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Freitag, 25. September 2015

Elsässischer Apfelkuchen für eine Million

Fast hätte ich es übersehen: Just als ich diesen Kuchen buk, verzeichnete mein Blog genau 1.001.145 Aufrufe.  Das ist für mich ein Grund zum feiern und zum freuen. Deshalb funktioniere ich diesen Kuchen kurzerhand zu einem Millionen-Kuchen um.
Da ich den Blog nun seit knapp fünf Jahren betreibe, sind das, statistisch gesehen, etwa 200.000 Aufrufe im Jahr. Für alle, die ein wenig Statistik mögen: Mit 27.242 Klicks war mein Rezept für schwäbische Maultaschen das meistbesuchte. Gefolgt von der Hähnchen Tajine mit Salzzitronen und Couscous, (18.200), aromatisierte Salze (7.422), und erstaunlicherweise das Rezept für Kutteln (6.597) und die marokkanischen Salzzitronen 5.090. Insgesamt habe ich 815 Beiträge geschrieben. Besonders fleißig war ich im ersten Jahr 2011 mit197 Rezepten. Die meisten meiner Besucher stammen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und den USA, Spanien und Frankreich. 1.181mal wurden meine Rezpte kommentiert.
Ich danke allen, die sich für meinen Blog und meine Rezepte interessierten. Auf die kommenden fünf Jahre.........

Elsässischer Apfelkuchen für eine Million Klicks
Für den Teig:
100 g weiche Butter
100 g feiner Zucker
1 Vanillezucker
3 Eier
1 Zitrone
250 g Mehl
1/2 Päckchen Backpulver
circa 1/8 l Elsässer Weißwein
Für den Belag:
circa 6-8 Äpfel (am liebsten Cox Orange)
Für die Form:
1 TL Butter
1 EL feine Semmelbrösel
Und dann noch:
Puderzucker

Den Backofen auf 180ºC vorheizen. Butter und Zucker schaumig rühren. Nach und nach die Eier unterrühren. So lange rühren, bis der Zucker aufgelöst ist. Etwas Zitronensaft und die abgeriebene Schale einer halben Zitrone dazugeben.

Mehl und Backpulver mischen. Durch ein Haarsieb sieben und nach und nach unter die Schaummasse rühren. So viel Weißwein unterrühren, bis der Teig leicht vom Löffel fällt.

Eine Springform von 24 cm Durchmesser mit der restlichen Butter ausstreichen. Semmelbrösel auf dem Formboden verteilen. Die Form umstülpen, um die überschüssigen Semmelbrösel zu entfernen. Dann den Teig in die Form füllen.

Äpfel schälen. Je nach Größe halbieren oder vierteln. Das Kerngehäuse entfernen. Die runde Seite der Äpfel rautenförmig mit einem Messer einschneiden. Mit der runden Seite nach oben dicht an dicht auf den Teig legen. Die Form in den Ofen schieben und bei 180ºC circa 75 Minuten backen.

Den Elsässer Apfelkuchen nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestreuen.

P.S. Dieser Apfelkuchen ist so einfach zu Backen, dass er auch Back-Legasthenikerinnen wie mir problemlos gelingt.
Tarta de manzana alsaciana
Para la masa:
100 g de mantequilla blanda
100 de azúcar fino
1 vainilla azucarada
3 huevos
1 limón
250 g de harina
1/2 paquetito de levadura química
apr. 1/8 l de vino blanco de Alsacia
Para la capa:
6-8 manzanas
Para el molde:
1 cucharadita de mantequilla para el molde ( redondo con muelles)
1 cuchara de pan molido
azúcar glas

Lo primero es encender el horno y ponerlo a 180ºC por arriba y por debajo.
Después vamos a preparar el molde, engrasándolo un poco de mantequilla y echándole un poco de pan rallado a continuación.

