Sonne, Strand und Meer. Das und nichts anderes wollen die meisten ausländischen Touristen, wenn sie am spanischen Mittelmeer ihre Ferien verbringen. Das meist noch unberührte, wunderschöne Hinterland interessiert sie leider nur selten. Oder sollte man besser sagen zum Glück interessiert es sie nicht? Denn
der Tourist zerstört was er sucht, indem er es findet, formulierte schon der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger.
Nur knappe 10 Kilometer liegt die
Sierra de Bernia vom Mittelmeer entfernt. Eine sehr schmale, kurvige und holprige Straße windet sich auf gut 1000 Meter Höhe. Die restlichen 200 Höhenmeter muß man zu Fuß gehen, wenn man auf den Grat möchte und die Reste einer Wehrburg besichtigen, die der spanische König Felipe II. von dem italienischen Ingenieur Giovanni Battista Antonelli im Jahr 1562 erbauen ließ. Vor hier aus, in luftiger Höhe, konnte man gut die Küste überwachen, die damals durch zahlreiche Überfälle von Piraten bedroht war. Den König hatte aber wohl mehr die herrliche Aussicht beeindruckt, als die strategische Lage. Denn sehr wirksam war die Überwachung nicht. Im Jahr 1612 wurde sogar der Abriß der Burg angeordnet. Schmuggler und anderes zwielichtiges Volk hatte sich in der recht unzugänglichen Burg verschanzt und sie für ihre Zwecke benutzt.
Hier oben findet man kaum Bausünden, wie sie an der Küste an der Tagesordnung sind. Dafür gibt es etliche mehr oder weniger gut renovierte alte Bauernhäuser, in Spanien
Fincas genannt. Die meisten werden nur noch in den Ferien oder am Wochenende bewohnt. Landwirtschaft wird kaum noch betrieben. Viele der vor langer Zeit - oft noch in der Zeit der Mauren errichteten Terrassenfelder liegen brach. Die Steinmauern verfallen. Die Feldarbeit war einst sehr hart, denn viele der Terrassen sind so schmal, daß man sie nur mit Hilfe eines Maultiers bearbeiten kann. Manchmal nicht einmal das.
Auch heute im Jahr 2013 haben dort oben viele Häuser noch keinen Strom. Vom Telefonanschlüssen wollen wir gar nicht erst reden. Selbst der Mobiltelefonempfang ist vielerorts nicht möglich. Man kann es kaum glauben. Im Winter liegt in der
Sierra de Bernia oft Schnee. Hin und wieder ist die Bernia sogar einige Tage von der Küste abgeschnitten, weil die Straßen durch den Schnee unpassierbar geworden sind. Schneepflüge gibt es in dieser Gegend Spaniens natürlich keine.
Dafür ist die weitgehend unberührte Landschaft traumhaft schön und friedlich. Man kann die Stille geradezu hören. Für Wanderer ist die Sierra de Bernia ein Paradies. Mittlerweile sind in einigen der alten Bauernhäusern Restaurants eingerichtet. Nicht in allen, aber doch in etlichen wird gute, bodenständige spanische Küche angeboten. So wie in dem gemütlichen Restaurant
Verd i Vent....
Der phantastische Kichererbsensalat des Restaurants
Verd i Vent ist eine Reise wert...und kaum 10 Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt...
Im Winter liegt hier ab und zu Schnee...wir sind auf fast 1200 m.ü.M.
So verschneit war die Bernia im Winter 2005...
Die Ruinen des Fort de Bernia, der Wehrburg, die Felipe II erbauen ließ...
Blick aufs blaue Mittelmeer...der auch König Felipe II. schon gefiel...
In dieser Höhe, knapp 800 m.ü.M. wachsen gerade noch Olivenbäume...leider ist die Vegetation der
Sierra de Bernia immer wieder durch verheerende Brände zerstört worden. Deren Verursacher sind meist starrköpfige spanische Bauern, die strengen Verboten zum Trotz ihren Gartenabfall verbrannten...fast zwei Drittel aller Waldbrände in Spanien werden durch diese Fahrlässigkeit verursacht...
Maria gut behaust...Marterl nennt man diese religiösen Bildstöcke im süddeutschen Sprachraum.
Eine große alte Natursteinfinca, die noch bewohnt und bewirtschaftet wird...um das spärliche Regenwasser besser nutzen zu können, wurden die Felder einst in Terrassen angelegt...
Wandelröschen
Lantana in den spanischen Nationalfarben gelb-rot-gelb
Ärgere dich nicht darüber, daß der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern freue dich darüber, daß der Dornenstrauch Rosen trägt (Arabisches Sprichwort)....
Ein kühler Weißwein zur Erfrischung...gekeltert aus der lokalen Traubensorte
Moscatel de Alejandría. Ein delikater, sehr aromatischer, frischer und ausgeglichener Wein...
Die Ferne verkleinert gnädig die unzähligen Bausünden an der zubetonierten Küste...
Ein ansprechender Eingang zu einer Finca...
Wenn dieser uralte Olivenbaum erzählen könnte...
Das Wahrzeichen der Costa Blanca, der Peñón de Ifach...Der Peñón de Ifach war schon immer ein prominentes Symbol. Er war einst ein wichtiger visueller Orientierungspunkt für die Seefahrer des Mittelmeeres. Sein Name stammt möglicherweise von den Phöniziern. Sie kannten bereits in Gibraltar einen ähnlichen Felsen, der
Peñón hieß. So tauften sie diesen nördlich gelegenen Felsen
Peñón de Ifach. In der Sprache der Phönizier bedeutet
ifac Norden. Seit 1987 ist der Felsen geschützter Naturpark...
Und hier das Rezept für den
Kichererbsensalat, das mir die Chefin vom
Verd i Vent freundlicherweise verraten hat...
Kichererbsensalat mit Koriander und Rosinen à la Verd i Vent
250 g gekochte Kichererbsen
100 g Rosinen am besten aus der Muskateller Traube
1 rote Zwiebel
1 EL Rosenpaprika
1-2 frische rote Chilischoten
Orangensalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 kleiner Bund Koriandergrün
4-5 EL fruchtiges Olivenöl nativ extra
1-2 EL Sherryessig
Die Rosinen circa 20 Minuten in lauwarmem Wasser einweichen. Abschütten und gut abtropfen lassen.Zwiebel häuten und fein hacken. Chilischote halbieren, entkernen und in ganz feine Würfel schneiden. Korianderblättchen fein schneiden. Alles zusammen in eine Schüssel geben.
Aus Sherryessig, Rosenpaprika, Orangensalz, Pfeffer und Olivenöl eine Vinaigrette rühren. Über den Kicherererbsensalat schütten und alles gut vermischen. Am besten im Kühlschrank eine Stunde durchziehen lassen.
Dazu schmecken ein frisches Baguette oder ein herzhaftes Bauernbrot.
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| Lammschulter in Olivensauce mit gartenfrischem, hauseigenem Gemüse als Hauptspeise... |