Montag, 14. Mai 2018

Erdbeertörtchen mit Marscarpone-Sahne Creme


Rot wie die Liebe und süß wie die Sünde -  die Erdbeere zählt bei den Deutschen mit zu den beliebtesten Frühsommerfrüchten. Nicht umsonst trägt sie den Namen Königin der Beerenfrüchte. Mehr als drei Kilo Erdbeeren genießen Deutsche pro Kopf und Jahr. Regelrecht wild auf Erdbeeren sind die Briten. Laut Statistiken wird in Großbritannien in der Erdbeerzeit jede Sekunde eine Schale mit Erdbeeren verkauft, was 50 Millionen Schalen im Jahr bedeutet.

Anfangs gab es nur die Walderdbeere, sehr klein und sehr aromatisch. Sie war schon bei den Menschen der Steinzeit beliebt. Die Römer haben zu Zeiten von Cato (234 bis 149 v. Chr.) in ihren Gärten Erdbeeren kultiviert, mit Wein Erdbeerbowle zubereitet, die Früchte mit Zucker und Sahne gegessen oder mit Salz und Gewürzen als Beilage zu den verschiedensten Gerichten genossen. Sie nannten die Walderdbeere Fragaria. Fragaria leitet sich aus dem lateinischen Wort fragare für duften her. Der schwedische Botaniker Carl von Linné (1707-1778) fügte das Wort vesca hinzu. Es stammt von versusa für essbar.

Im Mittelalter wurden die kleinen Walderdbeeren in Deutschland zwar schon großflächig kultiviert, doch eine Vergrößerung der kleinen Früchte gelang den Bauern nicht. Unsere heutigen großen Erdbeeren sind nicht etwa Züchtungen aus Walderdbeeren. Sie sind das Ergebnis einer Kreuzung aus der kleinen amerikanischen Scharlacherdbeere mit der großfruchtigen "Schönen von Chile", die der französische Fregattenkapitän und Hobbybotaniker Amédée François Frezier 1714 von seinen Fahrten mitbrachte. Die Bretonen bauten in Nordfrankreich diese Erdbeeren aus der Neuen Welt an. Anfangs setzten die Pflanzen jedoch kaum Früchte an. Schneller als ihre deutschen Kollegen fanden die bretonischen Bauern den Grund für die magere Erdbeerernte: Die Erdbeerpflanzen aus Chile waren zweihäusig, d.h. es gab also rein männlich und rein weiblich blühende Pflanzen. Da setzen die bretonischen Bauern Chileerdbeeren zwischen Schlarlacherdbeeren und garantierten so die Befruchtung der Blüten. Damit hatten die Franzosen so viel Erfolg, daß sie von 1750 an in der Hochsaison im Hafen von Brest täglich 20 Schiffe mit Erdbeeren beladen konnten.
Um die gleiche Zeit tauchte in Amsterdam eine neue Erdbeersorte auf. Sie war eine neu gezüchtete Mischform aus der chilenischen und der Scharlacherdbeere. Wegen ihres Geschmackes und ihrer Form wurde sie Ananaserdbeere fragaria ananassa genannt. Das ist die Stammform unserer heutigen Gartenerdbeere,  von der es mittlerweile über 1000 Sorten gibt.

Die Saison für Erdbeeren ist kurz. Sie beginnt je nach Wetter meist nicht vor Mitte Mai und dauert bis etwa Mitte Juli, also acht bis zehn Wochen.  Nur in dieser Zeit schmecken Erdbeeren wirklich aromatisch und süß.

Erdbeertörtchen mit Mascarpone-Sahne-Creme
Für den Teig:
100 g weiche Butter
60 g Puderzucker
30 g gemahlene Mandeln
200 g Mehl Typ 405
1 Prise Salz
circa 2 EL Butter zum Einfetten
Backpapier
getrocknete Bohnenkerne zum Blindbacken
Für die Füllung:
400 g aromatische Erdbeeren
2 EL Puderzucker
1/4 TL Zimt
250 g Mascarpone
200 g Schlagsahne
1 Vanilleschote
12 Minzeblättchen
ausreichend für 12 Flanförmchen mit  150 ml Inhalt

Für den Teig Butter, Puderzucker, gemahlene Mandeln, Eigelb, gesiebtes Mehl und Salz gut verkneten. Eventuell 1-2 EL Wasser zugeben. Eine Kugel formen, in Folie wickeln und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Backofen auf 200ºC vorheizen.  Tartelette- oder Flanförmchen mit Butter einfetten. Leicht mit Mehl bestäuben. Überflüssiges Mehl abklopfen. Von der Teigkugel circa 1,5 cm dicke Scheiben abschneiden und zu einer kleinen Kugel formen. Auf einer bemehlten Fläche circa 2-3 mm dünn und rund ausrollen. Vorsichtig in die Backförmchen drücken. Dabei den Teig bis zum Rand hochziehen. Mit Backpapier (rund zugeschnitten) auslegen und bis zum Rand mit Bohnenkernen füllen. In den Backofen schieben und bei 200ºC circa 15-20 Minuten backen. Eventuell mit Alofolie abdecken, damit die Teigränder nicht zu dunkel werden.

Förmchen aus dem Backofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Bohnenkerne und Backpapier entfernen.

Erdbeeren waschen und abtropfen lassen. Zwei Drittel der Erdbeeren putzen und klein schneiden. Mit 2 EL Puderzucker und Zimt vermischen. 2 EL Wasser zugeben, auf den Herd stellen, aufkochen lassen und vom Herd nehmen. Abkühlen lassen. Restliche Erdbeeren in Scheibchen schneiden.

Sahne steif schlagen. Das Mark aus der Vanilleschote kratzen und mit Mascarpone gut verrühren. Die Sahne mit einem Teigschaber vorsichtig aber gut unterheben. Schüssel in den Kühlschrank stellen.

Auf den Boden der abgekühlten Törtchen Mascarponecreme füllen (circa 1 EL). Darauf kommen die pochierten Erdbeeren (ohne Saft). Zum Schluß die restlichen frischen Erdbeerscheibchen belegen. Mit je einem Minzeblättchen dekorieren.

Die gefüllten Erdbeertörtchen nicht zu lange stehen lassen, sonst weichen sie auf.

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