Man nehme 12 Monate, putze sie sauber von Neid, Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und zerlege sie in 30 oder 31 Teile, so daß der Vorrat für ein Jahr reicht.
Jeder Tag wird einzeln angerichtet aus 1 Teil Arbeit und 2 Teilen Frohsinn und Humor.
Man füge 3 gehäufte Eßlöffel Optimismus hinzu, 1 Teelöffel Toleranz, 1 Körnchen Ironie und 1 Prise Takt.
Dann wird die Masse mit sehr viel Liebe übergossen.
Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit.
(Katharina Elisabeth Goethe, Mutter v. Johann Wolfgang von Goethe)
Allen MitleserInnen, MitesserInnen und MitkocherInnen ein schönes und leckeres Jahr 2013
Und endlich den lieben Gott abends leise
Bitten, doch wieder nach seiner Weise
Das neue Jahr göttlich selber zu machen.
(Joachim Ringelnatz)
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Mittwoch, 2. Januar 2013
Donnerstag, 19. Mai 2011
Großmutters Rezept: Eingelegte Matjes
Petra Holzapfel von Chili und Ciabatta mit ihrem Rezept für Heringe nach Hausfrauenart hat mich daran erinnert. Auch für mich sind eingelegte Heringe eine Kindheitserinnerung. Meine Großmutter verwendete allerdings Salzheringe. Die wurden am großen Tisch in der Wohnküche auf Zeitungspapier gelegt und ausgenommen. Besonders begehrt war der Milchner. Denn der wurde durch ein Haarsieb in die Sauce gestrichen und gab ihr den letzen Pfiff. Aber auch der Rogen kam in die Sauce.
Vor dem Ausnehmen der Heringe habe ich mich immer gedrückt. Denn ich mag es heute noch nicht, wenn meine Hände nach Fisch riechen. Das tun sie bei Salzheringen aber heftig. Auch dann noch, wenn man die Hände mehrmals gewaschen hat.
Nach dem Ausnehmen und Entgräten wässerte man die Heringe zwei oder drei Tage lang in der kühlen Speisekammer.
Zum Einlegen nahm Großmutter selbst gemachte Dickmilch, die mit Buttermilch aus der Milchstub’ verquirlt wurde. Mit einem echten Holzquirl natürlich und nicht mit dem Zauberstab. Zu den eingelegten Heringen gab’s dann mit etwas Glück die ersten Frühkartoffeln aus dem eigenen Garten.
In Südspanien an Salzheringe oder “echten” Matjes zu kommen, ist ungefähr so wahrscheinlich, wie in Deutschland an fangfrischen Thunfisch zu kommen. Im Prinzip unmöglich. Deswegen nehme ich als Notbehelf in Öl eingelegte Matjesfilets. Ansonsten lege ich die Matjesfilets so ein, wie meine Oma es tat. Dickmilch und Matjesfilets bekomme ich hier in einem deutschen Delikatessengeschäft. Buttermilch gibt es in meiner Region, dem "Paradies" der deutschen Rentner, sogar schon in dem einen oder anderen spanischen Supermarkt.
Der Mai ist der ideale Monat dafür, denn der Mai ist in vieler Hinsicht ein Wonnemonat: Es gibt Spargel, Erdbeeren, Rhabarber, Zuckerschoten, Kohlrabi, Maischolle und vor allem ist der der Monat der Matjes.
Matjes sind junge Heringe, die noch nicht gelaicht haben. Die Winterruhe haben sie genutzt, um sich schön rund zu futtern. Der Fisch wird ausgenommen, leicht gesalzen und reift sozusagen im Faß zum butterzarten Matjes heran. Ich habe gelesen, daß der Matjes früher nur während der Fangzeit von Mai bis Juli erhältlich gewesen sei. Heute werde jeder Matjes einmal tiefgefroren. Das stoppe die Reifung. Nach dem Auftauen setze sie allerdings wieder ein.
Ob das auch für die Matjes gilt, die in Öl eingelegt sind? Wer sich übrigens wundern sollte, daß ich so viel Sauce mache: Die brauchen wir doch, damit wir die Pellkartoffeln ordentlich in viel Sauce mit der Gabel zermatschen können. Fürs Foto nahm ich weniger Sauce, denn sonst hätte man den Matjes ja nicht mehr gesehen.