Empezamos batiendo los huevos con la mantequilla hasta que quede al azúcar totalmente disuelto. Le echamos poco a poco los huevos y continuamos batiendo. Si empleas una batidora de varillas será mucho mejor, sobre todo porque más adelante será de mucha ayuda para seguir mezclando cuando añadamos el resto de ingredientes. Echa por ultimo la harina tamizada junto con la levadura, poco a poco y sin dejar de mezclar añadimos el vino blanco. Al acabar vierte esta masa resultante en el molde que habíamos preparado anteriormente.

El siguiente paso es pelar la manzana y cortarla en mitades o cuartos según tamaño. Quitamos el corazón y cortamos la parte redonda de las manzanas con un cuchillo en forma rombal. Ponemos las manzanas con la parte redonda por arriba sobre la masa.

El horno ya estará a 180º, así que metemos el molde y lo dejamos hornear unos 75 minutos más o menos, comprobando siempre antes de sacar que por dentro está bien hecho y no está crudo. Si observamos que la parte de arriba se está tostando mucho, lo mejor es cubrir la tarta con un trozo de papel de aluminio, o bien dejar el horno con el calor activado únicamente por la zona de arriba, de esta forma evitaremos que se quemen.
Sacamos la tarte del horno y dejamosla enfriar. Al final la polvoreamos con azúcar glas.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Lachs aus dem Backofen mit Karden und Schwarzbier-Apfelsauce

Von den Karden muß man auf dem spanischen Wochenmarkt immer die ganze Staude kaufen. Die wiegt gut und gern anderthalb Kilo. Das reicht locker für 3-4 Kardo-Gerichte. Lange aufheben kann man frische Karden nicht, denn sie welken schnell. Also habe ich erst einmal alle geputzt und gekocht. In gekochtem Zustand halten Karden länger als eine Woche im Kühlschrank.
An der Reaktion der Leser meines Blogs habe ich gemerkt, daß Karden in Deutschland leider doch recht unbekannt und schwer erhältlich sind. Die Schweizer sind da schon ein ganzes Stück weiter. Als Cardon épineux genevois sind die Kardy - wie man sie bei den Eidgenossen nennt - als bisher einziges Gemüse der Schweiz bereits im Jahr 2003 ins Register der Ursprungsbezeichnung AOC eingetragen. In und um Genf werden Kardy traditionell zu Weihnachten gegessen. In der Deutschschweiz war oder ist das Blattstielgemüse bis dato noch nahezu unbekannt. Da sieht man wieder einmal, was der französisch nachbarliche Einfluß auf die Schweizer Gastronomie ausmachen kann.
Wer einen Garten hat, kann es ja einmal versuchen, selbst ein paar Karden zu ziehen. Dann hat man im Winter noch ein zusätzliches frisches Gemüse. Ab April kann man die Cardy in Töpfen vorziehen. Für die Saat im Anzuchttopf verwendet man entweder Kompost oder normale Blumenerde. In jeden Topf kommen fünf Samenkörner, die in vernünftigem Maß angegossen werden. Ab Mitte Mai können die Sämlinge pikiert werden. Dabei werden nur die kräftigsten Pflanzen umgesetzt. Da die Karde eine besonders hungrige Pflanze ist, muß sie ab August monatlich mit Flüssigdünger oder Flüssigmist versorgt. Ab Ende Oktober können die Kardenstiele dann geerntet werden. Wer sich die Mühe machen will, kann die Karden auch etwa ab Anfang Oktober ausbleichen. D.h. die unteren Blätter mit Stoff, Stroh oder schwarzer Folie umwickeln und an den Hauptstamm binden. Mit welchem Material die Blätter verhüllt werden, spielt keine Rolle. Vergessen aber sollte man auf keinen Fall, die Erde um die Pflanze herum anzuhäufeln und eine Mulchdecke aus Stroh anzulegen. Sobald die Blattrippen schön zart und weiß sind, können sie geerntet werden. Für einen normalen Haushalt reichen zwei oder drei Kardenstauden völlig, denn sie werden recht groß.

