Mittwoch, 17. Oktober 2012

Kürbisspätzle mit Kürbiskernpesto


Es ist unübersehbar Kürbiszeit. Die gelben, grünen und orangefarbenen Kürbisse werden allerorten auf Wochenmärkten und in Hofläden angeboten. Kürbisrezepte jeder Art in fast allen Kochblogs auf. Bei uns gab es heute Kürbis total: Kürbisspätzle mit Kürbiskernpesto.

 Wenn Kürbisse auf dem Markt sind, ist auch Halloween nicht mehr weit, das Fest als dessen Symbol der Kürbis gilt.. Schon in meiner Kindheit haben wir Runkelrüben  ausgehöhlt, Augen, Nase und Mund hineingeschnitten und eine Kerze ins Innere gestellt, ohne damals überhaupt etwas von dem aus den USA nach Europa importierten Halloweenfest gehört zu haben. Obwohl das ja so nicht ganz stimmt. Ursprünglich haben die irischen Einwanderer in den USA den Brauch des Halloween Festes in die USA importiert, denn sie pflegten ihre Bräuche in Erinnerung an die europäische Heimat. In den 1990er Jahren  kam das Halloweenfest von den USA über Frankreich als Re-Import wieder nach Europa zurück und wurde rasch eine kommerziell äußerst erfolgreiche Veranstaltung.

  Das Wort Halloween ist eine Verballhornung All Hallows' Eve, wie die Iren den Abend und die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November nannten, dem katholischen Feiertag Allerheiligen. Gefeiert wurden an Halloween damals das Sommerende und die Rückkehr des Viehs in die Ställe. In dieser Zeit, so glaubte man, seien auch „die Seelen der Toten zu ihren Heimen zurückgekehrt“. Ob es sich dabei um ein ursprünglich keltisches Fest handelt oder doch ein christliches, ist heute unter den Wissenschaftlern umstritten.
  Der Brauch, Kürbisse zum Halloweenfest aufzustellen, stammt jedenfalls aus Irland. Allerdings war der Kürbis damals eine Rübe. Mit diesem Brauch ist auch die gruselige Sage von dem Bösewicht Jack Oldfield verknüpft. Jack Oldfield fing mit einer List den Teufel ein und schwor ihn erst wieder freizulassen, wenn der Teufel Jack O. in Zukunft nicht mehr in die Quere kommen würde. Was dann auch geschah. Als Jack O. starb, konnte er nicht in den Himmel, weil er ein Bösewicht war. Die Hölle war ihm auch versperrt. Erstaunlicherweise hatte der Teufel Mitleid mit dem umherirrenden Bösewicht und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, damit Jack O. fortan nicht mehr im Dunkel umher wandern mußte. Jack O. höhlte die Rübe aus, legte die glühende Kohle hinein, wanderte nun mit Laterne und war seither als Jack O’Lantern bekannt. So nennen auch die Amerikaner den ausgehöhlten Halloween Kürbis. Kürbis verwendete man in den USA, weil es mehr Kürbisse als Rüben gab. Die Fratzen schnitt man in die Kürbisse bzw. Rüben, um böse Geister abzuschrecken. Man weiß ja nie....
 Für die Kürbisspätzle eignet sich m.E. ein Butternutkürbis sehr gut, denn er ist weniger saftig als andere Kürbisarten.Leider bekam ich kein Kürbiskernöl bzw. das, was mir hier als Kürbiskernöl angeboten wurde, überzeugte mich nicht. Die Kürbisspätzle sind übrigens nicht nur wegen des Kürbis' so leuchtend gelb, sondern auch weil ich dazu die Eier meiner ganz besonders glücklichen Hühner nahm.


Kürbisspätzle mit Kürbiskernpesto
 Für die Kürbisspätzle:
300 g Mehl
150 g Kürbispüree (hergestellt aus vorher gekochten Kürbiswürfeln, die dann püriert werden)
2-3 Eier (so viele wie das Mehl aufnimmt)
gemahlener Koriander
evtl. etwas Mineralwasser
Orangensalz
 Für das Kürbiskernpesto:
80-100 g Kürbiskerne
1 Bund glatte Petersilie (knapp 200 g Petersilieblättchen)
1 kleine Knoblauchzehe oder auch nicht
frisch geriebener Parmesankäse
steirisches Kürbiskernöl
kalt gepresstes Sonnenblumenkernöl
Salz und ein wenig abgeriebene Zitronenschale
Bergkäse, für diejenigen, die es herzhaft mögen

 Für das Kürbiskernpesto die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten, bis sie knallen. Mit einer Nußmühle oder im Mörser fein reiben. Knoblauchzehe häuten und sehr fein hacken. Petersilie portionsweise sehr fein wiegen. Alle Zutaten mit den Sonnenblumenöl und den gemahlenen Kürbiskernen gut vermischen. Mit Kürbiskernöl, Salz und etwas frisch abgeriebener Zitronenschale abschmecken.

