze beidseitig anbraten.

Paprikaschote putzen und in Streifen schneiden. Zu den Artischocken geben und 4-5 Minuten mitbraten. Ab und zu umrühren. Tomatenmark mit etwas heißem Wasser verrühren und zu dem Gemüse geben. Zugedeckt circa 5 Minuten schmoren. . Kirschtomaten halbieren und zusammen mit den Erbsen zu den Artischocken geben. Circa 3-4 Minuten mitschmoren. Die Tomaten sollten nicht zerfallen. Salzen und pfeffern.

Bandnudeln nach Vorschrift in Salzwasser al dente kochen.

Minzeblättchen grob zerschneiden. Rucolablätter kleiner zupfen. Walnüsse grob hacken und in einem Eßlöffel Walnußöl kurz anrösten.

Die Nudeln abgießen, abtropfen lassen und in eine vorgewärmte Schüssel geben. Mit dem Gemüse und den Minzeblättchen vorsichtig vermischen. Mit geröstenen Walnüssen, Minzeblättchen und Rucola bestreut servieren.

tierfreitag

Donnerstag, 13. Juni 2013

Aus meiner Kräuterküche: Salbei



Salbei ist für mich neben Basilikum und Bohnenkraut eines der Sommerkräuter schlechthin.
Der Salbei gehört zu den Kräutern, die im Mittelmeerraum heimisch sind. An der richtigen Stelle im Garten gepflanzt, wächst er auch in nördlicheren Gefilden. Der Name Salbei, vom Lateinischen salvare für heilen, bezieht sich auf den in der Küche und Medizin so wichtigen Salvia officinalis. Es gibt circa 800 Salbeiarten weltweit. Davon ist  aber nur ein gutes Dutzend für die Küche interessant. Es heißt, daß die besten Salbeisorten aus Frankreich kommen.
Die Blätter des krautigen Strauches duften sehr aromatisch. Genau dieses Aroma schätzen auch die Köche und Gourmets. Salbei war schon im Altertum bekannt. Die Ägypter verabreichten Frauen den Salbei, damit sie fruchtbar würden. Im Mittelalter brachten ihn die Mönche über die Alpen nach Deutschland. In der Heilkunde wird Salbei u.a. bei Halzschmerzen oder gegen übermäßiges Schwitzen verwendet. Die Medizinschule von Salerno, die im Mittelalter das medizinische Wissen der Antike bewahrte und weitergab, rühmt in ihrem Wappenspruch die Kraft des Salbei: Cur moriatur homo cui Salvia crescit in horto? (Warum sollte ein Mensch sterben, in dessen Garten Salbei wächst?). Ein englisches Sprichwort sagt Eat sage in May and you'll live for aye! (Iß Salbei im Mai und du wirst leben für immer und ewig!). Der pfälzische Botaniker Hieronymus Bock schrieb im Jahre 1577 über den Salbei: "Unter allen Stauden ist kaum ein Gewächs über den Salbei, denn es dienet dem Arzt, Koch, Keller, Armen und Reichen". Und auch der Pfarrer Kneipp bezeichnete Salbei auch als Lebenselixier par excellence. Die Schmale Sofie, wie Salbei volkstümlich genannt wird, hat nachweislich eine positive Wirkung auf das Gehirn, die Nerven, die Augen und fördert das Gedächtnis.
Salbei (Salvia officinalis) auch Schmale Sofie, Echter Salbei, Gartensalbei oder Edelsalbei genannt

Bei Salbei spielen rund ein Dutzend Arten eine Rolle in der Küche. Besonders hübsch und dekorativ sind die buntblättrigen Sorten. Die grünen Blätter der Icterina sind gelb umrandet, die Blätter der Tricolor grün-weiß-rosa. Die Salbeisorte Purpuracens hat dunkelrote Blätter. Samtig behaart sind alle Salbeiblätter. Als mediterrane Pflanze liebt der Salbei einen sonnigen Standort. Der Boden sollte eher trocken und wasserdurchlässig sein.
Salbei aus Samen zu ziehen, ist ziemlich mühsam. Er benötigt nicht nur mindestens drei Wochen zum Keimen, sondern  braucht auch zwei Jahre, bis er richtig entwickelt ist. Da kauft man sich doch lieber im Frühjahr beim Gärtner vorgezogene Jungpflanzen im Topf. Das hat auch noch den Vorteil, daß man sich ein kleines Sortiment verschiedene Salbeiarten zusammenstellen kann. Echten Salbei schneidet man im Frühjahr zurück, damit er besser austreibt. Den Winter übersteht er gut abgedeckt. Auch in Töpfen lässt sich Salbei gut ziehen. Geerntet werden die jungen Triebspitzen. Ältere Blätter können bitter schmecken. ZumTrocknen hängt man Salbeisträuße an einem luftigen, schattigen Ort auf. Die getrockneten Blätter in dunklen, gut verschlossenen Gefäßen aufbewahren. Der Sternekoch Martin Scharff vom Restaurant Schloss Heidelberg erklärt, “Salbei wird am besten getrocknet verwendet. Seine eigentliche Power entwickelt das Küchenkraut erst, wenn es getrocknet ist und gemörsert wird. Das Aroma ist dann doppelt so stark wie bei frischem Salbei…”. Salbei gehört tatsächlich zu den wenigen Kräutern, deren Aroma durchs Trocknen eher gewinnt.