Lachs aus dem Backofen mit Karden und Schwarzbier-Apfelsauce
1 Lachsseite von circa 1 kg (ohne Haut)
500 g gekochte Kardenstücke
80 g weiße Mandeln
Olivenöl nativ extra
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Für die Schwarzbier-Apfelsauce:
2-3 Äpfel
100 ml dunkles Bier (ich nahm Guiness Bitter)
1 EL Zucker
2 EL Olivenöl nativ extra
Salz
Und dann noch:
100 g zarte Salatblattmischung

Die Karden wie hier beschrieben putzen und kochen. Aus dem Kochwasser nehmen und abtropfen lassen.

Für die Apfel-Biersauce die Äpfel schälen und das Kerngehäue herausschneiden. Zusammen mit Zucker und Bier in einen Topf geben. Aufkochen lassen und dann bei schwacher Hitze circa 10-15 Minuten köcheln. Dabei ab und zu umrühren. Wenn die Äpfel weich sind, mit dem Pürierstab fein pürieren. Die Schwarzbier-Apfelsauce leicht salzen.

Die Mandeln grob hacken und in wenig Fett in einer Pfanne goldbraun rösten.

Backofen auf 180ºC vorheizen. Die Lachsseite in vier Stücke teilen. Salzen und pfeffern. In eine geölte feuerfeste Form legen und im vorgeheizten Backofen bei 180ºC  circa 15-20 Minuten backen.

Während der Lachs gart, die vorbereiteten Kardenstücke in einer Pfanne mit etwas Olivenöl und der Hälfte der Mandeln ein paar Minuten braten.

Zum Servieren die Salatblätter auf vier Teller verteilen. Darüber die Kardenstücke legen. Je ein Lachsstück darauf setzen. Mit der Sauce und ein paar Tropfen vom bestem Olivenöl beträufeln. Zum Schluß mit den restlichen Mandelstücken bestreuen.

Das ist dann auch ein weiterer Beitrag zu Peggy Schatz' Süßwasserfisch- Event...




Mittwoch, 20. November 2013

Geht doch: Himmel und Erde ganz andalusisch

Miguel de Cervantes schrieb einst: An deinem Herd bist du genauso ein König wie jeder Monarch auf seinem Thron und ein Sprichwort sagt: Die Königin aller Kochrezepte ist die Phantasie. Also dann lassen wir die Phantasie doch einmal walten für den Blogevent Entstaubte Klassiker, veranstaltet von Julia in ihrem Blog German Abendbrot.
Das traditionelle Gericht Himmel und Erde ist in allerlei Varianten in vielen Regionen Deutschlands schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Seinen Namen hat es wohl daher, daß seine Hauptbestandteile Äpfel und Kartoffeln sind. Erstere wachsen bekanntlich in Richtung Himmel, letztere in die Erde hinein, weshalb sie wohl auch Erdäpfel heißen. Zu den Lieblingsgerichten meiner Kindheit gehörte Himmel und Erde nicht gerade, denn ich mochte weder gebratene Blutwurst und schon gar keine gebratenen Zwiebelringe. Zudem war mir das ganze Gericht zu fad und zu fett.
Warum also das klassische deutsche Gericht nicht etwas entstauben und andalusisch verfremden? Dazu habe ich die Äpfel in einem würzigen Sud gekocht, mit Zutaten die in der andalusischen Küche viel verwendet werden: Sherry, Zimt, Safran und Orangenschale. Für den Kartoffelbrei verwendete ich statt Butter mildes Olivenöl und die Zwiebel bekamen durch den mitgebratenen Sternanis ihren Pfiff. Statt der fettigen deutschen Bratwurst nahm ich Merguez, eine eine grobe, kräftig rote und recht scharfe frische Wurst, die eigentlich aus Nordafrika stammt. Zubereitet wird sie aus Lammfleisch. Ihre Würze und Schärfe bekommt die Merguez von den beigefügten Gewürzen wie Harissa, Paprika, roter Pfeffer, Fenchel, Koriander, Cumin, Knoblauch und Zumaque. Letzteres ist eine Pflanze aus der Sumachfamilie, deren Blätter der Merguez die gewisse erwünschte Säure verleihen. Die Merguez darf nur maximal 20% Fett enthalten. Alles passte wunderbar zusammen. Hmmmm meinte der beste aller Testesser, als er das erste Himmel-und-Erde Gericht seines Lebens aß. Andalusisch verfremdet und entstaubt natürlich.....

