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Freitag, 30. Januar 2015

Tierfreitag: Gelbes Gemüsecurry mit Kokosnuss

Eigentlich sind wir ja Teilzeitvegetarier. Fleisch gibt es höchstens einmal in der Woche, Fisch noch weniger. Wurst u.ä. so gut wie gar nicht. Nun war der beste aller Testesser war mit seiner Liebsten in Argentinien, die Familie besuchen. Als er wieder zuhause war, stöhnte er: " Jetzt habe ich sechs Wochen lang fast nur Fleisch gegessen. Es war zwar gutes Fleisch, aber zu viel. Für die kommenden vier Wochen will ich kein Fleisch mehr auf dem Teller haben."
Wie der Herr wünscht! In diesem pikant-aromatischen, leuchtend gelben Gemüsecurry ist kein Fitzelchen Fleisch zu finden, nur Gemüse, Kokosmilch und frische Kokosnuß.
Die gelbe Currypaste hatte ich gekauft. Wir haben hier so einen schönen Laden mit asiatischen und orientalischen Zutaten, Gewürzen, etc., der häufig von Engländern frequentiert wird. Man mag der englischen Küche ja nachsagen was man will, in Sachen orientalischer Würzenpasten sind diese Läden unschlagbar. Streng genommen gehört die mittelscharfe gelbe Currypaste nicht zu den traditionellen thailändischen Currypasten. Das war mir egal. Ich wollte ja nicht explizit ein thailändisches Gericht kochen, sondern nur etwas, das gut und würzig schmeckt. Die Mischung aus getrockneten thailändischen Chili, Kurkuma, Schalotten, Zitronengras, Knoblauch, Kreuzkümmelsamen, Korianderkörnern, Zimt und Gewürznelken passte ausgezeichnet zu dem Gemüse und den Kartoffeln. Zum Dessert gab es dann als süßen Ausgleich Bananen in Limettensirup nach einem Rezept von Ferran Adrià..
Gelbes Gemüsecurry mit Kokosnuss
1 weiße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2-3 EL gelbe Thai-Currypaste
1 TL Kurkuma
3-4 EL Sesamöl oder Sonnenblumenöl
4-5 mittelgroße Kartoffeln
1 kleine Zucchini
je 1/2 gelbe, grüne und rote Paprikaschote
1 Handvoll grüne Bohnen
3 EL Bambussprossen
1/2 l Gemüsebrühe
1 Dose Kokosmilch
1/2 Kokosnuß
die frische Milch der Kokosnuß
Orangensalz
Basilikumblätter

Zwiebel und Knoblauchzehen häuten und fein hacken. Paprikaschoten putzen und in Würfel schneiden. Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Zucchini längs vierteln und in Stücke schneiden. Bambussprossen in ein Sieb schütten, abspülen und abtropfen lassen. Kokosnußfleisch aus der Schale holen und in feine Streifen schneiden.

Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch bei schwacher Hitze im heißen Öl 4-5 Minuten anschwitzen. Gelbe Currypaste zugeben und unter Rühren 2 Minuten mitbraten, bis sie anfängt zu duften.

Gemüse und Kartoffeln zugeben und unter Rühren 2 Minten bei starker Hitze anbraten. Brühe angießen und das Gemüsecurry bei mittlerer Hitze zugedeckt 15-20 Minuten köcheln. Dann den Deckel abnehmen und bei starker Hitze ein paar Minuten einkochen, bis die Flüssigkeit etwas dickflüssiger wird.

Kokosmilch - frische und Dose - unterrühren, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze 3-5 Minuten köcheln. Mit Orangensalz abschmecken und mit Kokosnußstreifen und Basilikumblättern bestreuen.

tierfreitag

Donnerstag, 24. Februar 2011

Indiens bekanntestes Geflügel: Tandoori Huhn

Leuchtend orange-gelb und manchmal feurig scharf ist das Tandoori Huhn aus der Punjab Region in Indien. Das Huhn wird mit einer würzigen Paste aus Joghurt und verschiedenen Gwürzen wie Paprika, Chili, Garam Masala, Kurkuma, angerösteten Kardamomkapseln, etc. vor dem Braten eingerieben.