Vor allem in der italienischen Küche wird Salbei oft und gern verwendet. Salbei ist für die  Italiener das, was für die Deutschen die Petersilie ist, das Lieblingskraut. Damit würzen sie Leckereien wie Involtini vom Kalb mit Salbei, Saltimbocca alla Romana, Kalbsrücken mit Parmaschinken und Salbei, Kalbsleber mit Salbeibutter alla Veneziana, die klassischen Gnocchi in Salbeibutter, Aal im Salbeimantel und was ich am liebsten esse, frische Salbeiblätter kurz in Butter oder Olivenöl leicht knusprig gebraten zu frischen Nudeln.

Ob frisch oder getrocknet, Salbei sollte immer erst am Ende der Garzeit ans Gericht. Sonst wird er zu Tode gekocht und verliert sein Aroma. Verwendet werden nur die Blätter, nicht aber die Stiele, denn die enthalten mehr Bitterstoffe. Salbei duldet keine anderen Kräuter neben sich. Auch sollte man nicht zu viel Salbei verwenden, sonst wirkt das Gericht überwürzt und schmeckt nur noch nach Salbei.

Und hier in Rezept mit Salbei:
Ravioli mit Ricotta, Salbeibutter und Rucola
Für den Nudelteig:
500 g Mehl, möglichst Hartweizenmehl
2 Eier
3 Eigelb
2 EL bestes Olivenöl Sorte Empeltre oder Koroneiki
½ TL Salz
Etwas Wasser
Für die Füllung:
400 g Ricotta oder Requesón in Spanien
1Eigelb
100 g geriebener Parmesan oder Grana Padano
1 Schalotte
300 gr. Blattspinat
1 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer aus der Mühle
etwas Muskatnuß
1 Msp. Zimt
1/2 TL abgeriebene Limettenschale
Salz und Pfeffer aus der Mühle
Für die Salbeibutter:
50 g Butter
8 frische Salbeiblätter
 zum Abrunden:
50 g Rucola
30 g Parmesan oder Grana Padano am Stück

Das Mehl auf die Arbeitsplatte häufeln, in die Mitte eine Mulde drücken. Das Salz über die Mulde verstreuen. Eier, Eigelb und Öl in die Mulde füllen. Etwas Wasser dazu geben, alles mit einer Gabel in der Mulde verrühren. Nach und nach Mehl vom Rand her mit unterrühren.
Wenn in der Mitte ein dicker Brei entstanden ist, den Mehlrand mit beiden Händen über den Teig verteilen. Den Teig gut durchkneten, bis eine schön gleichmäßiger Teig entstanden ist. Zur Kugel formen und in Klarsichtfolie einpacken. Circa 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung die Schalotte häuten und fein hacken.1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Schalotte im heißen Olivenöl circa 3-4 Min. glasig dünsten. Vom Herd  nehmen.
Spinat waschen und ohne weitere Wasserzugabe in einem Topf bei starker Hitze in 2-3 Min. zusammenfallen lassen. In ein Sieb geben, kalt abschrecken und gut ausdrücken. Dann grob hacken.

Spinat mit Ricotta, Eigelb und Schalotten vermischen. Parmesan unterrühren und kräftig mit Salz, Pfeffer, Zimt, Limettenschale und Muskat abschmecken. Der Nudelteig schluckt Würze.

Den Nudelteig portionsweise sehr dünn ausrollen. Für die Ravioli den Teig in ca.. 3 x 6 cm große Rechtecke oder Kreise mit 6 cm Durchmesser einteilen. Ränder mit einer Mischung aus Eiweiß und Wasser bepinseln, damit sie besser zusammenkleben. In die eine Hälfte einen TL der Ricotta-Spinat-Füllung geben, zusammenklappen und festdrücken.
Für die Salbeibutter die Salbeiblätter sehr fein schneiden. Butter bei schwacher Hitze ganz langsam schmelzen. Salbei in der Butter 4 Min. ziehen lassen. Vom Herd nehmen.

Die Ravioli in einem breiten Topf in siedendem Salzwasser ca. 5-6 Min. garen. Herausnehmen, in einem Sieb kurz abtropfen lassen und in eine vorgewärmte Schüssel legen. Mit der Salbeibutter beträufeln und mit frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer bestreuen.
Mit klein gezupften Rucolablättern und hauchdünn gehobeltem Parmesan bestreut servieren.

Und hier noch mehr Rezpte mit Salbei



Montag, 29. April 2013

Spaghetti mit Rucola und rotem Chili und ganz ohne Bärlauch

Lieben Sie Bärlauch? Ich nicht. Mir geht der Bärlauch Hype, der in jüngster Zeit durch alle Foodblogs und Medien rauscht, auf den Geist. Man traut sich ja kaum noch ein Rezept zu veröffentlichen, das ganz ohne Bärlauch auskommt. Bärlauch est arrivé! Ich boykottiere Lebensmittel, die plötzlich einem Hype unterliegen, immer irgendwie automatisch. Das ist fast ein Reflex. Plötzlich schwärmt alle Welt von Sushi, Tiramisu, Arganöl, Rinderbäckchen, Sot-l'y-laisse oder eben Bärlauch und jeder muß damit etwas kochen. Aber keiner sagt ehrlich, ob es ihm geschmeckt hat oder nicht. Alle sind voll des Lobes. Man will ja nicht als gastronomischer Banause dastehen.