Himmel und Erde ganz andalusisch
Für den Himmel:
4 Äpfel
150 ml trockener Sherry (Fino)
1 Döschen Safranfäden
1 EL brauner Zucker
1 Zimtstange
1 Stück Orangenschale
1 getrocknete rote Chilischote

Für die Erde:
6-8 mehlig kochende Kartoffeln (circa 800 g)
Orangensalz
mildes Olivenöl nativ extra der Sorte Empeltre oder Koroneiki
Muskat
Und dazu:
1 mittelgroße rote Zwiebel
4 EL Olivenöl
2 Sternanis
8 Merguez (marrokanische pikante Bratwürste aus Lammfleisch)
Koriandergrün oder glatte Petersilie


Safranfäden in Alufolie wickeln und zum Aufwärmen an den Herdrand legen. Dann im Mörser fein zerreiben. Sherry mit Safran, Zucker, Orangenschale, Zimtstange und Chilischote aufkochen und vom Herd nehmen. Drei Äpfel schälen, je nach Größe vierteln oder achteln, entkernen und in den Sud legen. Im Sud bei mittlerer Hitze zugedeckt circa 10-15 Minuten köcheln. Vom Herd nehmen und im Sud warmhalten.

Kartoffeln schälen, halbieren, waschen. In Salzwasser circa 20-25 Minuten kochen. Abgießen und gut ausdämpfen lassen. Olivenöl leicht erwärmen. Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken, dann mit dem Olivenöl glatt rühren und kräftig mit Orangensalz und Muskat abschmecken. Die weichen Apfelspalten mit dem Püree mischen und warmstellen. 


Zwiebel häuten und in feine Ringe schneiden. Bei dem vierten Apfel das Kerngehäuse ausstechen. Den Apfel in Scheiben schneiden. Zwei EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebelringe und Apfelscheiben im heißen Öl zusammen mit dem Sternanis goldbraun braten.


Merguez im restlichen Olivenöl circa 8-10 Minuten braten.Kartoffelpüree, Apfelscheiben und Zwiebelringe und Merguez auf Tellern anrichten. Mit Koriandergrün bestreuen.


Himmel und Erde (cielo y tierra) una comida típicamente alemana con toque andalu'
Tiene su nombre de las ingredientes princi`pales: las manzanas que crecen hacía el cielo y las patatas que crecen en la tierra.

Para el cielo:
4 manzanas
150 ml Jerez Fino
unas hebras de azafrán
1 c/s de azúcar moreno
1 trocito de piel de naranja
1 rama de canela
1 chili rojo seco
Para la tierra:
6-8 patatas (apr. 800 g) si son harinosas mejor
sal de naranja
nuez moscada
AOVE de la variedad Empeltre o Koroneiki
Y además:
1 cebolla morada
4 c/s AOVE
2 anís estrella
8 Merguez
cilantro y perejil

Llevar el Jerez con el azúcar y las especias (canela, chili, piel de naranja y azafrán) a la ebullición y retirar. Pelar 3 manzanas, cortarlas en cuartos y quitar las celdillas. Ponerlas en la cición y cocinal a fuego lento unos 10-15 minutos.

Lavarlas patatas y hervir las con su piel en agua salada durante 20-25 minutos. Dejar que se cuezan las patatas hasta que estén blandas. Cuando las patatas estén tiernas apaga el fuego y saca las patatas del agua. Luego quítales la piel y pásalas por el pasapurés. Añade el AOVE y mezclar bien apretando con un tenedor. Luego mezcla con las manzanas cocidas y escurridas. Sazonar con sal de naranja y nuez moscada molida.

Pelar la cebolla y cortarla en anillos finos. Sacar las celdillas del cuarto manzana y cortarlo en lonchas finas. Caentar el resto del AOVE en una sartén y dorar las cebolla y la manzana junto con el anís estrella..