Eingelegte Matjes nach Art meiner Großmutter
pro Person 3-4 Matjesfilet in Öl eingelegt.
2-3 grüne, säuerliche Äpfel (z.B. Granny Smith)
4-5 Gewürzgurken
1-2 Zwiebel
1.000 ml Buttermilch (2 Becher)
500 ml Dickmilch
1 TL gelbe Senfkörner
Senfkörner in etwas Wasser aufkochen und 5 Minuten köcheln. Dann über Nacht im Wasser stehen lassen. Am nächsten Tag in ein Sieb schütten und abtropfen lassen.
Gewürzgurken in Scheiben schneiden. Äpfel achteln. Das Kerngehäuse rausschneiden. Apfelschnitze in Stücke schneiden. Zwiebel häuten, halbieren und in dünne Scheiben schneiden.
Dickmilch gut mit der Buttermilch verquirlen. Die abgetropften Senfkörner, Apfelstücke und Gurkenscheiben, Zwiebelringe und Fischstücke vorsichtig in die Sauce rühren. Am besten lässt man die eingelegten Matjes 24 Stunden ziehen.
Wir essen dazu viele Pellkartoffeln und trinken ein kühles Bier oder einen trockenen Weißwein.
Samstag, 1. Januar 2011
Onkel Oswalds Silvestersalat
Nachdem Petra Holzapfel in Chili und Ciabatta den roten Silvestersalat schon lange vor Silvester vorgestellt hat, hier meine Version des roten Heringsalates rechtzeitig zum Neujahrstag.
Genau genommen ist das nicht meine Version, sondern das Rezept für den roten Silvestersalat ist alte Familientradition. Es stammt aus der Familie von Onkel Oswald. Onkel Oswald wiederum stammt aus Köln und war mit einer Schwäbin verheiratet. Der schwäbische Einfluß, Salat ohne Mayonnaise, konnte sich nicht durchsetzen. Wohl aber bekam der Silvestersalat einen Hauch Spanien verpasst. Ich würze ihn mit etwas Sherryessig und bereite die Mayonnaise, wenn mir danach ist, auch einmal mit mildem, süßem spanischen Olivenöl zu.
Traditionsgemäß wird Onkel Oswalds Silvestersalat am Morgen des 31. Dezember von den männlichen Familienmitgliedern zubereitet. Da das Kleinschneiden der vielen Zutaten Durst macht, sollte immer eine entsprechende Menge Bier und Wein bereitstehen.
Es soll, der Familiensage nach, Silvesterabende gegeben haben, an denen die Herren Mitternacht selig verschliefen und die Damen alleine feierten.
Die Mengenangaben sind eigentlich nur Richtlineien.
Onkel Oswalds Silvestersalat
6 in Öl eingelegte Matjesheringe (oder gewässerte Salzheringe)
6 Bismarckheringe
½ kg mageres gekochtes Suppenfleisch
½ kg gegarter magerer Schweinebraten
3 gekochte Rote Bete
2 Möhren
2-3 mittelgroße Pellkartoffeln
2-3 Gewürzgurken
2 Äpfel am liebsten Gewürzluiken
2-3 Stengel Stangensellerie
1/4 Sellerieknolle
1 Petersilienwurzel oder Pastinake
15 Walnüsse
15 Mandeln
1 große rote Zwiebel
1-2 EL Sherryesssig
selbst gemachte Mayonnaise
Heringe, Matjes, Suppenfleisch und Schweinebraten in Streifen schneiden. Walnüsse und die Mandeln grob hacken. Zwiebel häuten und wie den Stangensellerie in feine Scheiben schneiden.
Rote Bete, Pellkartoffeln und Sellerieknolle schälen. Petersilienwurzel und Möhren schaben. Alles in kleine Würfel schneiden.
Sellerie, Petersilienwurzel und Möhren 2-3 Min. in kochendem Salzwasser blanchieren. In ein Sieb schütten und kalt abschrecken.
Alle Zutaten in eine Schüssel geben. Sherryessig darüberträufeln und mit der Mayonnaise vermischen. Im Kühlschrank bis zum Silvesterabend ziehen lassen.