Was den Bärlauch betrifft: Er riecht zwar vielversprechend, geschmacklich finde ich ihn jedoch eher langweilig. Insofern verstehe ich das alljährliche Getue noch weniger. Da ist mir richtiger Knoblauch viel lieber. Wer aber den Bärlauch vorzieht sollte wissen, daß Hildegard von Bingen sagte, der Bärlauch sei roh gegessen giftig. Gekocht sei er gesund zu essen.
Peinlich wird es dann, wenn der TAZ-Koch Christoph Esser auf die Frage, Bärlauch sei ja mehr so eine Art Teutonenknoblauch, antwortet: " Nun ja, der Knoblauch kam erst durch die Gastarbeiter nach Deutschland....- und nun ist er längst etabliert. Die Italiener machen ja auch sonst gut vor, wie man das macht. Strauchtomaten, Rucola…”. Nein Herr Esser, sowohl Knoblauch als auch Rucola waren den Deutschen schon im Mittealter bekannt. Und damals gab es noch keine Gastarbeiter. Das Wort Knoblauch leitet sich vom Althochdeutschen klioban für spalten ab, was sich auf das gespaltene Aussehen der Knoblauchzehen bezog. Karl der Große zählte im 8. Jahrhundert den Knoblauch zu den zu kultivierenden Nutzpflanzen. Im Mittelalter wurde Knoblauch als Mittel gegen die Pest verwendet.
Die österreichische Küche insbesondere die Wiener Küche kennt mit dem Vanillerostbraten ein klassisches Gericht mit Knoblauch. Denn entgegen dem Namen wird der Rostbraten nicht mit Vanille gewürzt, sondern mit Knoblauch, den die Österreicher scherzhaft als Vanille des kleinen Mannes oder Vanille der Armen bezeichneten, als die Vanille im 18. Jahrhundert in Österreich und Europa so teuer war, daß sich nur die Reichen die Leckerei leisten konnten.

Rucola, als Senfrauke schon im Altertum als Nutzpflanze bekannt, wurde von den Germanen gern gegessen, denn sie hielten die Rauke für ein Potenzmittel. Als die Römer Germanien besetzten, nahmen sie die Rauke mit nach Italien und so gelangte die Rauke umgetauft in Rucola von Germanien in den Mittelmeerraum. Rauke war schon in meiner Kindheit fester Bestandteil des Kräutergartens meiner Großmutter .

Wie auch immer, vielleicht liegt die magische Anziehung des Bärlauchs vor allem darin, daß er zu den ersten Kräutern gehört, die im Frühjahr sprießen: Frisch und saftig grün. Es würde mich interessieren, ob Bärlauch auch diese Aufmerksamtkeit bekäme, wenn er erst im August pflückreif wäre?
Wie schön, daß sich mit  Christian Seiler noch ein Mitstreiter gegen Bärlauch gefunden hat. Er hat in seiner Kolumne Schach dem Bärlauch, in Das Magazin knallhart mit dem Bärlauch abgerechnet. Das gefällt mir !
Spaghetti mit Rucola und rotem Chili  und ganz ohne Bärlauch
250 g Spaghetti
100 g Rucola
2-3 frische rote Chilischoten
3 Knoblauchzehen
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
fruchtiges Olivenöl nativ extra
Fetakäse
 Die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen. Chilischoten längs halbieren, die Kerne entfernen. Die Schote in feine Streifen schneiden. Knoblauchzehen häuten und in feine Scheiben schneiden. Rucolablätter klein zupfen.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Knoblauchscheibchen und Chilistreifen bei schwacher Hitze im heißen Olivenöl 3-4 Minuten anschwitzen. Etwas von dem Nudelkochwasser zugeben und 2-3 Minuten weiter dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Zum Schluß den Rucola dazu geben und kurz durchschwenken.

Die Spaghetti in ein Sieb schütten und abtropfen lassen. In eine vorgewärmte Schüssel füllen und mit der Sauce vermischen. Mit zerbröseltem Fetakäse bestreuen.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Artischocken-Kirschtomaten Salat frei nach Lea Linster



Von Léa Linster stammt dieses feine Rezept für einen Salat mit Artischocken und Kirschtomaten. Die luxemburgische Sterneköchin nimmt für diesen Salat am liebsten die kleinen, spitzen, violetten Artischocken aus Nizza. Ich nehme die kleinen, grünen Artischocken aus dem spanischen Murcia. Deren Saison hat gerade angefangen.

Wann immer es in der Saison geht, esse ich Artischocken. In allen Variationen. Sie eignen sich ganz wunderbar für ein kleines, raffiniertes Essen, als feine Vorspeise, man kann sie in Scheiben geschnitten einfach nur in Olivenöl braten oder in einer Tortilla verbraten, einen Gemüseeintopf damit bereichern, sie mit Fisch oder Fleisch schmoren, mit pochiertem Ei, Fleisch oder Fisch füllen und wenn sie ganz jung sind sogar roh essen...

Beim Einkauf von Artischocken sollte man darauf achten, daß der untere Teil der Artischocke fest ist. Bei bestimmten runden Sorten sollte man nur die Exemplare nehmen, die an der Spitze leicht eingedellt sind. Dann sind sie genau richtig. Bei den spitzen Artischocken, die auch leicht lila gefärbt sein können, sollten die Blätter fest anliegen.

