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Montag, 22. Februar 2016

Wilder Gartengenuss: Brennesselgnocchi mit Tomatenconcassée

Vor kurzem zogen wir um und wohnen nun in einem Landhäuschen mit gut 5.000 qm Grundstück ums Haus herum. Nicht etwa daß ich jetzt plane, groß in die Landwirtschaft einzusteigen. Auf dem Grundtück stehen ein Dutzend Olivenbäume, ein paar Feigen- und Mandelbäume und drei, vier Johannisbrotbäume. Der Rest ist Wildnis. Das meiste wird wohl auch so bleiben, denn die Erde ist mangels Regen betonhart. Zum Bewässern dieses Riesengrundstücks möchte ich auch nicht das ohnehin schon knappe Trinkwasser verschwenden. Ein kleines Stück werde ich mir jedoch von meinem spanischen Nachbarn pflügen lassen. Dort werden dann im Frühjahr etwas Gemüse und einige Kräuter angebaut.
Doch auch diese Wildnis birgt jede Menge eßbarer Schätze. Da wachsen von ganz alleine Borretsch, wilder Fenchel, Bergthymian und die äusserst aromatische Thymianart Pebrella, zwei Sorten Rosmarin, wilder Spargel, Leimkraut, das die Andalusier als collejas kennen und in einer Tortilla verarbeiten, etc., etc. Ich muß nur vor die Türe gehen und die Schätze pflücken. Zu meiner Überraschung fand ich ganz weit hinten in einer Ecke auch einige Brennesselbüsche. Brennesseln findet man recht selten in meiner südspanischen Region, denn hier ist der Boden weder feucht noch nährstoffreich. Das war die Gelegenheit, endlich einmal das sizilianische Rezept für Brennesselgnocchi auszuprobieren, das ich schon lange mit mir herumtrage. In Sizilien wird die Brennnessel auch gern wie Spinat als Blattgemüse oder auch als Suppe zubereitet, oft in Kombination mit anderen Wildkräutern. Die Schweizer kennen diese Brennesselgnocchi als Capunet.
Die beste Erntezeit für junge Brennesseln in nördlicheren Gefilden ist der Monat Mai. Junge, hellgrüne Brennesselblätter schmecken leicht nussig und herb-frisch. Sie sind zudem extrem calcium-, eisen- und magnesiumreich und ihr Vitamin-C-Gehalt ist sechsmal so hoch wie jener der Orange. Am besten erntet man die Brennnesseln, wenn sie Kniehöhe noch nicht übersteigen, die Blätter zartgrün und die Hauptstängel noch weich und geschmeidig sind. Dazu braucht man unbedingt Handschuhe. Schön trocken sollten die Brennesseln beim Ernten auch sein, denn bei Regen oder Tau verlieren sie viel von ihrem Aroma.
Die Brennesselgnocchi sind so locker und samtig, das butterzarte Tomatenconcassée zergeht fast auf der Zunge, daß auch Claudia Braunstein von Blog Geschmeidige Köstlichkeiten dieses Gericht sicher problemlos essen könnte. Meine 90jährige Mutter, die Kauprobleme hat, war jedenfalls ganz begeistert und verlangte Nachschlag.

Brennesselgnocchi mit Tomatenconcassée
500 g junge Brennesselblätter (ersatzweise junger Spinat)
4 Zweige Basilikum
4 Zweige glatte Petersilie
250 g Ricotta (ersatzweise Requesón)
2 Eier
100 g Parmesan oder Pecorino
100 g Mehl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Muskanuß
Für das Tomatenconcassée:
4 dicke Tomaten
2 EL Butter
Meersalz
1 Prise Zucker

Brennesselblätter gründlich waschen. Tropfnass in einen Topf mit wenig kochendem Salzwasser geben. Circa 2-3 Minuten zusammenfallen lassen. In ein Sieb schütten, kalt abschrecken und abtropfen lassen. Dann portionsweise sehr gut ausdrücken und fein hacken. Basilikum- und Petersilieblätter ebenfall sehr fein hacken. Käse fein reiben.

