Dienstag, 24. September 2013

Herbstliches Kaninchen mit Weintrauben und Mousseline aus Vitelotte Kartoffeln

Mitte Oktober beginnt in Spanien die Jagdsaison. Da hier jeder, der keine Vorstrafen hat, eine Jagdlizenz und ein Gewehr erwerben kann,  ist die Jagd leider ein Volkssport - für Männer.  Auf alles, was sich bewegt, wird geballert. Auch etliche Hunde, Katzen und Jäger bleiben alljährlich auf der Strecke. Viel Wild gibt es entlang der Mittelmeerküste ohnehin nicht: Kaninchen, Hasen, Rothühner, Fasane, Rebhühner und Wildschweine. Da die Jäger das wenige, was ihnen erfolgreich vor die Flinte kommt, meist auch selber  verzehren, ist es fast unmöglich an Wildkaninchen oder Wildhasen zu kommen. Doch es gibt einen bewährten Trick, einem Hauskaninchen wenigstens etwas von dem guten Wildgeschmack zu verleihen: Man legt das Fleisch zwei, drei Tage in Rotwein mit Kräutern ein. Gibt man zu der Rotweinmarinade noch einen ordentlichen Schuß Cognac dazu, wird das wilde Resultat noch besser.
Auf den Wochenmärkten werden zur Zeit Weintraube in Hülle und Fülle angeboten: Blaue und weiße der unterschiedlichsten Sorten. Weintrauben passen hervorragend zu fast jeder Art Wild. Wegen ihres aromatischen Geschmacks, verwendete ich für mein Kaninchen die einheimischen weißen Muskatellertrauben. Schmackhafte blaue Tafeltrauben gibt es hier ohnehin nicht, denn die Trauben der guten einheimischen Sorten Tempranillo oder Monastrell landen in den Kellereien die den Alicantiner Wein  Vino de Alicante D.O. herstellen.
Bei diesem Kaninchengericht kam auch die Hälfte meiner blauen Vitelotte Kartoffeln in Form einer duftigen Mousseline zum Einsatz, die ich vor kurzem im eigenen Gärtchen geerntet hatte.
Herbstliches Kaninchen mit Weintrauben und Mousseline aus Vitelotte Kartoffeln
1 Kaninchen
weiße Weintrauben (ich nahm die aromatischen Muskatellertrauben)
3 Schalotten
2 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl nativ extra
Für die Marinade:
½ l trockener Rotwein
nach Lust und Laune ein guter Schuß Cognac
1 Knoblauchzehe
1 Karotte
1 kleines Stück Petersilienwurzel
1 Zweig Thymian
1 Lorbeerblatt
1 TL bunte Pfefferkörner
2 Pimentkörner
3 Wacholderbeeren
Salz
Für die Mousseline aus Vitelotte Kartoffeln:
500 g blaue Kartoffeln (Vitelotte)
mildes Olivenöl nativ extra
Rotweinsalz

Das Kaninchen in 6-8 Stücke zerteilen und in eine Schüssel legen. Für die Marinade alle Zutaten im Rotwein aufkochen. Marinade über die Kaninchenstücke gießen. Zugedeckt im Kühlschrank zwei oder besser drei Tage marinieren.

Das Fleisch aus der Marinade nehmen und mit Küchenpapier etwas abtrocknen. Schalotten und Knoblauch häuten und fein hacken. Olivenöl in einem flachen Topf erhitzen. Kaninchenstücke im heißen Öl rundum goldbraun anbraten. Herausnehmen.
Im Bratöl Schalotten und Knoblauch bei schwacher Hitze 3-4 Minuten anschwitzen. Mit der durchgesiebten Marinade ablöschen. Kaninchenstücke wieder in den Topf legen. Salzen und pfeffern. Zugedeckt bei mittlerer Hitze circa 35-40 Minuten schmoren. Ab und zu umdrehen.

Während das Kaninchen gart, die Weinbeeren abzupfen, waschen und abtropfen lassen. Wer möchte, kann die Trauben auch häuten. Für die letzten 5 Minuten zum Kaninchen geben und erhitzen.

Für die Mousseline aus blauen Kartoffeln die Kartoffeln ungeschält in Salzwasser kochen. Abschütten und schälen. In eine Schüssel geben und zuerst mit der Gabel zerdrücken. Dann mit dem Schneebesen das Olivenöl kräftig unterrühren, bis eine feiner, schaumiger Brei entsteht. Mit Rotweinsalz abschmecken.
Wer davon nicht satt wird, kann ja noch Julianes Rotweinlinsen dazu essen.

Kommentare:

Susanne hat gesagt…

Das klingt nach einem wunderbaren Herbstgericht. Die Art der Marinade kenne ich: das ist das, womit meine Mutter früher immer den "Schweinebraten Wildschwein-Art" zubereitete.

Margit Kunzke hat gesagt…

@Susanne: Genau, das sind die alten Tricks, die wir von unseren Müttern oder Großmüttern gelernt haben ;-)

Günter H. Klotz hat gesagt…

Herrliches Rezept - exakt passend zur jahreszeit! Früher haben wir mehr Kaninchen als heute gegessen. Schade eigentlich..

Margit Kunzke hat gesagt…

@Günter: Dankeschön..zum Glück der Gourmets wird in Spanien Kaninchen noch viel und gern gegessen...