Das Putzen und Vorbereiten der Artischocken ist halb so schlimm. Die äußeren Blätter werden großzügig entfernen. Nicht minder großzügig schneidet man dann die Spitze ab. Je nach Zubereitungsart wird der Stiel abgeschnitten bzw. herausgebrochen oder fein geschält und dran gelassen. Das Heu, von dem so viel die Rede ist,   muß man bei den kleinen Artischocken meist nicht entfernen, weil sie (noch) gar keines haben. Ich träufele übrigens auch keine Zitrone auf Artischocken. Sie bleiben damit zwar heller, aber sie verlieren ihr gutes Aroma.

Artischocken-Kirschtomaten Salat frei nach Léa Linster
8 kleine, violette oder grüne Artischocken
4 EL Olivenöl
12 schwarze Oliven mit Kern
1 Bund Rucola
ein paar Blätter roter Eichblattsalat
100 g Kirschtomaten
fruchtiges Olivenöl zum Braten
Für die Vinaigrette:
4 EL mildes Olivenöl
Maldonsalz und Pfeffer aus der Mühle
Saft von 1 Zitrone
1 Stück Parmesankäse

Artischocken putzen und vorbereiten wie bereits beschrieben. Je nach größe halbieren oder vierteln. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Artischocken im heißen Öl von allen Seiten goldbraun braten. Das dauert circa 6-8 Minuten. Herausnehmen und auf Küchenkrepp legen.

Während die Artischocken braten, die Kirschtomaten kurz in kochendes Wasser legen, kalt abschrecken und häuten. In dem Bratöl der Artischocken 2-3 Min. schwenken.
Oliven halbieren und entkernen. Rucolablätter klein zupfen.

Salatblätter waschen, trockenschleudern und auf einen Teller verteilen. Artischocken und Oliven darauf legen. Warme Tomaten und Rucola darüber geben. Mit Olivenöl und Zitronensaft beträufeln. Mit Maldonsalz und frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen. Nach Geschmack noch etwas Parmesan hauchdünn darüber hobeln.
Mit knusprigem Baguette oder frischem Bauernbrot schmeckt dieser Salat am besten.


Mittwoch, 28. September 2011

Auberginen-Carpaccio nach Tim Mälzer

" Die Aubergine hat einen schlechten Ruf. Wer kennt sie nicht, diese mit Fett vollgesaugten, schwammigen Würfel?"  meinte Bushcooks Kitchen neulich in ihrem Blog und stellte einen fettlosen Auberginen Burger mit Tomaten vor. Das Rezept werde ich demnächst ausprobieren.
Ihrer Meinung,  daß die Aubergine einen schlechten Ruf habe, bin ich allerdings nicht. Ich kenne zumindest keine mit Fett vollgesaugten schwammigen Würfel. Vielleicht werden Auberginen in nördlichen Gefilden nur oft schlecht, falsch und lieblos zubereitet?


In südlichen Länder hingegen, wo Auberginen an der Tagesordnung sind, gibt es jede Menge ausgezeichneter Rezepte für Auberginen, und man wird höchst selten mit Fett vollgesaugte Würfel finden. Hier kommen sie knusprig und goldbraun gebraten, gebacken oder frittiert, püriert oder gekocht, kalt oder warm auf den Tisch.  Man weiß Auberginen richtig und auch fettarm oder gar fettfrei zu verwenden.
Mein persönliches Rezept für fettarmes Braten von Auberginen ist folgendes: Ich pinsele die rohen Auberginenscheiben beidseitig dünn mit Olivenöl ein und brate sie dann ohne weitere Fettzugabe in einer beschichteten Pfanne.

 Ausgerechnet bei dem Nordlicht  Tim Mälzer fand ich diese interessante Version für ein Auberginen Carpaccio, bei der die Auberginen ohne jedes Fett gegart werden.

Ob man für dieses Carpaccio besser die violett-weiß marmorierte Auberginen verwendet, als die tiefdunkel violetten,  einfarbigen Exemplare, weil letztere laut Mälzer eher bitter seien, dürfte eigentlich egal sein. Die Bitterstoffe sind längst bei den meisten Auberginensorten weggezüchtet worden. Deswegen ist auch das Einsalzen der Auberginen vor der Verwendung, das früher zwecks Herausziehen der Bitterstoffe empfohlen wurde, völlig überflüssig. Das Gerücht hält sich aber nach wie vor hartnäckig.

Für die Vinaigrette habe ich statt Zitronensaft Sherryessig genommen. Der harmoniert gut mit Auberginen und ergibt mit 6-7% auch genügend Säure her. Das Auberginen Carpaccio bot mir auch die Gelegenheit, mein frisch hergestelltes Zitronensalz auszuprobieren. Den feinwürzigen Zitronenpfeffer hatte ich mir aus der Stuttgarter Markthalle vom Schwyzer Stand mitgebracht. Dort kaufe ich schon seit mehr als 30  Jahren fast alle meine Gewürze.
Schwyzer Stand in der Stuttgarte Markthalle
 Ganz glücklich war ich mit der von Tim Mälzer empfohlenen Behandlung der zu kochenden Auberginen nicht. Das mehrfache Einstechen der rohen Aubergine mit einer Gabel vermied nicht, daß die Frucht innen zu roh blieb und nicht angenehm zu essen war. Vielleicht hatte ich zu schwach eingestochen. Beim nächsten Versuch langte stach ich kräftig zu und verlängerte die Blanchierzeit um 3-4 Minuten. Jetzt waren die Auberginen genau richtig.