Mehl mit Eiern, Ricotta und geriebenem Käse verrühren. Brennesselblätter und Kräuter gut untermischen. Mit Meersalz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuß abschmecken. Den Teig circa 30 Minuten ruhen lassen.

Für das Tomatenconcassée die Tomaten kreuzweise einschneiden. In kochendes Wasser tauchen, kalt abschrecken und häuten. Butter in einer Pfanne schmelzen. Tomaten in Scheiben schneiden und entkernen. Das Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Tomatenwürfel in der heißen Butter bei mittlerer Hitze 4-5 Minuten braten. Leicht mit Salz und Zucker würzen.

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Mit bemeehlten Händen aus dem Teig etwas golfballgroße Bällchen formen.  Die Brennesselgnocchi ins kochende Wasser geben und bei schwacher Hitze circa 5-8 Minuten garziehen lassen. Wenn sie an die Oberfkäche steigen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen.

Brennesselgnocchi auf vorgewärmte Teller legen. Das Tomatenconcassée drumherum verteilen. Mit etwas fein gehobeltem Käse bestreuen.




Samstag, 9. Januar 2016

Nachgekocht: Ricotta Gnocchi mit Tomatensugo

Claudio del Principe, Schreiber und Koch des bewundernswerten Foodblogs Anonyme Köche, stellte dieser Tage im Facebook ein Rezept vor, das an Einfachheit und Wohlgeschmack kaum mehr zu überbieten ist: Ricottagnocchi mit Tomatensugo. Freundlicherweise verriet er auch das Rezept. Mir hat es so gut gefallen, daß ich es spontan einen Tag später nachkochte. Der beste aller Testesser, seine Liebste, meine Mutter und ich waren von diesen herrlich luftigen und lockeren Gnocchi ganz begeistert.
Da Ricotta nirgendwo in meinem spanischen Dorf zu bekommen war, verwendete ich Requesón. Das ist in etwa das spanische Equivalent zum italienischen Ricotta.
Den Tomatensugo bereitete ich auf meine Art zu. Ich bin keine Freundin davon, ein Tomatensugo bis zu sieben Stunden langsam zu köcheln. Nachdem ich das einmal ausprobiert hatte, mußte ich feststellen, daß stundenlanges Kochen dem Sugo keineswegs gut tut, denn in der rotbraunen Pampe die da entstand, war der Geschmack nach Tomaten kaum noch wahrnehmbar. Gerade ein Tomatensugo soll nach Tomaten schmecken. Circa 45 Minuten köchelt das Sugo bei mir. Das reicht vollkommen. Die Zwiebeln sind dann kaum noch wahrnehmbar, das Rot der Tomaten leuchtet und der Sugo schmeckt herrlich nach Tomaten. Jetzt im Winter nehme ich lieber naturbelassene Tomaten aus der Dose. Die schmecken immer noch um Klassen besser, als das, was momentan als Tomate auf dem Markt erhältlich ist. Gelegentlich vermische ich die Dosentomaten mit frischen Kirschtomaten. Die sind fast immer aromatisch. Ich verwende auch kein Tomatenmark, denn das gehört nicht ins Original.
 
Ricotta Gnocchi mit Tomatensugo
Für die Ricotta Gnocchi :
500 g Ricotta oder in Spanien Requesón
100 g geriebener Parmesan
circa 250 g Mehl (bei mir reichten gut 200 g)
Muskatnuß
Für den Tomatensugo:
1 kg Tomaten (im Winter aus der Dose)
1 Karotte
2 rosa Knoblauchzehen
1 milde, weiße Zwiebel
1 TL Zucker
Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
6 große Basilikumblätter
2 Salbeiblätter
Olivenöl nativ extra

Für den Tomatensugo Zwiebel und Knoblauch häuten und fein hacken. Karotte schaben und in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einem breiten Topf erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Karotte im Olivenöl glasig anschwitzen. Dann den Zucker zugeben, leicht karamellisieren lassen. Tomaten zugeben, alles einmal aufkochen und danach circa  40 bis 50 Minuten köcheln – ab und zu umrühren. Nach der Hälfte der Einkochzeit Basilikum und Salbeiblätter grob hacken und zum Sugo geben. Wenn der Sugo die richtige Konsistenz hat, also nicht mehr flüssig, aber noch nicht fest ist, durch die flotte Lotte drehen. Zum Schluß mit frisch gemahlenem Pfeffer und eventuell noch mit Salz abschmecken.