Für die Kürbisspätzle das Kürbispüree mit den Eiern, Salz, Mehl und gemahlenem Koriander gut von Hand mit einem Teiglöffel verschlagen, bis der Teig Blasen wirft. Den Teig circa 15-20 Minuten quellen lassen. Dann nochmals gut verschlagen.
Anschließend den Teig durch ein Spätzlesieb in kochendes Salzwasser drücken und einmal aufkochen lassen. Wer es will und kann, darf die Spätzle auch mit der Hand vom Brett schaben.
Wenn die Spätzle im Wasser aufsteigen mit einem Schöpfsieb herausnehmen, in ein Sieb schütten und abtropfen lassen. Abgetropfte Kürbisspätzle in eine vorgewärmte Schüssel geben und zusammen mit dem Kürbiskernpesto und dem gehobelten Bergkäse servieren.





Kommentare:

lamiacucina hat gesagt…

ein schnell hergestelltes und mit dem Pesto gut harmonierendes Kürbisgericht. Gut, das man das auch ohne Hallooween essen kann.

Ariane hat gesagt…

Absolut feines Rezept! Außerdem freut es mich, endlich mal eine sehr interessante und profunde Geschichte des Halloween-Brauchtums zu lesen. Ich wusste zwar, dass die Ursprünge in Europa lagen und das Wort auf jene Verballhornung zurückgeht, aber andere, sehr interessante Details waren mir neu. Ich hoffe, dass auch gerade diejenigen das lesen, die immer nur schreien "diesen amerikanischen Mist mache ich nicht mit"! Zwar feiere auch ich kein Halloween, und die kommerzielle Vermarktung ist mancherorts wirklich schrecklich, aber ich denke, dass gerade die am lautesten schreienden Kritiker nichts über die Ursprünge des Fests kennen. Danke!
Liebe Grüße
Ariane

Thea hat gesagt…

Vielleicht stehe ich heute einfach auf der Leitung: Aber was genau ist mit "Kürbispüree" gemeint? Das Rezept klingt einfach zu gut und die Fotos machen einfach zu sehr Appetit, als dass ich auf dieses Gericht verzichten möchte...

Margit Kunzke hat gesagt…

@lamiacucina: Danke Robert. Es dauert natürlich ein kleines bißchen länger, wenn man wie ich das Pesto von Hand macht. Mir gefiel der nussige Röstgeschmack der Kürbiskerne ausnehmend gut.

@ Danke Ariane. Wie gut, daß man kein Halloween braucht, um Kürbisspätzle zu essen ;-)

@Thea: Pardon, manchmal ist man betriebsblind. Ich habe Kürbis geschält, gekocht und dann mit dem Pürierstab fein püriert. Das ist dann das Kürbispüree ;-)

Verboten gut hat gesagt…

Ein tolles Kürbisgericht, ganz nach meinem Geschmack, ich hab die Kerne vom Kürbis aufgehoben und geröstet, damit mache ich ein Pesto. Die Spätzle kann ich mir sehr gut als Kasspätzle vorstellen, hab letztens sowas beim Schubeck gesehen.

LG Kerstin

Margit Kunzke hat gesagt…

@Verboten gut: Danke Kerstin. Käsespätzle kann ich mir auch gut daraus vorstellen. Die möchte der beste aller Testesser mit braun gebratenen Zwiebeln ;-)

Thea hat gesagt…

Danke, liebe Margit, und herzliche Grüße aus einem sonnigen Berlin!

Margit Kunzke hat gesagt…

Bitteschön Thea. Deine Frage habe ich als Anregung genommen und im Blog erklärt, was ich mit Kürbispüree meine ;-)

grain de sel hat gesagt…

Haben eine tolle Farbe, die Spätzle. Sehr schöne Idee!

Margit Kunzke hat gesagt…

@grain de sel: Dankeschön. Die gelbe Farbe verdanken die Spätzle dem Eigelb meiner außerordentlich glücklichen Hühner. Das färbt ungemein..

Antonia Griesbacher hat gesagt…

Hallo!
Würde das Gericht gerne ausprobieren. Habe dazu nur eine Frage - in welcher Größenordnung bewegt sich die Petersilie für's Pesto? Ein Bund?
Liebe Grüße aus der Steiermark,
Antonia

Margit Kunzke hat gesagt…

@Antonia: Da hast Du mich erwischt ;-) Die genaue Menge der Petersilie habe ich nicht dazu geschrieben. Es handelt sich um einen Bund glatte Petersilie. Der wiegt hier in Spanien so zwischen 200 und 250 g. Da aber die Stiele dran sind, die ich nicht verwende, müssten es knapp 200 g Petersilieblättchen sein. Laß es Dir schmecken. Gruß aus Spanien