Auberginen-Carpaccio nach Tim Mälzer
1 mittelgroße Aubergine violett oder violett-weiß marmoriert
2 EL Zitronenblütenhonig
3 EL Sherryessig
6 EL mildes  Olivenöl nativ extra aus der Olivensorte Empeltre oder Koroneiki
Zitronenpfeffer
Zitronensalz
1 Handvoll Rucola
30 g Parmesan am Stück

Salzwasser zum Kochen bringen. Aubergine waschen. Mit einer Gabel rundherum einstechen. Ins kochende Salzwasser legen und circa 7-8 Minuten blanchieren. Herausnehmen, abtropfen lassen, auf einen Teller legen  und für gut 20 Minuten ins Gefrierfach stellen. Tim Mälzer legte auch noch den Teller, auf dem er das Auberginen Carpaccio servieren wollte ins Gefrierfach. Eine gute Idee.

Für die Vinagrette Sherryessig mit Zitronensalz vermischen. Honig, Zitronenpfeffer und Olivenöl zufügen und gut verrühren. Rucolablätter etwa kleiner zupfen. Parmesankäse fein hobeln.

Gekochte und gut gekühlte Auberginen in möglichst feine Scheiben schneiden. Auf dem gut gekühlten Teller verteilen. Noch einmal für circa 15 Minuten ins Gefrierfach stellen.

Zum Servieren das Auberginen Carpaccio leicht mit Zitronensalz und Zitronenpfeffer würzen und mit der Vinagrette beträufeln. Rucola über die Auberginenscheiben streuen und zum Schluß den gehobelten Parmesan darüber verteilen.

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Samstag, 17. September 2011

Tapa Nr. 21: Frischkäse mit gekochtem Schinken und Honig-Walnuß-Vinaigrette

Diese Tapa aß ich zum erstenmal in einer kleinen, aber feinen Tapasbar in der Altstadt von Benidorm. Sie ist berühmt für ihre originellen und exquisiten Tapas. Die Mischung aus Frischkäse, saftigem galicischem Lacón, herben Rucolablättern und würzig-süßer Honig-Walnuß-Vinaigrette schmeckte mir so gut, daß ich die Tapa zuhause nachkochte.

Der Lacón ist eine nordspanische Spezialität aus Galicien, eine Art luftgetrockneter Vorderschinken.Er wird aus den Vorderbeinen der Schweinerassen Celta, Large White, Landrace und  Duroc hergestellt. Das Schwein wird im Alter von circa sechs Monaten, wenn es mindestens 90 Kilo wiegt, geschlachtet. Die Vorderschinken werden einer ähnlichen Prozedur unterzogen wie sie der Jamón Serrano erfährt, nur über einen kürzeren Zeitraum von rund 30 Tagen: Das Stück wird eingesalzen, dann gewaschen um die Salzreste zu beseitigen, gelagert und getrocknet bzw. er reift. Es ist nicht erlaubt, den Lacón zu räuchern. Er muß immer luftgetrocknet werden. Mitgekocht wird der Lacón allerdings in dem galicischen Nationalgericht Lacón con grelos. Grelos ist Rübenkraut, auch als Stängelkohl, Rübstiel oder in Italien als Cima di Rapa bekannt.

Heute gibt es zwei Arten von galicischem Lacón mit Herkunftskontrolle (Denominación de Orígen D.O.): Den Lacón Gallego Tradicional D.O. in diesem Fall haben sich die Schweine in ihren drei letzten Lebensmonaten nur mit traditionellem Futter wie Steineicheln, Kastanien, Körnerfutter und Tuberkeln (Kartoffeln, Rüben, etc.) ernährt und den Lacón Gallego D.O., von Schweinen, die mit von der Kontrollbehörde genehmigtem Futter gefüttert wurden.

Für diese Tapa habe ich einen Lacón cocido verwendet, einen gekochten Lacón. Man kann statt des Lacón cocido auch einen guten gekochten Schinken verwenden. Aber was nimmt man dann statt des schnittfesten Frischkäses? Der spanische Frischkäse queso fresco kommt ungesalzen oder leicht gesalzen in den Handel, hat nur 100 Kalorien auf 100 Gramm und wird aus Schafsmilch, Ziegenmilch oder einer Mischung von Kuh- und Schafs- bzw. Ziegenmilch hergestellt und ist vor allem schnittfest. Das unterscheidet ihn von anderen Frischkäsen wie Mozzarella, Ricotta, Quark oder Mascarpone. Lediglich der Fetakäse ist noch schnittfest, aber auch sehr salzig.
Spanischer Frischkäse
 Obwohl ich im Internet gesucht habe, fand ich keine wirkliche deutsche Entsprechung für den spanischen Frischkäse. Es scheint aber neutralen Frischkäse namens Brillat-Savarin zu geben. Der kommt zwar aus der Normandie, ist aber in Deutschland erhältlich. Über dessen Qualität kann ich allerdings nichts sagen, da mir dieser Käse unbekannt ist. Ich würde es einmal mit Mozzarella oder auch Ricotta versuchen. Die müssten eigentlich auch recht gut passen.