Für die Ricottagnocchi  im O-Ton Claudio del Principe "Auf 500 g Ricotta (falls nötig abtropfen) kommen 100 g geriebener Parmesan, etwas geriebene Muskatnuss und grob geschätzt 250 g Mehl. Das "Geheimnis" besteht darin, so wenig wie möglich, so viel wie nötig Mehl zu verwenden. Der Teig soll nicht mehr kleben aber noch feucht sein. Beim Ausrollen und Formen dann jeweils gut bemehlen. Ist keine Hexerei – aber grande magia..." Es ist wirklich keine Hexerei!


Im Klartext, aus den genannten Zutaten eine Teig zubereiten. Ich knetete ihn mit dem Händen. Dann aus dem Teig auf einer gut bemehlten Fläche  Rollen formen, diese in circa 2 cm lange Stücke schneiden. Die Gnocchi in Salzwasser geben und sieden lassen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen. Bei mir dauerte das 1 Minute. Sofort mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen, sonst werden sie matschig.  In vier vorgewärmte, tiefe Teller verteilen. Mit dem Tomatensugo großzügig beträufeln.
Wer möchte, kann das Ganze noch mit etwas frisch geriebenem Parmesankäse bestreuen.





Montag, 12. Januar 2015

Nachgekocht: Gnocchi aus Süsskartoffeln mit brauner Butter, Balsámico und Salbei

Nicht nur bei Michaela von Grain de Sel gehen Gnocchi immer, sondern auch bei mir. Da ich ständig auf der Suche nach neuen Inspirationen und originellen Gnocchirezepten bin, war ich begeistert von dem Gnocchirezept mit Süßkartoffeln, das Michaela kürzlich in ihrem schönen Blog veröffentlicht hatte.
 Die Süßkartoffel Ipomoea batatas, auch Batate, Weiße Kartoffel, Boniato oder Knollenwinde genannt, ist in Spanien ein typisches Wintergemüse. Hier sind die pasteles de boniato, Kuchen aus Süßkartoffeln traditioneller Bestandteil der Weihnachtsbäckerei. Auf den Kanarischen Inseln liebt man Süßkartoffeln in Eintöpfen und Fischgerichten wie sanchocho, ein Fastengericht mit Fisch, Süßkartoffeln, papas arrugadas und Mojo rojo, das gern in der Osterwoche gegessen wird. Als Nachtisch wird die Süßkartoffel ganz einfach im Backofen gebraten. In den USA gehört die Süßkartoffel vor allen in den Südstaaten zur kulinarischen Tradition und ist unverzichtbar als Beilage zum Truthahnessen am Thanksgiving Day. 
Die Süßkartoffel ist vor allem in Ozeanien eines der gebräuchlichsten Lebensmittel. Eine Legende der Maoris erzählt, der Gott Maui habe den Menschen die Süßkartoffel beschert. Maui ist für die Maori das, was Prometheus für die Griechen war. Maui soll der Feuergöttin Mahuika, das Feuer gestohlen und es den Menschen gebracht haben. Einst zog Maui in den Himmel, um sich mit seinem Bruder Wahnui zu treffen. Dieser war der Hüter der Süßkartoffel. Maui klaute seinem Bruder die Kartoffel, versteckte sie unter seinem Lendeschurz und kehrte zur Erde zurück. Dort schwängerte er seine Frau Pañi, die danach die erste Kartoffel auf der Welt gebar und sie den Menschen schenkte.
Innerhalb Europas wird die Süßkartoffel in Spanien, Italien und Portugal angebaut. In der Küche wird die Süßkartoffel ähnlich wie Kartoffeln verwendet: Gekocht, gebacken, frittiert, überbacken oder gebraten. Nur ihre Koch- und Bratzeit ist etwas kürzer als die der Speisekartoffel. Es gibt zwei Sorten Süßkartoffeln: Mit weißem Fruchtfleisch und mit rötlich-orangefarbenem Fruchtfleisch. Die rotorangefleischigen Knollen sind sowohl hinsichtlich der Kocheigenschaften als auch des Aromas am besten. Im Geschmack erinnern Süßkartoffeln etwas an mehlig kochende Kartoffeln, schmecken aber deutlich süßer. Der süßliche Geschmack der Süßkartoffeln beruht auf ihrem hohen Gehalt an Zucker.  Botanisch ist die Süßkartoffel mit der gewöhnlichen Speisekartoffel nicht verwandt, denn sie gehört zu den Windengewächsen und nicht zu den Nachtschattengewächsen.
Der beste aller Testesser und seine Liebste meinten zu Michaelas Süßkartoffelgnocchi:"Muy rico!" , sehr gut..., das fand ich auch.
Nachgekocht: Gnocchi aus Süßkartoffeln mit brauner Butter, Balsámico und Salbei
900 g Süßkartoffeln
300 g Kartoffeln
150-200 g Mehl
40 g Parmesan
2 Eier
1 TL Meersalz
4-5 Stück Bengalpfeffer (Langer Pfeffer)
Für die Sauce:
2 rote Zwiebeln
2 EL Olivenöl nativ extra
1 TL Honig (Orangenblütenhonig)
3-4 EL braune Butter
3 EL Balsamicoessig aus Huelva
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Und dann noch:
16 frische Salbeiblätter
Olivenöl zum Frittieren
Parmesan

