Donnerstag, 24. Februar 2011

Indiens bekanntestes Geflügel: Tandoori Huhn

Leuchtend orange-gelb und manchmal feurig scharf ist das Tandoori Huhn aus der Punjab Region in Indien. Das Huhn wird mit einer würzigen Paste aus Joghurt und verschiedenen Gwürzen wie Paprika, Chili, Garam Masala, Kurkuma, angerösteten Kardamomkapseln, etc. vor dem Braten eingerieben.


Tandoori Chicken ist eines der bekanntesten Gerichte der indischen Küche.
Das Huhn hat seinen Namen nach dem indischen Lehmofen Tandoor. Der war in die Erde eingelassen und unten mit Holzkohle befüllt. Ursprünglich war er zum Backen von Fladenbrot gedacht und konnte bis zu 300°C heiß werden. Dann nutzte man die Restwärme aus, um u.a. ein Hähnchen zu garen.Das Hähnchen wird zuvor mit Joghurt eingerieben, der mit der Tandoori Paste gewürzt ist. Indiens erster Premierminister Pandit Nehru liebte Tandoori Hühnchen so sehr, daß es regelmässiger Bestandteil der amtlichen Bankette war.
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Tandoori Masala oder Tanduri Masala ist eine indische Gewürzmischung aus scharfen und aromareichen Gewürzen für Gerichte, die im Tandur zubereitet werden. Bestandteile des Tandoori Masala sind vor allem Chilischoten, Kreuzkümmel und Koriandersamen.
Für die Marinade werden die vorbereiteten Gewürze mit Joghurt vermischt, zusammen mit Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Salz und Zitronensaft. Der Farbe wegen wird manchmal noch Safran hinzugegeben. Die rötliche Farbe der Marinade stammt von Cayenne-Pfeffer oder Chilipulver, und auch Kurkuma oder Safran werden verwendet, was der Marinade eine gelblichere Farbe verleiht. Manche fertige Tandooripasten enthalten heute leider auch schon rote Lebensmittelfarbe.

Man kann eine fertige Tandoori Gewürzpaste kaufen (z.B. im Schweyzer Gewürzstand in der Stuttgarter Markthalle) oder seine Tandoori Gewürzmischung selbst zubereiten.

Die selbst hergestellte Mischung sollte man möglichst immer frisch zubereiten und nicht auf Vorrat. Sie ist dann viel aromatischer. Man stellt sie z.B. aus Kurkuma, edelsüßem Paprika, Rosenpaprika, getrockneten Chilischoten, Safran, Garam Masala, Kardamomkapseln, Muskat her. Die Gewürze werden in einer Pfanne kurz angeröstet. Wenn es richtig gut duftet vom Herd nehmen. Die Gewürze in einem Mörser fein zerstossen. Die Mischung immer frisch herstellen.


Tandoori Huhn
4-5 Hühnerschenkel oder Hühnerbrust
500 g Naturjoghurt
1 Stück Ingwerwurzel
1 EL süßes Paprikapulver
1-2 Knoblauchzehen
Saft 1 Zitrone
abgerieben Schale 1/2 Zitrone
3-4 EL Tandooripaste

Den Joghurt mischt man mit geriebenem Ingwer, etwas Zitronensaft, Paprikapulver und abgeriebener Zitronenschale, fein gehacktem Knoblauch und Tandoori Paste gut vermischen. Es empfiehlt sich, etwas Kartoffelmehl mit ein zu rühren. Dann gerinnt der Joghurt beim Braten nicht.

Die Haut der Hühnchenteile entfernen. Das Fleisch mit einem scharfen Messer an einigen Stellen einschneiden.
Etwa Marinade in eine flache, feuerfeste Form gießen. Dann die Hühnchenteile in eine große flache Form geben. Mit zwei Drittel der Gewürz-Joghurtmischung bedecken. Mit Folie abdecken und im Kühlschrank 24 Stundren marinieren.

Ofen auf 200°C vorheizen. Form mit den Hühnchenteile in den Ofen schieben. Circa 45-50 Minuten braten, bis das Fleisch gar ist. Dabei immer wieder mit der Marinade bstreichen.

Bei mir gab's zu dem Tandoori Hühnchen knackig gedämpfte Dinkelkörner und den Rest der Marinade als Sauce.

Kommentare:

bushcook hat gesagt…

Liebe Margit,

vielen Dank für diesen schönen Artikel. Mir sind spontan so viele Dinge durch den Kopf gegangen. Hoffentlich darf ich einfach mal so ins Unreine sprechen...

- Huhn/Tandoori, weshalb gibt es kein Lamm/Tandoori? Vor vielen Jahren habe ich ein wunderbares Rezept kennengelernt, wobei man Lammrücken mit Zwiebeln und Joghurt mariniert und dann grillt.

- Bei Deiner Beschreibung über den Ofen hatte ich sofort wieder diesen unglaublichen Geschmack und Knusper auf der Zunge vom jemenitischen Fladenbrot. Dieses Brot wird in den Öfen an die Wand geklebt und nach Deiner Beschreibung sind die Öfen ähnlich.

- Die jemenitische Küche ist für mich eine der wunderbarsten Küchen, die ich jemals essen durfte. Ich habe es immer als Verbindung zwischen den arabischen und indischen Aromen gesehen. Dein Bericht hat so einiges an Erinnerung geweckt und ich bin mir sicherer, über die glückliche Verbindung im kulinarischen Jemen.

Und jetzt komme ich zurück auf meine erste Frage. Wenn sich arabische und indische Aromen harmonisch verbinden können, wäre dann ein Lamm-Tandoori nicht auch möglich?

Auf jeden Fall habe ich mit großem Genuß gelesen.

lg
bushcook

Margit Kunzke hat gesagt…

Freut mich, daß es Dir gefallen hat Bushcook.
Übrigens: Tandoori Lamm gibt es auch. Dazu wird Lammkeule entbeint und zusammengerollt. Dann verfährt man im Prinzip wie beim Huhn. Nur die Garzeit ist mit circa anderthalb Stunden etwa länger.