Freir la Merguez en el AOVE restante unos 8-10 minutos.

Para emplatar repartir el puré de patatas en 4 paltos, poner las cebollas y las lonchas de la manzana por encima y la Merguez a lado.Polvorera con cilantro o perejil.




Mittwoch, 2. Januar 2013

Prosit Neujahr!!!!!

Man nehme 12 Monate, putze sie sauber von Neid, Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und zerlege sie in 30 oder 31 Teile, so daß der Vorrat für ein Jahr reicht.
Jeder Tag wird einzeln angerichtet aus 1 Teil Arbeit und 2 Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge 3 gehäufte Eßlöffel Optimismus hinzu, 1 Teelöffel Toleranz, 1 Körnchen Ironie und 1 Prise Takt.
Dann wird die Masse mit sehr viel Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit.
(Katharina Elisabeth Goethe, Mutter v. Johann Wolfgang von Goethe)



Allen MitleserInnen, MitesserInnen und MitkocherInnen ein schönes und leckeres Jahr 2013
Und endlich den lieben Gott abends leise
Bitten, doch wieder nach seiner Weise
Das neue Jahr göttlich selber zu machen.
(Joachim Ringelnatz)

Montag, 3. Dezember 2012

Weihnachtsgeschenke aus der Küche: Apfelgelee mit Rosenblättern und Safranfäden

Weihnachten steht vor der Tür. So mancher kommt in Stress, weil er noch nicht alle Geschenke für seine Lieben hat. Wie wäre es mit einem selbstgemachten, süßen Geschenk aus der Küche? Dieses edle Apfelgelee mit Safranfäden und Rosenblättern ist schnell gemacht.
Ich habe dafür die letzten duftenden Rosenblätter aus meinem Garten genutzt. Man kann aber auch getrocknete Rosenblätter verwenden. Damit das Apfelgelee schön durchsichtig wird, nehme ich klaren Apfelsaft. Man kann dieses Gelee auch aus Apfelsaft zubereiten, den man in einem Dampfentsafter hergestellt hat. Allerdings ist der aus dem Dampfentsafter gewonnene Saft nicht so klar, sondern trüber als der fertige Saft. Im Geschmack ist kein Unterschied festzustellen.
  Eine Zutat, die man bei diesem Gelee unbedingt benötigt, ist Rosenwasser. Rosenwasser ist eine wichtige Zutat für einige Marzipansorten. Meine Großmutter pflegte das duftende Rosenwasser für ihre selbst hergestellten Marzipankugeln zu verwenden. Ich war als Kind ganz stolz, wenn ich das kostbare Wasser tropfenweise in die Rohmasse träufeln durfte. In der arabischen, iranischen und indischen Küche wird Rosenwasser häufig verwendet, nicht nur für Süßspeisen.

Rosenwasser ist ein ätherisches Wasser, das als Nebenprodukt bei der Herstellung von Rosenöl anfällt. Gewonnen wird es aus der Rosa centifolia, eine Rose mit üppigen, gefüllten Blüten, die Ende des 16. Jahrhunderts in Holland durch Züchtung entstanden ist. Man findet diese alte Rose, die wunderbar duftet, in weißer, rosa oder dunkelroter Farbe noch in vielen Bauerngärten. Niederländische und flämische Maler bildeten diese schöne Rose gern in Stillleben ab. Deswegen wird die Centifolie auch Rose de peintres (Rose der Maler) genannt.




Eingemachtes: Apfelgelee mit Rosenblättern und Safranfäden
1 Liter klarer Apfelsaft
500 g Gelierzucker 3:1
4-5 TL Rosenwasser (das gibt’s in der Apotheke oder in türkischen Läden)
1 Handvoll frischer Rosenblätter am besten aus dem eigenen Garten (als Ersatz kann man auch getrocknete Rosenblätter nehmen, die vorher in ganz wenig Wasser eingeweicht werden)
1 Briefchen Safranfäden circa 0,1 g
Die Menge reicht für circa 4 Gläser à 250 ml

Rosenblätter in Wasser waschen, abtropfen lassen und gut aber vorsichtig mit Küchenpapier trocknentupfen und zerkleinern. Das hatte ich vergessen, wie man auf den Fotos sieht...Getrocknete Rosenblätter vorher 10 Minuten in wenig lauwarmem Wasser einweichen, dann vorsichtig ausdrücken und trockentupfen.