Den Backofen auf 200ºC vorheizen. Die Kartoffeln längs halbieren, die Schnittfläche mit Olivenöl beträufeln, leicht salzen und pfeffern.. Auf ein Backblech legen. In den Backofen schieben und bei 200ºC circa 30 Minuten backen, bis sie weich sind. Aus dem Backofen nehmen und abkühlen lassen.
 Das weiche Kartoffelinnere mit einem Löffel aus der Schale kratzen. Durch die Kartoffelpresse in eine Schüssel drücken.

Das Ei verkleppern. Den Bengalpfeffer im Mörser fein zerreiben. Zusammen mit dem Käse, Salz und  Mehl zur Kartoffelmasse geben. Den Teig solange vermengen, bis er nicht mehr an den Fingern kleben bleibt (schreibt Michaela).

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu langen Rollen von circa 1 cm Durchmesser rollen. Mit einem Messer Stücke von 1 cm Länge abschneiden. Über ein Gnocchibrett rollen oder lassen, wie sie sind.

Die Gnocchi ins siedende Wasser geben und circa 5-6 Minuten köchlen. Wenn sie an die Wasseroberfläche steigen, sind sie fertig. Mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen, abtropfen lassen und auf eine Platte legen. Etwa eine halbe Tasse Kochwasser aufheben.

Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen. Die Salbeiblätter im heißen Öl rasch knusprig braten. Mit dem Schaumlöffel herausnehmen und auf Küchenkrepp legen.

Für die Sauce die Zwiebel häuten, halbieren und in feine Scheiben schneiden.Olivenöl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln bei mittlerer Hitze im heißen Öl glasig anschwitzen. Salzen, pfeffern und den Honig unterrühren, bis er flüssig wird. Mit Balsamicoessig, braune Butter und Gnocchikochwasser angießen und leicht reduzieren. Die Gnocchi in die Sauce geben und erwärmen.

Zum Servieren mit den frittierten Salbeiblättern und frische gehobelten Parmesankäsestreifen bestreuen.