Tandoori Chicken ist eines der bekanntesten Gerichte der indischen Küche.
Das Huhn hat seinen Namen nach dem indischen Lehmofen Tandoor. Der war in die Erde eingelassen und unten mit Holzkohle befüllt. Ursprünglich war er zum Backen von Fladenbrot gedacht und konnte bis zu 300°C heiß werden. Dann nutzte man die Restwärme aus, um u.a. ein Hähnchen zu garen.Das Hähnchen wird zuvor mit Joghurt eingerieben, der mit der Tandoori Paste gewürzt ist. Indiens erster Premierminister Pandit Nehru liebte Tandoori Hühnchen so sehr, daß es regelmässiger Bestandteil der amtlichen Bankette war.
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Tandoori Masala oder Tanduri Masala ist eine indische Gewürzmischung aus scharfen und aromareichen Gewürzen für Gerichte, die im Tandur zubereitet werden. Bestandteile des Tandoori Masala sind vor allem Chilischoten, Kreuzkümmel und Koriandersamen.
Für die Marinade werden die vorbereiteten Gewürze mit Joghurt vermischt, zusammen mit Knoblauch, Zwiebeln, Ingwer, Salz und Zitronensaft. Der Farbe wegen wird manchmal noch Safran hinzugegeben. Die rötliche Farbe der Marinade stammt von Cayenne-Pfeffer oder Chilipulver, und auch Kurkuma oder Safran werden verwendet, was der Marinade eine gelblichere Farbe verleiht. Manche fertige Tandooripasten enthalten heute leider auch schon rote Lebensmittelfarbe.

Man kann eine fertige Tandoori Gewürzpaste kaufen (z.B. im Schweyzer Gewürzstand in der Stuttgarter Markthalle) oder seine Tandoori Gewürzmischung selbst zubereiten.

Die selbst hergestellte Mischung sollte man möglichst immer frisch zubereiten und nicht auf Vorrat. Sie ist dann viel aromatischer. Man stellt sie z.B. aus Kurkuma, edelsüßem Paprika, Rosenpaprika, getrockneten Chilischoten, Safran, Garam Masala, Kardamomkapseln, Muskat her. Die Gewürze werden in einer Pfanne kurz angeröstet. Wenn es richtig gut duftet vom Herd nehmen. Die Gewürze in einem Mörser fein zerstossen. Die Mischung immer frisch herstellen.


Tandoori Huhn
4-5 Hühnerschenkel oder Hühnerbrust
500 g Naturjoghurt
1 Stück Ingwerwurzel
1 EL süßes Paprikapulver
1-2 Knoblauchzehen
Saft 1 Zitrone
abgerieben Schale 1/2 Zitrone
3-4 EL Tandooripaste

Den Joghurt mischt man mit geriebenem Ingwer, etwas Zitronensaft, Paprikapulver und abgeriebener Zitronenschale, fein gehacktem Knoblauch und Tandoori Paste gut vermischen. Es empfiehlt sich, etwas Kartoffelmehl mit ein zu rühren. Dann gerinnt der Joghurt beim Braten nicht.

Die Haut der Hühnchenteile entfernen. Das Fleisch mit einem scharfen Messer an einigen Stellen einschneiden.
Etwa Marinade in eine flache, feuerfeste Form gießen. Dann die Hühnchenteile in eine große flache Form geben. Mit zwei Drittel der Gewürz-Joghurtmischung bedecken. Mit Folie abdecken und im Kühlschrank 24 Stundren marinieren.

Ofen auf 200°C vorheizen. Form mit den Hühnchenteile in den Ofen schieben. Circa 45-50 Minuten braten, bis das Fleisch gar ist. Dabei immer wieder mit der Marinade bstreichen.

Bei mir gab's zu dem Tandoori Hühnchen knackig gedämpfte Dinkelkörner und den Rest der Marinade als Sauce.

Sonntag, 9. Januar 2011

Linsen: "...die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!"

Linsen sind vielseitige Hülsenfrüchte. Man kann aus ihnen Salate machen, kräftige Suppen, sie als Beilage herzhaft und deftig servieren, aber auch raffiniert und fein. Linsen zählen, wie alle Hülsenfrüchte, zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit.

Vor allem aber schmecken Linsen gut. So gut, daß sich Esau für ein Linsengericht sein Erstgeburtsrecht von seinem Bruder Jakob abschwatzen ließ. Das Rezept ist im Alten Testament nicht überliefert. Vermutlich aber waren es rote Linsen, die auch heute noch bei arabischen Köchen sehr beliebt sind.
Im alten Ägypten waren Linsen eines der Grundnahrungsmittel. Bei den römischen Soldaten galten Linsen als böses Omen, wenn man sie ihnen vor einer Schlacht servierte. Linsen sind leichter verdaulich als Erbsen oder Bohnen und haben einen sehr hohen Eiweißanteil. Was sie zu einem wichtigen Nahrungsmittel für Vegetarier macht.

Es gibt u.a. braune Tellerlinsen, schwarze Belugalinsen, grüne französische Linsen auch Puy-Linsen genannt, rote und gelbe Linsen. Lin Sen hingegen war ein Präsident der chinesischen Nationalen Regierung.
Indische Köche lieben scharfe Linsen. Die arabischen Köche scharfe oder mit Cumin, Zimt, Koriander, Kurkuma und Sternanis aromatisch gewürzte Linsen. Beide verwenden lieber rote oder gelbe Linsen als die brauen Tellerlinsen. Die werden in dem schwäbischen Nationalgericht Linsen, Spätzle und Saitenwürstchen und auch für deftige deutsche Linsensuppen verwendet.