Rosenblätter, Safranfäden und je ½ TL Rosenwasser auf die Gläser verteilen.

Gelierzucker und Apfelsaft in einem Topf vermischen, unter Rühren aufkochen und mindestens 3-4 Minuten unter ständigem Rühren sprudelnd kochen lassen. Dann kochend heiß in Twist-off-Gläser gießen. Gläser verschließen und für 10 Minuten auf den Kopf stellen. Anschließend immer wieder bewegen, damit sich Rosenblätter und Safranfäden gleichmäßig im Gelee verteilen.
Am besten schmeckt dieses feine Apfelgelee auf frischem Weißbrot oder Toastbrot.


Donnerstag, 22. November 2012

Vegetarisch: Linsen mit Schwarzkümmel, Ingwer, Apfel und Avocado




Immer wenn der beste aller Testesser nach dem Probieren eines neuen Gerichts am nächsten Tag sagt "Das kannst Du nochmal kochen!", dann weiß ich, daß es ausnehmend gut geschmeckt hat. So geschah es bei diesem besonderen Linsengericht, das warme, würzige Linsen mit einem frischen Salat kombiniert.

Für diese Linsen habe ich Schwarzkümmel verwendet, auch als Echter Schwarzkümmel (Nigella sativa) bezeichnet. Den hatte ich während meines letzten Deutschlandaufenthaltes in dem ausgezeichnet sortierten türkischen Markt in Waiblingen gekauft. Ich konnte mir zwar unter dem Namen Cörek Otu wenig vorstellen. Doch das für mich neue Gewürz reizte mich.
Trotz des Namens ist Schwarzkümmel weder mit dem Kümmel noch mit dem Kreuzkümmel verwandt, sondern gehört zu den Hahnenfußgewächsen. In vielen Bauerngärten findet man eine schmucke Verwandte des Schwarzkümmels, die blau oder weiß blühende Nigella damascena, auch Jungfer im Grünen genannt. Als Pflanze mag  Schwarzkümmel reichlich Sonne. Sie wird heute hauptsächlich in Ägypten, Syrien, Irak, Indien, der Türkei, Griechenland und Zypern angebaut. Man sagt  der beste Schwarzkümmel wachse in Ägypten.
Vermutlich stammt Schwarzkümmel aus dem westlichen Asien. Vom Iran aus kam er nach Nordindien. Dort wird Schwarzkümmel häufig für Gerichte mit Hülsenfrüchten, Auberginen und Kürbis verwendet, aber auch für frisches und eingelegtes Gemüse. Schwarzkümmel ist ein Gewürz, daß zwar schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt ist, aber heutzutage viel zu selten verwendet wird. Im Geschmack erinnert es ein wenig an Kreuzkümmel und geröstete Sesamkörner, ist aromatisch mit einer Spur Schärfe. Um den Geschmack zu verstärken, röstet man die Samen kurz in Öl an.
In asiatischen Ländern und islamischen Ländern streut man die schwarzen mohnähnlichen Samenkörner oft auf Fladenbrot.  Besonders in der islamischen Welt ist der Schwarzkümmel sehr beliebt. Das mag daran liegen, daß Mohammed gesagt haben soll “Schwarzkümmel heilt jede Krankheit, außer den Tod”. Auf Arabisch heiß Schwarzkümmel Habbah al-baraka, was soviel bedeutet wie segensreicher Samen.
Als Heilmittel war Schwarzkümmel schon bei den Pharaonen beliebt. Die schöne ägyptische Pharaonin Nofretete soll sich mit mit dem aus den Samen der Nigella gewonnen Öl gesalbt haben. Die Leibärzte anderer Pharaonen nutzen die Heilkraft des Schwarzkümmels für die Gesundung ihrer hohen Patienten. Dem Pharao Tutanchamun legte man ein Fläschchen Schwarzkümmelöl für das Leben nach dem Tod in seinen Sarkophag. Erst nach dem 18. Jahrhundert geriet mit dem Aufkommen der modernen pharmazeutischen Arzneimittel die Gewürzpflanzee allmählich in Vergessenheit.