Freitag, 19. Oktober 2012

Vegetarisch: Spinatgnocchi mit Feigensauce

Da schleppt man jahrelang einen Holzgegenstand herum, ohne zu wissen worum es sich handelt und dann reicht ein Blick in Roberts Blog lamiacucina, um nachzuschauen, wie er seine unnachahmlichen Gnocchi herstellt und schon stellt man überrascht fest, daß besagter Holzgegenstand ein Gnocchibrett ist.
  Ein Küchengerät zu haben und es dann auch fachgerecht verwenden zu können, sind zwei Paar Stiefel. Von alleine rollen sich die Gnocchi auch auf einem Gnocchibrett nicht schön, und man muß schon ein Weilchen üben, bis ein Gnoccho so perfekt aussieht wie bei Robert. Des Rollens übers Brett müde, habe ich dann doch zur Gabel gegriffen. Das kann ich doch noch etwas besser.

Die Spinatgnocchi mit Feigensauce sind eine deliziöse Kombination. Die cremige, fruchtige Feigensauce ergänzt den kräftig schmeckenden Spinat mit ihrem leicht süßen Geschmack hervorragend. Das ist eines der Saucenrezepte, bei denen die Sahne durch nichts anderes zu ersetzen ist, um die gewünschte Cremosität und den sahnigen Geschmack zu erreichen. Die kleinen roten Chiliwürfel, die ich über das fertige Gericht gestreut habe, waren das Tüpfelchen auf dem I....

Spinatgnocchi mit Feigensauce
 Für die Spinatgnocchi:
300 g gekochter, gut abgetropfter Spinat
100 g Ricotta oder Requesón
1 Ei
50 g frisch geriebener Parmesan
circa 200 g Mehl
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Für die Feigensauce:
250 ml Sahne
10 frische Feigen
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
mildes Olivenöl nativ extra
Muskatnuß
1 Stück frische Ingwerwurzel
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
1 frische, rote Chilischote

 Für die Spinatgnocchi den gut ausgedrückten Spinat in eine Schüssel geben. Ricotta, Ei und Parmesan dazu geben. Mit dem Pürierstab fein pürieren. Dann das Mehl gut unterrühren. Die Gnocchimasse mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken. Die Masse 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Dann die Gnocchimasse zu fingerdicken Rollen ausrollen. Das geht am besten mit leicht bemehlten Händen. Die Rollen in circa 1 cm lange Stücke schneiden, mit den Händen rund drehen. Nun vorsichtig über eine Gabel rollen, damit die charakteristischen Rillen entstehen. KöchInnen mit mehr Durchblick können dazu auch ein Gnocchibrett verwenden. Die Gnocchi in siedendes Salzwasser geben und ziehen lassen, bis sie aufsteigen. Dann herausheben und abtropfen lassen.

Für die Feigensauce die Schalotten und den Knoblauch häuten und fein hacken. Von den ungeschälten Feigen die Spitzen abschneiden. Acht Feigen etwas zerkleinern und mit dem Pürierstab fein pürieren. Die restlichen beiden Feigen in kleine Würfel schneiden.

Olivenöl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Zuerst die Schalotten und die Knoblauchzehe 3-4 Minuten  anschwitzen. Dann die Sahne angießen. Die Sauce einkochen lassen, bis sie cremig wird. Nun das Feigenpüree zugeben. Mit Salz, Pfeffer, frisch geriebener Ingwerwurzel und Muskatnuß abschmecken. Noch einmal kurz erhitzen, aber nicht mehr kochen.

Die Gnocchi in tiefe Teller füllen und mit der Sauce beträufeln. Mit den Feigenwürfel bestreuen. Wer es gern pikant mag, kann noch ein paar fein gewürfelte Chilischotenstücke darüberstreuen.