Tapa Nr. 21: Frischkäse mit Schinken und Honig-Walnußvinaigrette
8 Scheiben ungesalzener Frischkäse oder Ricotta oder Mozzarella
4 Scheiben galicischer Lacón oder guter gekochter Schinken
1 Handvoll Rucola
1 weiße Zwiebel
3-4 EL mildes Olivenöl nativ extra
10 Walnußkerne
2 EL Orangenblütenhonig
2-3 EL Sherryessig oder Honigessig
weißer Pfeffer aus der Mühle
Salz

Für die Honig-Walnußvinaigrette die Zwiebel häuten und sehr fein hacken. Walnußkerne ebenfalls fein hacken.
Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel im heißen Öl bei schwacher Hitze 2-3 Minuten anschwitzen. Honig zugeben und die Zwiebel bei schwacher Hitze 5 Minuten braten. Sie dürfen aber nicht braun werden. Sherryessig oder Honigessig zufügen und etwas einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Walnußkerne zugeben.  Man kann die Walnußkerne auch vorher kurz in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.

Frischkäse in dreieckige Scheiben schneiden. Eine Scheibe auf einen Teller legen. Darauf etwas Rucola verteilen und eine Lacón- oder Schinkenscheibe darüber legen. Etwas von der Honig-Walnuß-Vinaigrette darüber geben. Mit einer weiteren Käsescheibe abschließen. Mit den Honig-Walnuß-Vinaigrette großzügig beträufeln.



Dienstag, 7. Juni 2011

Tapa Nr. 5: Röllchen von Bündner Fleisch gefüllt mit Rucola, Pinienkernen und Parmesan

Tapa Nr. 5 - Röllchen von Bündner Fleisch gefüllt mit Rucola, Pinienkernen und Parmesan -  ist eigentlich eher als Fingerfood zu betrachen, denn man ißt sie mit der Hand. Etwas was man mit Tapas seltener tut.
In Spanien nehme ich für die Tapa Nr. 5 kein Bündner Fleisch. Hier verwende ich Cecina, eine feine Spezialität aus Nordspanien. Cecina ist luftgetrockneter Rinderschinken und wird ähnlich hergestellt, wie der berühmte Jamón Serrano
Das Rindfleisch wird circa 45 Tage in grobes Meersalz eingelegt. Dann wird das Salz abgewaschen und der Schinken kurz kalt geräuchert. Zum Schluß trocknet er in speziellen Trockenhäusern sieben bis zwölf Monate (oder mehr) an der Luft. Über die Qualität wacht u.a streng der Consejo Regulador de la Cecina de León. Cecina sieht ähnlich aus wie Bündner Fleisch und wird auch so hauchdünn aufgeschnitten. Man ißt Cecina als Tapa, als Vorspeise oder wie hier auch einmal lecker gefüllt. In Deutschland ist Cecina schwer erhältlich. Da kann  man Bündner Fleisch nehmen.
 
 Tapa Nr. 5: Röllchen vom Bündner Fleisch gefüllt mit Rucola
12 Scheiben Bündner Fleisch oder Cecina de León (spanischer luftgetrockneter Rinderschinken)
100 g Rucola
20 g Pinienkerne
Parmesan oder Grana Pedano
selbst gemachte Balsamicoreduktion
12 lange Schnittlauchhalme
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten. Aus der Pfanne nehmen und fein hacken. Rucola sehr fein schneiden. Vom Parmesankäse feine Streifchen abhobeln. Alles in einer Schüssel mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Bündner Fleischscheibe auf einem Brett ausbreiten. Einen Klecks Füllung auf die Scheiben setzen. Mit ein paar Tropfen Balsamicoreduktion beträufeln. Fleischscheibe zusammenrollen und mit einem Schnittlauchhalm zubinden.

Montag, 4. April 2011

Gemüse mit Tradition: Dicke Bohnen vom Viehfutter zum Gourmetgemüse

Dicke Bohnen, auch Ackerbohne (Vicia Faba), Saubohne, Schweinsbohne, Favabohne, Große Bohne, Pferdebohne, Viehbohne, Faberbohne oder Puffbohne genannt, fand ich als Kind ausgesprochen eklig. Sie wurden meist als unappetitlich aussehende graugrüne Bohnen in einer Mehlpappsauce serviert und schmeckten entsprechend scheußlich. Heute liebe ich Dicke Bohnen in allen Variationen.

In Deutschland gerieten die Dicken Bohnen wieder in Vergessenheit und tauchen erst seit einiger Zeit - oft unter dem Namen Puffbohnen - wieder auf. Über das Modewort Retro-Gemüse will ich jetzt mal nichts sagen.

Dabei ist die Dicke Bohne ein Gemüse mit Tradition und eine uralte Kulturpflanze, die schon vor tausenden von Jahren bekannt war. Allerdings waren die Dicken Bohnen früher gar nicht so dick. Seit dem 3. vorchristlichen Jahrtausend finden sich die Dicke Bohne in vielen Ausgrabungsstätten im Mittelmeerraum. Die alten Römer liebten Dicke Bohnen sehr und glaubten, daß sie böse Hausgeister vertreibe.
Vom Mittelmeerraum  aus trat die Dicke Bohne ihren Siegeszug bis nach Mitteleuropa an.

In den ersten Jahrhunderten n.Chr. wurden an der Nordseeküste viele Dicke Bohnen angebaut, weil die Dicke Bohne als einzige Hülsenfrucht auf salzigen Böden in Küstennähe gedeiht. Im Mittelalter waren die Dicken Bohnen neben anderen Hülsenfrüchten wie Linse und Erbse wichtige Lieferanten von Proteinen. Sie waren wegen ihres hohen Stärke- und Eiweißgehaltes ein beliebtes und wichtiges Nahrungsmittel für die arme Bevölkerung und waren auch wegen ihrer hohen Erträge wichtig.
Durch die Einführung der Gartenbohne aus Südamerika ging in Mitteleuropa im 17. Jahrhund die Bedeutung der Dicken Bohnen zurück, bis sie schließlich fast nur noch als Viehfutter genutzt wurden.