Auf den türkischen Fladenbroten und in der Heilkunde des Orients, in den Gewürzbasaren und in der Traditionellen Chinesischen Medizin haben die kleinen schwarzen Samen bis heute überdauert. In jüngster Zeit ist Schwarzkümmel jedoch auch in westlichen Ländern sowohl als Nahrungsmittelzusatz und Gewürz  als auch in der modernen Medizin wieder im Kommen.




Vegetarisch: Linsen mit Schwarzkümmel, Ingwer, Apfel und Avocado 
300 g grüne Linsen (Albleisa oder Le Puy Linsen)
1 Stück Ingwerwurzel
4 Schalotten
2-3 TL Schwarzkümmel
2-3 Zweige Thymian
Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Fruchtiges Olivenöl nativ extra
Für den Salat:
1 Avocado
1 kleine, rote Paprikaschote
1 säuerlicher Apfel (Granny Smith)
2 rosa Knoblauchzehen
1 Frühlingszwiebel
1 Stück Ingwerwurzel
glatte Petersilie oder Koriandergrün
1 Zweig Minze
1 Zitrone
Salz und frisch gemahlener schwarzer Peffer

Die Linsen mit knapp einem Liter kaltem Wasser in einen Topf geben. Schalotten häuten und vierteln. Ingwer schälen. Zusammen mit dem Schwarzkümmel und dem Thymian zu den Linsen geben. Leicht salzen und pfeffern. Aufkochen, die Hitze verringern und dann zugedeckt köcheln bis die Linsen gar sind. Das Wasser sollte fast verkocht sein.

Für den Salat den Apfel und die Avocado schälen und in kleine Würfel schneiden. In eine Schüssel geben und sofort mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden. Zwiebel und Knoblauchzehe häuten und auf einer feinen Reibe zum Salat reiben. Ingwer schälen, fein würfeln . Paprikaschoten halbieren, Kerne und das Weiße entfernen. Die Schote in feine Streifen schneiden. Petersilie und Minze grob hacken. Alles zum Salat geben. Salzen, pfeffern, mit etwas Olivenöl beträufeln und vorsichtig mischen.

Zum Servieren Thymianzweige und Ingwer aus den Linsen nehmen. Linsen eventuell noch mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Dann die warmen Linsen auf Teller verteilen. Darüber je 2 EL von dem Salat geben. Wer möchte, kann noch etwas bestes Olivenöl darüber träufeln.


tierfreitag

Dienstag, 7. Dezember 2010

Rotkohl – nur als Beilage für Entenbraten viel zu schade.

Ob Rotkohl, Rotkraut oder Blaukraut hängt von der Region ab.Genau genommen ist dieser Kohl weder blau noch rot, sondern seine Farbe variiert von dunklem Rot bis hin zu sattem Lila. Die Färbung des Kohls hängt vom PH-Wert des Bodens ab. Je saurer der Boden, umso roter ist das Blaukraut. Kocht man Rotkohl mit viel Säure in Form von Essig oder Äpfeln, zeigt er eine deutlich rote Färbung. Die Anthocyane,wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die in allen rot-bläulichen Pflanzen zu finden sind, sind für den Farbwechsel verantwortlich.

Rotkohl gibt es schon lange, er hat also schon eine lange Geschichte. Als sicher gilt, daß ihn bereits die alten Ägypter kultivierten und Rotkohl auf Pharaos Eßtisch stand. Die Griechen und die alten Römer kannten und aßen den Rotkohl ebenfalls.

