Dienstag, 1. Februar 2011

Nachgekocht: Gnocchi mit Harissa und Mohnbutter aus Schuhbecks Gewürzbuch

Für eine Freundin sollte ich Schuhbecks Kochbuch "Meine Küche der Gewürze" mitbringen. Eines der Rezept hat mich auf Anhieb zum Nachkochen gereizt: Gnocchi mit Harissa und Mohnbutter. Ich finde die Kombination von würzig-pikanten Gnocchi mit nussiger Mohnbutter ausgesprochen interessant. Da meine marokkanischen Harissaflocken in Spanien sind und ich in Deutschland bin, nahm ich Harissapaste und Chiliflocken. Leider sehen die Gnocchi mit Harissa und Mohnbutter auf dem Foto lange nicht so gut aus, wie sie schmecken.

Wenn es um Gewürze geht, ist Alfons Schuhbeck ganz in seinem Element. In jeder Kochshow liebt er es, sein Wissen dozierend an den Mann respektive an die mitkochenden Kolleginnen und Kollegen zu bringen.

Schuhbecks Buch ist m.E.weder ein wirklich gutes Gewürzbuch, noch ein Kochbuch. Von beiden gibt es wesentlich bessere. Selbst von Schuhbeck. "Meine bayrische Küche" ist da deutlich besser, auch was das Niveau der Rezepte anbelangt.

Es sind rund 70 Gewürze aufgeführt, die Beschreibungen sind gut, aber auch nicht so außergewöhnlich, als das man sie nicht in einem guten Gewürzlexikon finden könnte. Ebenso ist die Auswahl der beschriebenen Gewürze auch nicht besonders spektakulär.
Die Rezepte allerdings erschlagen einen oft mit Unmengen an Zutaten, die die Lust am Nachkochen schmälern.
Mich persönlich stört auch, daß Vanille, offenbar Schuhbecks Lieblingsgewürz, in fast jedem Gericht auftaucht und daß in manchen Rezepten eine wahre Geschmackskakophonie von zehn und mehr verschiedenen Gewürzen zu finden ist. Gewürze, die oft nicht zueinander passen. Hauptsache exotisch.
Eines der wenigen Rezepte das mir in diesem Buch gefällt, sind diese Gnocchi. Als einziges Gewürz kommen Harissaflocken hinein.

Gnocchi mit Harissa und Mohnbutter nach Schuhbeck
750 g Ricotta
140 g Parmesan
3 Eier
3-4 EL Harissaflocken
2 EL zerlassene braune Butter
Salz
270 g doppelgriffiges Mehl
Für die Mohnbutter:
100 g braune Butter
1 Knoblauchzehe
20 g Mohnsamen
Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Ricotta, geriebenen Parmesan, Eier, Harissa, Butter und Salz gut verrühren. Zuletzt das Mehl gut unterrühren.

Die Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben. Den Gnocchiteig zu Rollen von 2 cm Durchmesser formen. Dann mit einem Messer 1-2 cm lange Stücke abschneiden. Mit einer Gabel vorsichtig Rillen in die Gnocchi drücken.

Salzwassser zum Kochen bringen. Die Gnocchi im siedendem Salzwasser garen. Wenn sie an die Oberfläche steigen noch 2 Min. ziehen lassen. Mit dem Schaumlöffel herausheben und abtropfen lassen.

Für die Mohnbutter die Butter zusammen mit der ungeschälten Knoblauchzehe schmelzen. Mohnsamen zufügen und mit erhitzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Knoblauchzehe entfernen.

Die abgetropften Gnocchi kurz in der Mohnbutter erhitzen. Mit frisch gemahlenem Parmesan bestreut servieren.

Kommentare:

Gourmet-Büdchen hat gesagt…

da bin ich total bei Dir, Gewürzbücher gibt es bei weitem Bessere und die Rezepte sind so abstrakt, dass man meinen könnte ihm ist alles egal, Hauptsache anders. Wieder trifft bei Herrn Schubeck die Aussage 100 % zu: WENIGER IST OFT MEHR!

Margit Kunzke hat gesagt…

Da sind wir uns einig. So ein Gewürzmischmasch, wie ihn Schuhbeck empfiehlt, schmeckt nicht. Ich hab's ausprobiert..

Bille hat gesagt…

Hallo Margit!

Ich bin gerade auf deine Seite gestossen, da ich sehen wollte, ob dieses Rezept irgendwo schon online steht, damit ich es auf meinem Blog verlinken kann. Wir haben die Harissa-Gnocchi gestern gekocht, und ich fand sie total lecker. Das Schuhbeck-Buch habe ich zum Geburtstag von meinem Vater bekommen. Leider geht es mir wie dir: Ich finde das Buch an sich toll, aber viele Rezepte haben so viele (oft auch teure) Zutaten, dass es für den Studentengeldbeutel einfach zu teuer ist. Allerdings sind auch sehr leckere Sachen dabei. Empfehlen kann ich die Linguine mit arabischem Sugo. Nicht zu viele Gewürze und eine sehr leckere Zusammenstellung.
Übrigens: unser Blog findet sich unter www.365meals.de

lg
Sybille :)

Margit Kunzke hat gesagt…

Danke Bille :-)
Da sind wir uns ja einig. Schuhbecks Gewürzbuch ist nicht besser und nicht schlechter als andere Gewürzbücher.
Die Linguine mit arabischem Sugo werde ich gern mal nachkcochen;-)