Dienstag, 31. Januar 2012

Weißes: Gnocchi aus Süßkartoffeln mit Knoblauchschaum

Gerichte ganz in Weiß sind für den Blog-Event Cookbook of Colors: Gerichte mit weißer Weste sind im Januar gefragt! von Highfoodality gewünscht. Ajoblanco aus Pinienkernen wäre so ein Gericht, ist aber als kalte Suppe für diese Jahreszeit nicht ganz passend. Da habe ich mich lieber für Gnocchi aus Süßkartoffeln mit Knoblauchschaum entschieden. Das weißeste Weiß kam dabei zwar nicht heraus, mehr so ein cremeweiß. Doch Uwe schrieb ja schon, daß die Eskimos besonders viele Termini für weißen Schnee kennen. Was, wie ich in Wikipedia fand, ein weitverbreitert Irrtum ist. Sie haben offenbar nicht viel mehr Wörter für Schneefarben als andere Sprachen, dafür aber viele zusammengesetzte Wörter mit Schnee. Die kennt auch die deutsche Sprache: Pulverschnee, Sulzschnee, Neuschnee, Schneematsch, Schneeschmelze, Schneeflocken, Schneefall, Schneekristall, Firnschnee, etc.

Wie dem auch sei, ganz erstaunlich fand ich die Tatsache, daß "bei Fernsehgeräten und Computermonitoren die Farbe Weiß durch eine additive Mischung gleicher Intensitäten der Farben Rot, Grün und Blau entsteht."  Da hätte Goethe ganz schön gestutzt. Schrieb er doch in seiner Farbenlehre:  "Weder aus apparenten Farben kann farbloses Licht noch aus farbigen Pigmenten ein weißes zusammengesetzt werden."
Interessant ist auch, daß wir in unserer westlichen Kultur die Farbe Weiß mit Freude verbinden, während bei den Buddhisten Weiß und bei den Chinesen Cremeweiß die Trauerfarbe ist.

Damit die cremeweißen Gnocchi mit der knoblauchweißen Schaumsauce nicht ganz so traurig wirken, habe ich in feine Julienne geschnittene Frühlingszwiebelstreifen darüber gestreut. Mit dem Foto bin ich nicht ganz glücklich. Das werde ich noch einmal besser machen, denn die Süßkartoffelgnocchi mit dem Knoblauchschaum schmeckten ausgezeichnet.


Ganz in Weiß: Gnocchi aus Süßkartoffeln mit Knoblauchschaum
Für die Gnocchi:
400 g weißfleischige Süßkartoffeln
circa 100 g Mehl
1 Eigelb
Zitronensalz
Zitronenpfeffer
1/2 TL Raz al Hanout
Für den Knoblauchschaum:
2 Knoblauchzehen
das Weiße einer Frühlingszwiebel
mildes Olivenöl nativ extra
80 ml Geflügelfond
60 ml Sahne
Salz und weißer Pfeffer
1 Spritzer Zitrone

Süßkartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In Wasser circa 20-25 Minuten kochen. In ein Sieb schütten und gut abtropfen lassen. Durch die Kartoffelpresse drücken. Mehl, Eigelb und Zitronensalz dazugeben. Mit dem Knethaken des Handrührers zu einem glatten Teig verkneten. Mit Zitronenpfeffer und Raz el Hanout abschmecken.

Auf dem Süßkartoffelteig mit nassen Händen kleine Kugeln formen. Diese auf einen bemehltes Brett legen. Mit einer nassen Gabel Rillen in die Kugeln drücken.

Salzwasser zum Kochen bringen. Die Süßkartoffelgnocchi im heißen Wasser 4-5 Minuten sieden lassen, bis sie nach oben steigen. Gnocchi mit dem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen lassen und warm halten.

Für den Knoblauchschaum das Weiße der Frühlingszwiebel in Julienne (ganz feine Streifen) schneiden. Knoblauchzehen häuten und fein hacken. In wenig Olivenöl mit einer Prise Salz bei geringer Hitze karamellisieren lassen. Zusammen mit etwas Geflügelfond mit dem Pürierstab pürieren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Wieder in den Topf geben und die Sahne langsam einlaufen lassen. Mit dem Pürierstab schaumig aufschlagen.

