Montag, 25. April 2011

Der angebrannte Orangenflan

Orangenflan kann ein heikles Dessert sein, weil er nicht immer so gelingt, wie man ihn gern hätte. Auch süße Orangen enthalten so viel Säure, daß es durchaus passieren kann, daß der Flan nicht fest wird, sondern bei Stürzen seine Form verliert. Dem Geschmack tut das keinen Abbruch. Es ist nur eine Frage der Optik. Doch daß man es schafft, einen Flan, der im Wasserbad gegart wird anbrennen zu lassen, das dürfte nicht allzu häufig vorkommen. Ich habe es geschafft !!!
 

Liebe Freunde aus Deutschland hatten sich über Ostern angesagt, und ich hatte mir diesen Orangenflan als Dessert für den Ostersonntag in den Kopf gesetzt, weil er so gut schmeckt und weil die Orangensaison sich dem Ende zuneigt.  Eigentlich kann man diesen Flan problemlos einen Tag vorher zubereiten und schön kühlen. Da kam am Ostersamstag unverhofft eine ausgedehnte Weinprobe dazwischen und es war am Abend nichts mehr mit Orangenflan zubereiten.
Da war die Welt noch in Ordnung
 So machte ich mich dann am Ostersonntag gleich an die Arbeiten,  die ich wegen der Bacchanalien am Vortag nicht mehr geschafft hatte. Zunächst wurden die Ostereier gefärbt, was ohne Pannen vonstatten ging.  Dann kam der Orangenflan dran. Es lief alles wie am Schnürchen.  Der Orangensaft wurde wunderbar cremig, auch als die Eimasse eingerührt wurde, sah alles gut aus. Die fertige Flanmasse füllte ich in die Flanförmchen, deren Boden mit flüssigem Karamell bedeckt war. Die Förmchen stellte ich ins vorbereitete heiße Wasserbad und auf den Herd. Vorsichtshalber stellte ich auch den Küchenwecker. Und wir setzten uns draußen in die Naya (überdachte Terrasse) und unterhielten uns. Es gibt ja so viel zu bekakeln, wenn man sich ein Jahr nicht gesehen hat.


So nach ungefähr einer Stunde stieg mir plötzlich intensiver Karamellgeruch in die Nase. Du meine Güte, der Orangenflan!!! Ich stürzte in die Küche und sah die Bescherung. Das Wasser war längst verkocht und der flüssige Karamell in den Flanförmchen angebrannt. Lediglich zwei Flan in den Förmchen, die am weitesten außen standen, hatten überlebt. Deren Karamell war zwar auch nicht mehr flüssig, aber zumindest war er nicht angebrannt und der Flan noch eßbar. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Meine Freunde lachten sich halbtot, weil sie meinten, einen Flan im Wasserbad anbrennen lassen, kann auch nicht jeder…

Hier ist das Rezept für den Orangenflan.  Wenn man aufpasst und den Küchenwecker nicht überhört , hat man einen wunderbares Dessert
Eigentlich sollte der Karamell flüssig sein, aber........


Orangenflan
75 Zucker für Karamell
½ l frisch gepreßter Orangensaft
4 Eier
2 Eigelb
150 g Zucker
½ TL Zimt
2 Orangen zum Garnieren
1 TL Butter
1 TL brauner Zucker
2 gehäufte EL Stärkemehl

In einem kleinen Topf 75 g Zucker schmelzen, bis er hellbraun karamelisiert. Vorsichtig, denn es spritzt, 4-6 EL Wasser zugeben und verrühren. Karamell in  6-8 Flan- oder Puddingförmchen füllen und abkühlen lassen.

Stärkemehl in 4 EL Orangensaft auflösen. Den übrigen Orangensaft und den Zucker in einen Topf füllen. Auf den Herd stellen. Stärkemehl mit dem Schneebesen unterrühren. Bei schwacher Hitze solange weiterrühren, bis die Masse eindickt. Vom Herd nehmen.

Eier und Eigelb mit dem Schneebesen gut verrühren, aber nicht schaumig schlagen. Zu dem Orangensaft gießen. Den Topf wieder auf den Herd setzen. Bei kleiner Hitze weiterrühren, bis die Masse eindickt.

Die Masse in die Flanförmchen füllen und im Wasserbad etwa 40-50 Min. bei schwacher Hitze kochen, bis sie fest geworden ist. Etwas abkühlen lassen und für 3 Std. in den Kühlschrank stellen.

Orangen so schälen, daß auch die weiße Haut entfernt wird. Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Oranegnscheiben in der heißen Butter 3-4 Min. braten. Mit dem braunen Zucker bestäuben und weitere 3-4 Min. braten, bis der Zucker sich aufgelöst hat.

Die Flanförmchen vor dem Servieren auf eine Platte stürzen. Mit gebratenen Orangenscheiben garniert servieren.

Kommentare:

bushcook hat gesagt…

Liebe Margit,

endlich habe ich es geschafft den Flan zu machen. Eigentlich wollte ich gerne ein Foto machen und ihn ebenfalls bloggen. Aber die erste Portion haben wir gleich gegessen und die zweite war am nächsten Tag einfach nicht mehr da, als ich von der Arbeit kam. Herr bushcook hat aber glaubhaft versichert, er wüßte nicht und überhaupt....

Er hatte ein wunderbar-feines Orangenaroma, genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Beim Flan habe ich mich genau an das Rezept gehalten (allerdings nur halbe Menge). Bei den Orangen ist mir eingefallen, daß ich ein schönes Dessertrezept mit Orangen und Salbei habe. Deshalb habe ich die Orangen filetiert, Butter, Zucker und ein paar Blätter frischen Salbei in die Pfanne und die Filets nur kurz darin geschwenkt. Das hat toll geschmeckt. So ein Hauch Salbei tut der Orange sehr gut.

Vielen Dank für die schöne kulinarische Inspiration.

Margit Kunzke hat gesagt…

Freut mich, daß euch der Orangenflan gescgmeckt hat. Ich mag ihn auch sehr. Dein Rezept mit den Orangen und dem Salbei werde ich bald ausprobieren. Noch ist ja Orangenzeit in Spanien ;-)