Dienstag, 31. Januar 2012

Weißes: Gnocchi aus Süßkartoffeln mit Knoblauchschaum

Gerichte ganz in Weiß sind für den Blog-Event Cookbook of Colors: Gerichte mit weißer Weste sind im Januar gefragt! von Highfoodality gewünscht. Ajoblanco aus Pinienkernen wäre so ein Gericht, ist aber als kalte Suppe für diese Jahreszeit nicht ganz passend. Da habe ich mich lieber für Gnocchi aus Süßkartoffeln mit Knoblauchschaum entschieden. Das weißeste Weiß kam dabei zwar nicht heraus, mehr so ein cremeweiß. Doch Uwe schrieb ja schon, daß die Eskimos besonders viele Termini für weißen Schnee kennen. Was, wie ich in Wikipedia fand, ein weitverbreitert Irrtum ist. Sie haben offenbar nicht viel mehr Wörter für Schneefarben als andere Sprachen, dafür aber viele zusammengesetzte Wörter mit Schnee. Die kennt auch die deutsche Sprache: Pulverschnee, Sulzschnee, Neuschnee, Schneematsch, Schneeschmelze, Schneeflocken, Schneefall, Schneekristall, Firnschnee, etc.

Wie dem auch sei, ganz erstaunlich fand ich die Tatsache, daß "bei Fernsehgeräten und Computermonitoren die Farbe Weiß durch eine additive Mischung gleicher Intensitäten der Farben Rot, Grün und Blau entsteht."  Da hätte Goethe ganz schön gestutzt. Schrieb er doch in seiner Farbenlehre:  "Weder aus apparenten Farben kann farbloses Licht noch aus farbigen Pigmenten ein weißes zusammengesetzt werden."
Interessant ist auch, daß wir in unserer westlichen Kultur die Farbe Weiß mit Freude verbinden, während bei den Buddhisten Weiß und bei den Chinesen Cremeweiß die Trauerfarbe ist.

Damit die cremeweißen Gnocchi mit der knoblauchweißen Schaumsauce nicht ganz so traurig wirken, habe ich in feine Julienne geschnittene Frühlingszwiebelstreifen darüber gestreut. Mit dem Foto bin ich nicht ganz glücklich. Das werde ich noch einmal besser machen, denn die Süßkartoffelgnocchi mit dem Knoblauchschaum schmeckten ausgezeichnet.


Ganz in Weiß: Gnocchi aus Süßkartoffeln mit Knoblauchschaum
Für die Gnocchi:
400 g weißfleischige Süßkartoffeln
circa 100 g Mehl
1 Eigelb
Zitronensalz
Zitronenpfeffer
1/2 TL Raz al Hanout
Für den Knoblauchschaum:
2 Knoblauchzehen
das Weiße einer Frühlingszwiebel
mildes Olivenöl nativ extra
80 ml Geflügelfond
60 ml Sahne
Salz und weißer Pfeffer
1 Spritzer Zitrone

Süßkartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In Wasser circa 20-25 Minuten kochen. In ein Sieb schütten und gut abtropfen lassen. Durch die Kartoffelpresse drücken. Mehl, Eigelb und Zitronensalz dazugeben. Mit dem Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig verkneten. Mit Zitronenpfeffer und Raz el Hanout abschmecken.

Auf dem Süßkartoffelteig mit nassen Händen kleine Kugeln formen. Diese auf einen bemehltes Brett legen. Mit einer nassen Gabel Rillen in die Kugeln drücken.

Salzwasser zum Kochen bringen. Die Süßkartoffelgnocchi im heißen Wasser 4-5 Minuten sieden lassen, bis sie nach oben steigen. Gnocchi mit dem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen lassen und warm halten.

Für den Knoblauchschaum das Weiße der Frühlingszwiebel in Julienne (ganz feine Streifen) schneiden. Knoblauchzehen häuten und fein hacken. In wenig Olivenöl mit einer Prise Salz bei geringer Hitze karamellisieren lassen. Zusammen mit etwas Geflügelfond mit dem Pürierstab pürieren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Wieder in den Topf geben und die Sahne langsam einlaufen lassen. Mit dem Pürierstab schaumig aufschlagen.

Gnocchi auf vorgewärmten Tellern anrichten. Mit fein geschnittenen Frühlingszwiebelstreifen und frisch gemahlenem weißem Pfeffer bestreuen und den Knoblauchschaum darüberschöpfen. Sofort servieren.



Kommentare:

lamiacucina hat gesagt…

am weiss gibts nichts zu beanstanden, und da es zudem noch schmeckt...

Barbara hat gesagt…

Schön weiß!

Pastinaken-Gnocchi habe ich mal gemacht, aber noch nie welche aus Süßkartoffeln. Die Süßkartoffeln, die ich bisher hatte, wären dafür auch zu orange gewesen.

Margit Kunzke hat gesagt…

Danke @ Robert:-) nur das Foto ist mir nicht so gut gelungen wie die Gnocchi...

@Barbara: Die Gnocchi kann man sicher auch mit gelbfleischigen Süßkartoffeln zubereiten. Hier war halt Weiß gefragt;-)