Gnocchi auf vorgewärmten Tellern anrichten. Mit fein geschnittenen Frühlingszwiebelstreifen und frisch gemahlenem weißem Pfeffer bestreuen und den Knoblauchschaum darüberschöpfen. Sofort servieren.



Dienstag, 1. Februar 2011

Nachgekocht: Gnocchi mit Harissa und Mohnbutter aus Schuhbecks Gewürzbuch

Für eine Freundin sollte ich Schuhbecks Kochbuch "Meine Küche der Gewürze" mitbringen. Eines der Rezept hat mich auf Anhieb zum Nachkochen gereizt: Gnocchi mit Harissa und Mohnbutter. Ich finde die Kombination von würzig-pikanten Gnocchi mit nussiger Mohnbutter ausgesprochen interessant. Da meine marokkanischen Harissaflocken in Spanien sind und ich in Deutschland bin, nahm ich Harissapaste und Chiliflocken. Leider sehen die Gnocchi mit Harissa und Mohnbutter auf dem Foto lange nicht so gut aus, wie sie schmecken.

Wenn es um Gewürze geht, ist Alfons Schuhbeck ganz in seinem Element. In jeder Kochshow liebt er es, sein Wissen dozierend an den Mann respektive an die mitkochenden Kolleginnen und Kollegen zu bringen.

Schuhbecks Buch ist m.E.weder ein wirklich gutes Gewürzbuch, noch ein Kochbuch. Von beiden gibt es wesentlich bessere. Selbst von Schuhbeck. "Meine bayrische Küche" ist da deutlich besser, auch was das Niveau der Rezepte anbelangt.

Es sind rund 70 Gewürze aufgeführt, die Beschreibungen sind gut, aber auch nicht so außergewöhnlich, als das man sie nicht in einem guten Gewürzlexikon finden könnte. Ebenso ist die Auswahl der beschriebenen Gewürze auch nicht besonders spektakulär.
Die Rezepte allerdings erschlagen einen oft mit Unmengen an Zutaten, die die Lust am Nachkochen schmälern.
Mich persönlich stört auch, daß Vanille, offenbar Schuhbecks Lieblingsgewürz, in fast jedem Gericht auftaucht und daß in manchen Rezepten eine wahre Geschmackskakophonie von zehn und mehr verschiedenen Gewürzen zu finden ist. Gewürze, die oft nicht zueinander passen. Hauptsache exotisch.
Eines der wenigen Rezepte das mir in diesem Buch gefällt, sind diese Gnocchi. Als einziges Gewürz kommen Harissaflocken hinein.

Gnocchi mit Harissa und Mohnbutter nach Schuhbeck
750 g Ricotta
140 g Parmesan
3 Eier
3-4 EL Harissaflocken
2 EL zerlassene braune Butter
Salz
270 g doppelgriffiges Mehl
Für die Mohnbutter:
100 g braune Butter
1 Knoblauchzehe
20 g Mohnsamen
Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Ricotta, geriebenen Parmesan, Eier, Harissa, Butter und Salz gut verrühren. Zuletzt das Mehl gut unterrühren.

Die Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben. Den Gnocchiteig zu Rollen von 2 cm Durchmesser formen. Dann mit einem Messer 1-2 cm lange Stücke abschneiden. Mit einer Gabel vorsichtig Rillen in die Gnocchi drücken.

Salzwassser zum Kochen bringen. Die Gnocchi im siedendem Salzwasser garen. Wenn sie an die Oberfläche steigen noch 2 Min. ziehen lassen. Mit dem Schaumlöffel herausheben und abtropfen lassen.

Für die Mohnbutter die Butter zusammen mit der ungeschälten Knoblauchzehe schmelzen. Mohnsamen zufügen und mit erhitzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Knoblauchzehe entfernen.

Die abgetropften Gnocchi kurz in der Mohnbutter erhitzen. Mit frisch gemahlenem Parmesan bestreut servieren.