Das war in den Mittelmeerländern jedoch nicht so. Hier wurde und wird die Dicke Bohne stets geschätzt. In Spanien serviert man sie z.B.unter dem Namen habas granadinas mit Speck, Knoblauch, Thymian, Olivenöl in Weißwein geschmort als Tapa. Aber auch im Rheinland ißt man gern Dicke Bohnen mit Speck. In Katalonien liebt man Salat aus Dicken Bohnen gewürzt mit frischer Minze. Dieses Kraut harmoniert übrigens ausgezeichnet mit den Bohnen.
In Murcia ißt man in der Saison in jeder Kneipe junge Dicke Bohnenkerne roh mit etwas Salz. Deswegen kommen mir bei solchen Aussagen „Bei manchen Menschen, besonders im Mittelmeerraum, tritt eine erbliche Veranlagung auf, der Favismus, eine stoffwechselbedingte Unverträglichkeit gegenüber dem Pollen der Ackerbohne oder der Bohne selbst. Diese Krankheit kann in schweren Fällen zum Tod führen.“ erhebliche Zweifel, denn  hier ißt jeder Dicke Bohnen und ich kenne keinen einzigen Krankheitsfall.
Die Franzosen lieben ihre fèves frisch als Salat und bereiten aus jungen Dicken Bohnen eine  köstliche Suppe mit Croutons. Mit Kümmel, Knoblauch und Zitronensaft würzen die Italienier ihren insalata di favini.

Für das ägyptische Nationalgericht Ful werden getrocknete Dicke Bohnenkerne über Nacht eingeweicht und dann in Wasser weich gekocht. Die Bohnen werden nun grob püriert und mit Knoblauch, Salz, Cumin und anderen Gewürzen abgeschmeckt. Dann wird das Bohnenpüree großzügig mit Olivenöl übergossen und mit einer Sauce aus feingehackter Petersilie und Zitronensaft mit Fladenbrot und Schafskäse, gehackten Salzgurken, gekochten Eier oder Tomatenwürfelchen gereicht.

Eine ganz spezielle Beziehung haben die Erfurter zur Dicken Bohne. Rund um Erfurt sind die Böden sehr fruchtbar und das Klima ist mild. Deshalb wachsen die Dicken Bohnen rund um Erfurt auch sehr gut. Wegen ihrer Größe, ein ausgepuffter, großer Bohnenkern, erhielten sie den Namen Puffbohnen. Puffbohnen gelten als Stadtmaskottchen von Erfurt und jeder eingeborene Erfurter wird „Puffbohne“ genannt.
Dicke Bohnen werden heute weltweit angebaut. Ihre Hülsen werden bis zu 18 cm lang und enthalten drei bis sieben rundlich ovale Samen. Die flachen Kerne sind hellgrün bis graugrün. Wenn dicke Bohnen gekocht werden, behalten sie entweder diese Farbe oder verfärben sich bräunlich. Erstere sind mild mit leicht nussigem Geschmack. Die Sorte, die sich bräunlich färbt, habt einen kräftigen Geschmack,

Diese Samen haben es in sich. Sie enthalten viele Vitamine und Mineralien, unter anderem die B-Vitamine, Folsäure und Vitamin C, Magnesium, Eisen und Kalium. Aber vor allem findet man in der Dicken Bohne weniger als ein Prozent Fett, aber einiges an Proteïnen (7 g) und Kohlenhydraten (12,5 g), d.h. sie sättigt auch noch sehr gut und hat trotzdem nur 89 Kalorien.
Dabei ist die Vicia Faba, wie die Botaniker die Dicke Bohne nennen, eigentlich gar  keine richtige Bohne . Innerhalb der Hülsenfrüchtler gehört sie nämlich zur Gattung der Wicken.  Die Gartenbohne wiederum gehört der eigenen Gattung Phaesolus an. Irgendwie müssen die beiden aber doch weitläufig verwandt sein, denn beide gehören zur Unterfamlie der Schmetterlingsblütler.

Saison haben die Dicken Bohnen von Frühjahr bis Sommer. Beim Einkauf sollte man darauf achten, daß die Bohnenhülsen knackig, fleckenlos und glänzend grün sind . Im Haus kann man sie an einem kühlen, trockenen Ort, lichtgeschützt aufbewahren, im Kühlschrank bis zu einer Woche. Je frischer die Dicken Bohnen allerdings sind, desto besser schmecken sie. 

Ich habe diesmal ein Rezept ausprobiert, für das ganz zarte, junge Dicke Bohnen frisch und ungekocht verwendet werden. Wer es zarter als zart will,  kann auch die äußere Haut der Bohnenkerne entfernen. Ich tue es nicht. Damit dieses Tatar aus Dicken Bohnen und Avocados schmeckt, müssen auch die übrigen Zutaten erstklassig sein. Feinstes Olivenöl nativ extra, reifeAvocados und ganz frische Dicke Bohnen.
Tatar aus Dicken Bohnen, Avocado und Tomate
3 reife Avocados
1 Frühlingszwiebel
50 g getrocknete Tomaten in Olivenöl
300 g frische Dicke-Bohnen-Kerne
150 g Rucola
1 Zitrone
3 EL allerbestes mildes Olivenöl nativ extra
Salz und Pfeffer aus der Mühle

Den grünen Schlot der Frühlingszwiebel abschneiden. Die weiße Zwiebel fein hacken.
Tomaten aus dem Öl nehmen und abtropfen lassen. Ebenfalls sehr fein hacken.
Rucola waschen und 5 Minuten in kaltem Wasser liegen lassen, damit die Blätter fest werden. Dann die Hälfte des Rucola fein hacken. Den Rest aufheben.
Zitrone aus pressen und durch ein Sieb geben.

