Dienstag, 18. Februar 2014

Schwarze Nudeln mit Miesmuscheln in Weißwein-Petersiliensauce

Können zwei Esser für weniger als fünf Euro satt werden? Mit Rosmarinkartoffeln und lila Artischocken, die summa summarum 3,40 Euro für zwei Personen kosteten, habe ich in meinem ersten Beitrag zu  Peter G.Spandls Event 2 für weniger als 5 mit einem vegetarischen Gericht schon einmal zwei Esser satt bekommen.
Da ich ja am Mittelmeer wohne - Luftlinie 500 m - wäre doch eigentlich etwas mit Fisch angesagt. Nun ist aber das Mittelmeer so leer- bzw. überfischt, daß die abendliche Ausbeute der wenigen Fischkutter, die es noch gibt, mehr als kläglich ist. Auch wir greifen mehr und mehr auf den Fisch aus den Piscifactorias zurück. Das sind die schwimmenden Fischzuchtanstalten, die hier vor der Küste im Mittelmeer angesiedelt sind. Miesmuscheln hingegen werden schon seit ewigen Zeiten in Muschelbänken gezüchtet und sind noch unbeschränkt verfügbar. Wobei auch Muscheln ihre Saison haben. Das hat nichts mit den Monaten mit oder ohne R zu tun, sondern mit dem biologischen Zyklus der Muscheln.
In meiner Gegend genießt die Mittelmeermuscheln mejillón mediterráneo, auch Clochina genannt, einen ausgezeichneten Ruf. Sie entspricht im Geschmack in etwa den begehrten französischen Moules de bouchot. Sie ist kleiner, aber deutlich schmackhafter als die Miesmuscheln, die von den galicischen Muschelbänken in Nordspanien stammen. Die Saison der Clochinas beginnt etwa Ende Mai und dauert den ganzen Sommer über. Da wir erst Februar haben, nahm ich Miesmuscheln aus Galicien, die das ganze Jahr über zu haben sind. In einer Weißweinsauce mit Knoblauch und Petersilie kann man diese Muscheln ohne weiteres verwenden.
Wenn man ungeputzte Muscheln nimmt - in Spanien gibt es gar keine geputzten Muscheln - kann man einiges sparen. So schlimm ist nämlich die Putzerei gar nicht. Es mag nun sein, daß auch ungeputzte Miesmuscheln in Deutschland deutlich teurer sind als hier in Spanien. Doch Muscheln und anderes Meergetier zählt bei mir zur regionalen Küche.
Miesmuscheln koche ich übrigens immer nur in ganz wenig ungesalzenem Wasser oder Weißwein. Während des Kochens geben die Muscheln jede Menge "Meerwasser" ab. Einen Teil des kräftig salzigen und würzigen Suds verwende ich dann für die Sauce.

Schwarze Nudeln mit Miesmuscheln
250 g schwarze Spaghetti (1,50 €)
1 kg ungeputzte Miesmuscheln ( 1,20 €)
1 Bund glatte Petersilie (gibt's bei uns auf dem Markt umsonst)
1 Frühlingszwiebel (0,40 €)
1 rosa Knoblauchzehe (circa 0,05 €)
4 EL Olivenöl nativ extra (circa 0,50 €)
100 ml Weißwein (1,00 €)
Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer (circa 0,05 €)
Summa summarum:  4,70 €

Die Miesmuscheln gründlich abbüsten und die Bärte entfernen. In einem großen Topf ganz wenig Wasser erhitzen. Die geputzten Muscheln in den Topf geben und zugedeckt circa 8-10 Minuten kochen, bis sich alle Muscheln geöffnet haben. Muscheln mit einem Schaumlöffeln aus dem Topf nehmen, etwas abkühlen lassen und aus der Schale holen. Muschelsud durch ein feines Sieb gießen.

Frühlingszwiebel und Knoblauchzehe häuten und fein hacken.Petersilieblättchen abzupfen und nicht ganz so fein hacken. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebeln im heißen Öl kurz anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen und etwas einkochen lassen. Von dem Muschelwasser circa 80 ml angießen und ebenfalls ein bißchen einkochen lassen. Petersilie und Muscheln zugeben umrühren und vom Herd nehmen. Mit wenig Salz und Pfeffer würzen und ein paar Tropfen vom besten Olivenöl unterrühren.

Schwarze Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen. In ein Sieb gießen und abtropfen lassen.

Muschelsauce mit den Nudeln gut vermischen und in einer vorgewärmten Schüssel sofort auf den Tisch bringen.



Das wäre dann mein zweiter Beitrag zu Peter G. Spandls Blogevent. Schade, daß man nur zwei Beiträge einreichen darf, denn die Sache fängt an, mir Spaß zu machen...

Blogevent Satte ZWEI für weniger als 5





Kommentare:

Freundin des guten Geschmacks hat gesagt…

Ja genau Margit. Es ist gar nicht so schwer relativ preiswert zu kochen. Und köstlich ist es dann auch noch.

Margit Kunzke hat gesagt…

@Freundin des guten Geschmacks: Du schreibst es. Das Thema gefällt mir so gut, daß ich plane daraus in meinem Blog eine ganze Serie zu machen ;-)

Aus meinem Kochtopf hat gesagt…

Boah! Margit!
Du weißt aber schon um die paradiesischen Zustände, die um Dich herum herrschen. Oder?
1 kg Muscheln für 1,20 Euro - hast Du die selbst "gefangen"? ;-)
Da sieht man mal, wie wichtig der Wohnort als Ausgangspunkt für die Ernährung sein kann.
Ich nehme sofort eine große Portion. Mal sehen ob das auch für drei reicht!

Mit leckerem Gruß, Peter

Susanne hat gesagt…

Ich habe mich schon über die Artischocken gefreut, und jetzt Muscheln. Schön zu sehen, dass regionales und saisonales Kochen nicht nur so viel besser schmeckt, sondern auch noch Geld spart.
Bloß....sollte ich vielleicht doch irgendwohin ziehen, wo es Muscheln udn Artischocken in Mengen gibt....

Margit Kunzke hat gesagt…

@Susanne: Man kann nicht alles haben. Hier sind zwar die einheimischen Produkte naturgemäß billiger als in Deutschland. Dafür zahle ich ein Vermögen, wenn ich einmal ein typisch deutsches Produkt kaufen will. Die sind dann hier die teuren Exoten ;-)

@Peter: Ganz meine Meinung...wenn irgend möglich, versuche ich regional zu kochen, saisonal sowieso. Die galicischen Muscheln sind sehr preiswert. Die besseren Clochinas kosten dann auch schon 3,50 € das Kilo.