Linse, wo sin se?
Im Dippe, sie hippe,
sie koche drei Woche
un sinn noch so hart wie Knoche.


Diese Zeiten sind vorbei. Linsen müssen vor dem Kochen nicht mehr unbedingt eingeweicht werden und auch nicht stundenlang kochen. Gründliches Waschen ist aber in jedem Fall notwendig. Wer nicht einen unansehnlichen braunen Einheitsbrei auf seinem Teller will, sollte unbedingt darauf achten, die Linsen nicht zu lange zu kochen. So benötigen braune Linsen rund 45-50 Minuten, orangegelbe dagegen nur 30 und rote Linsen sogar nur 8-10 Minuten.

Die scharfen Sahnelinsen sind ein würzig-pikantes Linsengericht mit maurischem Touch, das auch Vegetariern gut schmeckt.

Scharfe Sahnelinsen

400 g kleine braune Linsen
1 Zwiebel
1-2 Knoblauchzehen
2 EL mildes Olivenöl nativ extra
2 Karotten
1 Petersilienwurzel
1 Selleriestange
4 mittelgroße Kartoffeln
1 weiße Mairübe
1 Zucchini
Je ½ rote und gelbe Paprikaschote
1 frische, rote Chillischote
1 Becher süße Sahne (200ml)
2-3 EL Raz el Hanout (marokkanische Gewürzmischung)
1 Zweig Thymian
1 Lorbeerblatt
½ Bund glatte Petersilie
Salz

Linsen in ein Sieb schütten und kalt abbrausen. 1 Zwiebel und Knoblauch häuten und grob hacken. Olivenöl in einen Topf geben und erhitzen. Im heißen Öl Zwiebel und Knoblauch 2-3 Min. anschwitzen. Linsen zugeben und umrühren. Mit 1 Liter kaltem Wasser auffüllen. Lorbeerblatt und Thymian zugeben und zum Kochen bringen. Auf kleiner Hitze etwa 35-45 Minuten köcheln.

Inzwischen das Gemüse vorbereiten. Zwiebel und Knoblauch häuten und grob hacken. Karotten, weiße Rübe und Petersilienwurzel schaben, längs vierteln und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Selleriestange waschen und in Scheiben schneiden. Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Zucchini längs vierteln und in Stücke schneiden. Paprikaschoten putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Chilischote halberen, Kerne und Stielansatz entfernen. Schote sehr fein würfeln. Wer es sehr scharf mag, verwendet auch einenTeil der Kerne.

Das gesamte Gemüse, die Chilischotenwürfel und 2 EL Raz al Hanout nach etwa 20 Min. Kochzeit zu den Linsen geben. Noch 20-30 Min. mitkochen, bis die Linsen weich sind.

Sahne zugeben und 5 Min. erhitzen. Mit Salz und evtl. noch etwas Raz al Hanout abschmecken. Sehr heiß mit gehackter Petersilie bestreut servieren.

Der nussige Geschmack der Linsen kommt in diesem Linsensalat so richtig zur Geltung.




Linsensalat mit Sellerie und Äpfeln

500 g braune Linsen
½ Zwiebel
2-3 Zweige Petersilie
1 Zweig Tymian
1Lorbeerblatt
1 Knoblauchzehe
1-2 Selleriestangen mit Grün
2 Äpfel (Granny Smith)
1 Limette oder Zitrone
1 gute Handvoll gemischte Salatblätter (junger Spinat, Feldsalat, Senfblätter, roter Mangold, etc.)
Für die Joghurtsauce:
1 TL Curry
1 Joghurt
4 EL Sahne
Salz und frisch gemahlener weißer Pfeffer

Linsen kurz waschen und in kaltem Wasser aufsetzen. Zwiebel, Petersilie, Thymian und Lorbeerblatt dazu geben. Aufkochen und bei geringer Hitze 45-50 Min. kochen. Die Linsen sollen noch knackig sein. Erst am Schluss salzen. Die Linsen in ein Sieb abschütten und abkühlen lassen. Kräuter, Knoblauch und Zwiebel herausfischen.
Während die Linsen kochen die Selleriestangen waschen und in Scheiben schneiden. Äpfel waschen, abtrocknen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Apfelviertel in feine Schnitze schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.
Für die Joghurtsauce die Sahne halbsteif schlagen. Curry und Joghurt zufügen, verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Salatblätter waschen und trockenschleudern. Auf einen Teller verteilen. Linsen und Selleriestücke über die Salatblätter verteilen. Apfelschnitze drumherum legen.. Mit der Joghurtsauce beträufeln und mit fein gehackter Petersilie bestreuen.