Avocados halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit dem Löffel aus der Schale holen. Fruchtfleisch in sehr kleine Würfel schneiden.

Avocadowürfel mit Tomaten und Zwiebel mischen. Dicke Bohnen und den gehackten Rucola zugeben. Mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken und gut mischen.

Eine Portion in eine zylindrische Form füllen, die in der Mitte des Tellers steht. Dabei etwas zusammendrücken, damit das Tatar Stabilität gewinnt. Form entfernen und für die nächste Portion verwenden.

Tatar mit den restlichen Rucolablättern belegen und um das Tatar etwas Olivenöl träufeln.

Dienstag, 29. März 2011

Vegetarisch: Ravioli mit Ricotta, Salbeibutter und Rucola

Diesmal habe ich gemogelt. Die Ravioli auf dem Foto sind nicht von mir gemacht. Ich habe sie nur fotografiert, denn ich war schlicht und einfach zu faul zum selber kochen. Zum Glück gibt es hier ein kleines italienisches Restaurant, dessen Chefin Julia tatsächlich noch Ravioli selbst herstellt. Die schmecken fast so gut wie meine hausgemachten, ganz ehrlich gesagt sogar etwas besser. Von Julia  habe ich auch das Rezept für die Ravioli mit Ricotta und Spinat gefüllt. Dazu passen wunderbar die Salbeibutter mit ihrem intensiven Aroma und der bitterherbe Rucola.
Diese Ravioli sind einerseits ein bekannter Klassiker. Andererseits als vegetarisches Essen wunderbar geeignet für die fleischlose Fastenzeit.
Ravioli mit Ricotta, Salbeibutter und Rucola
Für den Nudelteig:
500 g Mehl, möglichst Hartweizenmehl
2 Eier
3 Eigelb
2 EL bestes Olivenöl Sorte Empeltre oder Koroneiki
½ TL Salz
Etwas Wasser
Für die Füllung:
400 g Ricotta oder Requesón in Spanien
1Eigelb
100 g geriebener Parmesan oder Grana Padano
1 Schalotte
300 gr. Blattspinat
1 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer aus der Mühle
etwas Muskatnuß
1 Msp. Zimt
1/2 TL abgeriebene Limettenschale
Salz und Pfeffer aus der Mühle
Für die Salbeibutter:
50 g Butter
8 frische Salbeiblätter
 zum Abrunden:
50 g Rucola
30 g Parmesan oder Grana Padano am Stück

Das Mehl auf die Arbeitsplatte häufeln, in die Mitte eine Mulde drücken. Das Salz über die Mulde verstreuen. Eier, Eigelb und Öl in die Mulde füllen. Etwas Wasser dazu geben, alles mit einer Gabel in der Mulde verrühren. Nach und nach Mehl vom Rand her mit unterrühren.
Wenn in der Mitte ein dicker Brei entstanden ist, den Mehlrand mit beiden Händen über den Teig verteilen. Den Teig gut durchkneten, bis eine schön gleichmäßiger Teig entstanden ist. Zur Kugel formen und in Klarsichtfolie einpacken. Circa 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung die Schalotte häuten und fein hacken.1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Schalotte im heißen Olivenöl circa 3-4 Min. glasig dünsten. Vom Herd  nehmen.
Spinat waschen und ohne weitere Wasserzugabe in einem Topf bei starker Hitze in 2-3 Min. zusammenfallen lassen. In ein Sieb geben, kalt abschrecken und gut ausdrücken. Dann grob hacken.

Spinat mit Ricotta, Eigelb und Schalotten vermischen. Parmesan unterrühren und kräftig mit Salz, Pfeffer, Zimt, Limettenschale und Muskat abschmecken. Der Nudelteig schluckt Würze.

Den Nudelteig portionsweise sehr dünn ausrollen. Für die Ravioli den Teig in ca.. 3 x 6 cm große Rechtecke einteilen. Ränder mit einer Mischung aus Eiweiß und Wasser bepinseln, damit sie besser zusammenkleben. In die eine Hälfte einen TL der Ricotta-Spinat-Füllung geben, zusammenklappen und festdrücken.

Für die Salbeibutter die Salbeiblätter sehr fein schneiden. Butter bei schwacher Hitze ganz langsam schmelzen. Salbei in der Butter 4 Min. ziehen lassen. Vom Herd nehmen.

Die Ravioli in einem breiten Topf in kochendem Salzwasser ca. 5-6 Min. garen. Herausnehmen, in einemSieb kurz abtropfen lassen und in eine vorgewärmte Schüssel legen. Mit der Salbeibutter beträufeln und mit frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer bestreuen.
Mit klein gezupften Rucolablättern und hauchdünn gehobeltem Parmesan bestreut servieren.
Mein blühender Salbeistrauch