Leider fristet er in der Gastronomie oft ein Schattendasein als süßliche Beilage zu Entenbraten oder Frikadellen. Dabei kann der Rotkohl viel mehr. Aus Rotkohl lässt sich eine köstliche Creme zubereiten und wunderbar knackige Salate.

Ein nahezu ideales Beilager sind Rotkohl und Orangen. Obenderein ist dieser Salat noch blitzschnell zubereitet. So eignet er sich ausgezeichnet für die Cucina Rápida.

 Rotkrautsalat mit Orangen

½ frischer Rotkohl
3 große Orangen (Navel)
1 Bund Radieschen
1 kleine Frühlingszwiebel
1 Karotte
2 Chicoreestangen
1 Zitrone
4 EL spanischer Balsamicoessig aus Andalusien

1 EL Orangenblütenhonig
2-3 EL mildes Olivenöl nativ extra der Sorte Arbequina oder Koroneiki

Maldonsalz

Rotkohl mit Hilfe der Mandoline in sehr feine Streifen raspeln. Orange schälen, dabei die weiße Haut komplett entfernen.In circa 1 cm dicke Scheiben und dann in Stücke schneiden.

Radieschen waschen und in feine Scheiben schneiden. Frühlingszwiebel in feine Scheiben schneiden.  Chicorée wenn nötig waschen und vorsichtig abtrocknen, um die Blätter nicht zu zerbrechen. Karotte schaben und in feine Streifen(Julienne) schneiden. Karottenstreifen mit Zitronensaft beträufeln.

Balsamicoessig und Honig in einer Kasserolle erhitzen. Bei geringer Hitze 4-5 Min. unter ständigem Rühren etwas reduzieren. Wenn die Reduktion wie Karamell aussieht, vom Herd nehmen.

Alle Zutaten für den Salat außer dem Chicorée in eine Schüssel geben. Mit Olivenöl beträufeln und vorsichtig mischen. Dann den Salat auf Portionsteller verteilen und mit der Balsamicoreduktion beträufeln. Mit den Chicoréeblättern dekorieren.



Pinienkerne und Mandeln geben dem geschmorten Rotkohl den Pfiff.


Geschmorter Rotkohl mit Pinienkernen, Rosinen und Apfel

1 Rotkrautkopf
2 rote Zwiebel
3 Äpfel
1/4 süßer Muskatellerwein
3 EL Apfelessig
1 Zimtstange
2 EL Pinienkene
2 EL Rosinen, am besten die ganz feinen Rosinen aus Málaga
4 EL mildes spanisches Olivenöl nativ extra
Salz

Rosinen in eine Schüssel geben. Muskateller auffüllen und die Rosinen 30 Min. einweichen. Dann die Rosinen herausnehmen und abtropfen lassen. Den Wein aufheben.

Die äußeren Blätter des Kohl entfernen. Den Rotkohl in ganz feine Streifen schneiden. Wasser mit ½ TL Salz und 2 EL Apfelessig aufkochen. Rotkohlstreifen  darin 20 Min. kochen. In ein Sieb schütten und abtropfen lassen.

Zwiebeln häuten und in feine Streifen schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebelstreifen zusammen mit der Zimtstange 4-5 Min. anbraten. Dabei rühren. Wenn die Zwiebeln anfangen goldbraun zu werden, die Hälfte des Muskatell und den Rotkohl zufügen. Bei geringer Hitze 5 Min. schmoren. Die Flüssigkeit soll etwas verdampfen.

Apfel waschen und abtrocknen. Vierteln und Kerngehäuse entfernen. Das restliche Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Pinienkerne 2-3 Min. im heißen heißen Öl anrösten. Herausnehmen. In demselben Öl die Apfelschnitze 5-6 Min. von beiden Seiten anbraten. Wenn sie beginnen goldbraun zu werden, Rosinen und den restlichen Muskatell hinzufügen. Circa 4 Min. reduzieren.

Vorbereiteten Kohl mit den Rosinen und Apfelschnitzen mischen. Pinienkerne darüber streuen und servieren.