Samstag, 20. August 2011

Götterspeise: Feigen und Kirschen in Rotweingelee

Ambrosia wurde die Speise genannt, die nur den griechischen Göttern vorbehalten war und sie unsterblich machte. Ich hätte immer gern gewusst, was diese Speise eigentlich war. Sie muß göttlich geschmeckt haben. Nicht weil ich unsterblich werden wollte, sondern weil es mich interessierte, was die Götter da naschten.
Das was einstmals nur Zeus und KollegInnen vorbehalten war, dürfen heutzutage auch wir Menschen in Form von göttlichen Desserts genießen. Eines davon heißt tatsächlich Götterspeise. Allerdings versteht man je nach Region nicht immer die gleiche Süßspeise darunter.

Für die Deutschen Süßmäuler ist  die Götterspeise eine Süßspeise aus Gelatine in knalligen Farben grün, rot oder gelb. Man kennt diese Götterspeise auch als Wackelpeter oder Wackelpudding, weil man sie gestürzt so schön zum Wackeln bringen kann. Sie stammt von Dr. Oetker und ist seit 1912 auf dem Markt. Man ißt sie gern mit Sahne oder Vanillesauce. Als Kind liebte ich diese Götterspeise. Mittlerweile mache ich mit meine Götterspeise lieber selber.

 Aber auch Süßspeisen aus Creme und Früchten werden Götterspeise genannt. Das ist die Variationsbreite groß. Die Götterspeise der Franzosen heißt Diplomate oder Bavarois und ist im weitesten Sinn eine Art Vanillepudding mit Früchten. Der Name Diplomate stammt angeblich aus dem 19. Jahrhundert, als das Dessert erstmals bei einem Menu anlässlich einer diplomatischen Konferenz 1908 serviert wurde, wo es um die Annexion der Provinzen Bosnien und Herzegowina an Österreich-Ungarn ging.

Die Schweizer hingegen verstehen unter Diplomat eine Patisserie auf der Basis von Vanillecreme, Sahne und frischen Früchten. Die Götterspeise der Schweizer ist wiederum ein Schichtdessert aus Zwieback, Vanillecreme, Sahne und Früchten oder Früchtekompott. Ein naher Verwandter des Trifle, der englischen Variante der Götterspeise, der schon seit Jahrhunderten bekannt und beliebt ist.
 Von meiner böhmisch-wienerischen Großmutter kenne ich ein ähnliches Rezept: In reichlich Rum getränkte Biskuitzungen, abwechselnd geschichtet mit frischen Früchten und Sahne. Wir nannten das ganz einfach die Rumspeis'n. Ob das zu den Götterspeisen zählt, weiß ich nicht. Aber es schmeckte göttlich.


 Auch ein hausgemachtes Fruchtgelee mit frischen Früchten ist eine Götterspeise.
Es sieht schön dekorativ aus,  macht aber etwas mehr Arbeit, als ein gewöhnlicher Fruchtsalat. Dafür sind die Früchte in Gelee im Sommer besonders erfrischend. Und man kann sie meistens schon am Vortag vorbereiten. Statt Gelatine kann man auch Agar-agar nehmen. Doch das bekomme ich hier nicht.

Bei Fruchtgelee kann man mit Früchten aller Art experimentieren. Exoten wie Kiwis, Ananas und Papayas, eignen sich allerdings gar nicht. Sie enthalten Stoffe, die das Gelieren von Speisen verhindern. Auch frische Feigen enthalten einen gelatinespaltenden Stoff. Der fängt jedoch erst circa drei Stunden nach dem Erstarren an, die Gelatine wieder aufzulösen, wie ich bei meinen Feigen in Rotweingelee feststellen mußte. Bei der großen Auswahl an einheimischen Früchten wie Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Heidelbeeren, Johannisbeeren, etc., etc. gibt es keine Standhaftigkeitsprobleme.




Feigen und Kirschen in Rotweingelee
8 frische Feigen
150 g Kirschen
80 g Zucker
6 Blatt rote Gelatine
1 Zitrone
gut 1/8 l Rotwein oder Portwein

Ein EL Zucker mit 2 EL Wasser aufkochen. Die Kirschen darin 2-3 Minuten schwenken. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
Gelatine einweichen. Den restlichen Zucker mit der dünn abgeschälten Zitronenschale mit 1/4 Liter Wasser aufkochen. Topf vom Herd nehmen, Zitronenschale entfernen. Die ausgedrückte Gelatine im Sud auflösen. Rotwein und Zitronensaft einrühren. Abkühlen lassen.

Spitzen der Feigen abschneiden und die Feigen halbieren. In eine flache Form legen. Die abgetropften Kirschen drumherum verteilen. Rotweinsud darübergießen und im Kühlschrank fest werden lassen. Möglichst gleich servieren, wenn das Rotweingelee fest geworden ist, denn das Gelee wird wegen der Feigen nach einiger Zeit wieder flüssig. Wie man auf dem Foto sieht.....





1 Kommentar:

jemand bloggt hat gesagt…

Leeeeeeeeeeeecker! Wie gut, dass ich Montag einkaufen muss:)
Liebe Grüßlis!