Der Salat schmeckt auch am Neujahrstag noch ausgezeichnet.
Die Mayonnaise wird natürlich selbst gemacht:
Hausgemachte Mayonnaise
3 Eidotter
Salz
Zitronensaft
Circa 200 ml erstklassiges kalt gepresstes Sonnenblumenöl oder mildes Olivenöl nativ extra
Ein Tipp von meiner Großmutter, der die Mayonnaise immer gelang und nie gerann:
Öl und Eier müssen bei Raumtemperatur verarbeitet werden. Die Eigelb werden erst mit 2-3 Tropfen!! Zitronensaft und einer Prise Salz verrührt. Dann erst wird das Öl im fadendünnen Strahl unter Rühren, Rühren, Rühren..... dazugegeben. Die Mayonnaise sollte für den Silvestersalat relativ flüssig sein.
Genau genommen ist das nicht meine Version, sondern das Rezept für den roten Silvestersalat ist alte Familientradition. Es stammt aus der Familie von Onkel Oswald. Onkel Oswald wiederum stammt aus Köln und war mit einer Schwäbin verheiratet. Der schwäbische Einfluß, Salat ohne Mayonnaise, konnte sich nicht durchsetzen. Wohl aber bekam der Silvestersalat einen Hauch Spanien verpasst. Ich würze ihn mit etwas Sherryessig und bereite die Mayonnaise, wenn mir danach ist, auch einmal mit mildem, süßem spanischen Olivenöl zu.
Traditionsgemäß wird Onkel Oswalds Silvestersalat am Morgen des 31. Dezember von den männlichen Familienmitgliedern zubereitet. Da das Kleinschneiden der vielen Zutaten Durst macht, sollte immer eine entsprechende Menge Bier und Wein bereitstehen.
Es soll, der Familiensage nach, Silvesterabende gegeben haben, an denen die Herren Mitternacht selig verschliefen und die Damen alleine feierten.
Die Mengenangaben sind eigentlich nur Richtlineien.
Onkel Oswalds Silvestersalat
6 in Öl eingelegte Matjesheringe (oder gewässerte Salzheringe)
6 Bismarckheringe
½ kg mageres gekochtes Suppenfleisch
½ kg gegarter magerer Schweinebraten
3 gekochte Rote Bete
2 Möhren
2-3 mittelgroße Pellkartoffeln
2-3 Gewürzgurken
2 Äpfel am liebsten Gewürzluiken
2-3 Stengel Stangensellerie
1/4 Sellerieknolle
1 Petersilienwurzel oder Pastinake
15 Walnüsse
15 Mandeln
1 große rote Zwiebel
1-2 EL Sherryesssig
selbst gemachte Mayonnaise
Heringe, Matjes, Suppenfleisch und Schweinebraten in Streifen schneiden. Walnüsse und die Mandeln grob hacken. Zwiebel häuten und wie den Stangensellerie in feine Scheiben schneiden.
Rote Bete, Pellkartoffeln und Sellerieknolle schälen. Petersilienwurzel und Möhren schaben. Alles in kleine Würfel schneiden.
Sellerie, Petersilienwurzel und Möhren 2-3 Min. in kochendem Salzwasser blanchieren. In ein Sieb schütten und kalt abschrecken.
Alle Zutaten in eine Schüssel geben. Sherryessig darüberträufeln und mit der Mayonnaise vermischen. Im Kühlschrank bis zum Silvesterabend ziehen lassen.
Der Salat schmeckt auch am Neujahrstag noch ausgezeichnet.
Die Mayonnaise wird natürlich selbst gemacht:
Hausgemachte Mayonnaise
3 Eidotter
Salz
Zitronensaft
Circa 200 ml erstklassiges kalt gepresstes Sonnenblumenöl oder mildes Olivenöl nativ extra
Ein Tipp von meiner Großmutter, der die Mayonnaise immer gelang und nie gerann:
Öl und Eier müssen bei Raumtemperatur verarbeitet werden. Die Eigelb werden erst mit 2-3 Tropfen!! Zitronensaft und einer Prise Salz verrührt. Dann erst wird das Öl im fadendünnen Strahl unter Rühren, Rühren, Rühren..... dazugegeben. Die Mayonnaise sollte für den Silvestersalat relativ flüssig sein.
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