Mittwoch, 12. Oktober 2011

Tapa Nr. 25: Was haben Alfred Sisley, Pierce Brosnans Frau Keely und Walnüsse gemeinsam?

Alfred Sisley, Sohn englischer Kaufleute, wollte lieber Maler statt Kaufmann werden. Deshalb ging er 1862 nach Paris und trat in das Atelier des Malers Charles Gleyre ein, wo er Auguste Renoir und Claude Monet kennenlernte. Von Sisley stammt das Stillleben Trauben und Nüsse, das er um 1880 malte. Berühmt sind vor allem Sisleys Bilder der Seine und ihrer Brücken in den damaligen Pariser Vorstädten.
Sisley wurde von Vincent van Gogh als der schüchternste und sanfteste der französischen Impressionisten bezeichnet.
Alfred Sisley - Raisins et noix sur table - Boston Museum of Fine Arts

Keely Brosnan, Pierce Brosnans Ehegespons, behauptet, sie habe eine ernste und dauerhafte Verletzung ihrer Gesundheit erlitten, weil sie in Santa Monica im Restaurant R&D Kitchen in ein Stück Karottenkuchen gebissen habe, in dem sich ein Stückchen einer Walnußschale befand. Seitdem leide sie an Zahnschmerzen. Madame Keely soll rechtliche Schritte gegen das Restaurant eingeleitet haben und verlangt ein Schmerzensgeld in bisher nicht genannter Höhe. Die USA, das Land der unbegrenzten VerdienstMöglichkeiten...

Deshalb sollte beim Knacken von Walnüssen Vorsicht walten lassen, damit sich nicht ein Stück harte Schale unter die Kerne schleicht.  Vor allem, wenn Madame Brosnan zum Essen erwartet wird....

Walnüsse spielen auch eine Hauptrolle bei meiner Tapa Nr. 25 Kirschtomaten mit Schinken und Walnußvinaigrette. Jetzt im Herbst gibt es endlich wieder die leckeren Schälnüsse. Diese Walnüsse sind mir die liebsten, weil sie so herrlich süß und aromatisch schmecken.  Mit Kirschtomaten und spanischem Jamón Serrano oder jedem anderen rohen Schinken und Walnüssen ist schnell eine interessante Tapa gemacht. Der Pfiff an dieser Tapa ist die Vinaigrette aus Walnußessig, feinem, spanischem Olivenöl, gehackten Walnüssen und Zimtbasilikum.

 Die Walnuß war Baum des Jahres 2008. Walnußbäume gehören zu den ältesten bekannten Bäumen. Bekannt sind sie schon seit 7.000 vor Christus. Ursprünglich stammt die Walnuß aus Persien. Auf Handelswegen wanderte sie sowohl nach Zentralasien und China als auch ins klassische Griechenland und später ins Römische Reich. Die Römer lernten den Walnußbaum über die Griechen kennen und haben ihn in ihren Gärten eingeführt. Apicius, der berühmte Kochbuchautor der Antike, erwähnt die Walnüsse.
In Frankreich tauchten die ersten Walnußbäume der Legende nach um das 4. Jahrhundert herum auf. Ein Herr von Vinay pflanzte sie um Garten seines Schloßes in der Nähe von Saint-Marcellin, der Hauptstadt der Dauphiné. Über Gallien gelangte die aromatische Walnuß nach Deutschland. Hier wurde der Baum zunächst Walchbaum genannt. Als Walchen wurden damals die Bewohner Galliens bezeichnet. Im achtzehnten Jahrhundert ist daraus der Name Walnußbaum entstanden.

In der Antike war die Walnuß in heiliger Baum des Dionysos, der Artemis und des Jupiter. Walnüsse waren nicht nur ein Symbol der Fruchtbarkeit, sondern auch der Unsterblichkeit. Der Walnußbaum galt auch als Abwehrmittel gegen Hexen, böse Geister und Blitze. Er wurde deshalb oft ums BauernHaus oder in den Hof gepflanzt. Wer unter einem Walnußbaum einschläft, heißt es, würde nicht wieder aufwachen – und eine Hexe könne sich nicht mehr bewegen, wenn man ihr eine Walnuß unter den Stuhl legt.

Einen besonderen Ruf haben die Walnüsse aus Grenoble, die sogar ihre eigene Appellation Controllée haben. Bereits 1938 wurde eine Verordnung erlassen, die die Sorten und die Anbauflächen der Noix de Grenoble bestimmt.


Der Walnußbaum hat weder auffallende Blüten noch Früchte, aber dafür bietet er zwei Dinge von allerhöchster Qualität:  wunderschönes, edles Holz und herrlich schmeckende Nüsse. In dem interessanten Artikel "Walnüsse als Hausmittel" steht: ...schon vor hundert Jahren die Walnuss als wertvolles Nahrungsmittel für Gicht- und Nierenkranke galt und sie Kindern und Jugendlichen als Kalzium-Lieferant für Zähne- und Knochenaufbau gegeben wurde, stehen im Zeitalter der Überernährung und daraus resultierender Volkskrankheiten andere Vorteile im Vordergrund: Ihr reicher Gehalt an ungesättigten Fettsäuren macht die Walnuss so wirksam im Kampf gegen zu hohe Cholesterinwerte und gegen die Bildung der sogenannten Plaque in den Arterien. Allerdings ist sie auch eine Kalorienbombe: 100 g Walnusskerne schlagen mit rund 700 Kalorien zu Buche. Tröstlich dabei ist, dass Ernährungsexperten den Genuss von fünf Walnüssen pro Tag für ausreichend, aber äußerst empfehlenswert halten....

Aus Walnüssen werden auch wohlschmeckendes Walnußöl und aromatischer Walnußessig hergestellt. Walnußessig habe ich für diese Tapa verwendet.



Tapa Nr. 25: Kirschtomaten mit Schinken und Walnußvinaigrette
2-3 Kirschtomaten pro Person
roher Schinken, am besten den spanischen Jamón Serrano
1 Handvoll frischer Walnüsse
Walnußessig
bestes fruchtiges Olivenöl nativ extra der Sorte Picual
unbehandeltes Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
ein paar Blätter Zimtbasilikum
Zahnstocher

Kirschtomaten halbieren  Walnüsse entkernen. Die Kerne grob hacken. Zimtbasilikum in kleine Stücke zerscheniden. Schinken in breite Streifen schneiden.

Aus Walnußessig, Olivenöl, Meersalz und Pfeffer eine Vinaigrette rühren. Walnußkerne und Zimtbasilikum hinzufügen.

Eine Tomatenhälfte mit der Schnittseite nach oben legen. Einen zusammengeklappten Schinkenstreifen darauf legen. Darüber kommt die andere Tomatenhälfte mit der Schnittseite nach unten. Mit einem Zahnstocher feststecken. Mit der Walnußvinagrette beträufeln. Nach Geschmack noch mit ein wenig frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer bestreuen.
 P.S. Die  Bilder- oder Mediendateien sind gemeinfrei,  weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für alle Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 Jahren oder weniger nach dem Tod des Urhebers. Diese fotografische Reproduktion wird daher auch als gemeinfrei angesehen.

Kommentare:

lamiacucina hat gesagt…

Wer sagt eigentlich, dass man sich von Tapas Nr. 25 nicht sattessen dürfte ?

Margit Kunzke hat gesagt…

Wenn Dir die Tapa Nr.25 schmeckt, Robert, darfst Du davon so viel wie Du magst essen. Mit Baguette oder Nussbrot kann sie ein leichtes Abendessen sein, oder?